Verdienst du Liebe?

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Diejenigen, die Liebe und Zuwendung am meisten ablehen und am wenigsten verdienen, sind meist jene, die sie am meisten brauchen.

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Wir kommen oftmals schnell zu dem Entschluss, dass Leistung X vorrausgesetzt wird im Liebe zu empfangen. Schließlich verdient nicht jeder Liebe, zumindest sagt dies der Volksmund.
So sollte der Mensch, der Liebe mit seinen Anhängern ( Aufmerksamkeit, Wertschätzung & Geborgenheit) erfahren möchte gewisse Attribute vorweisen. Letzendlich dürfen nur jene in den Genuss der Liebe kommen, die offenherzig, liebevoll und ehrlich sind.

Jemand der sich nichts zu Schulden kommen lässt, darf sich stolz Liebender oder Geliebter nennen, wo doch Liebe bedingungslos ist?!
Da kann schon mal die Frage aufkommen was mit all den Menschen ist, die aus Unwissenheit handeln oder niemals lernten zu lieben aber dennoch den Wunsch danach pflegen. Haben sie keine Liebe oder gar Respekt verdient?

Ein Kind was in einem Umfeld aufwächst, wo der grobe Umgang miteinander zum Alltag gehört, wo körperliche und seelische Verletzungen an der Tagesordnung sind und Liebesentzug eine Form der Motivation darstellt, hat nie gelernt aufrichtig zu lieben oder es zu zu lassen. Später wenn es selbst Erwachsen ist, führt es das Sozialverhalten des Umfeld fort. Wie soll es auch anders sein ohne konstruktives Vorbild?
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Für Menschen, die unter derartigen Verhältnissen aufgewachsen sind, ist Liebe geben wie auch nehmen ein Fremdwort, auch wenn die Liebe paradoxerweise in ihnen steckt.
Wir werden alle mit einem Herz voller Liebe geboren, in uns allen steckt das Gute.

Daher bedenke immer, wenn dir ein distnzierter oder gar gefährlich wirkender Mensch begegnet, dass auch er nur ein liebendes Kind ist, welches vergessen hat sich selbst und seine Mitmenschen zu lieben oder schlimmer noch es nie erfahren und gelernt hat.

Urteile nicht über andere oder bewerte sie, da du nicht in ihren Schuhen steckst und selbst nicht fehlerfrei bist. Selbst deine ehrenwertesten Handlungen können einen anderen verletzen.

Wir stecken alle in einem lebenslangen Prozess der Weiterentwicklung und sind somit niemals perfekt, aber dennoch sind wir immer in der Lage aufrichtig zu lieben, wenn wir wollen und offen mit uns selbst und unseren Mitmenschen umgehen.

In diesem Sinne

Love❤ and Peace✌

Sahra Latifa Warrelmann

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Was brauchen unsere Kinder?

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Bei dem Wort Kita fällt uns sicher einiges ein. Angefangen von den Kindheitserinnerungen bis hin zu den Konflikten zwischen Erzieherinnen und Eltern, Staat und Einrichtungen, Sparmaßnahmen an den falschen Ecken, fehlende qualifizierte Fachkräfte, hohe Erwartungen und so weiter.

Eigentlich ist der Kindergarten ja etwas Schönes. Seit Jahrzehnten bemühen sich Pädagogen unterschiedlicher Herkunft, Ausrichtung und pädagogischen Ansätzen um das Wohlergehen der nächsten Generation. Sie entwickeln Strategien die, die Motorik fördern, Spiele die das Sozialverhalten stärken und Methoden zum Verständnis der Umwelt, all das um sie mit den besten Grundsteinen zu versorgen. Und die Kleinen, schließen in den KIGA´s und KITA´s Freundschaften, bauen Bindungen auf und lernen in einem strukturierten und sicheren Umfeld sich selbst zu entfalten.

Nach Friedrich Fröbel dem Gründer des ersten Kindergartens (1840) sollte ein Ort der Entfaltung für Kinder zugänglich sein. Der Kindergarten, auch Kinderparadies ( Garten=Paradies) dient dem Kind als Akteure, mit der Möglichkeit seine schöpferischen Fähigkeiten zu erforschen. Hierbei meine ich nicht den religiösen Aspekt. Wir schaffen täglich, notieren wir uns ein paar Zeilen auf ein Blatt Papier, haben wir Worte geschaffen, kümmern wir uns regelmäßig um unsere Blumen schaffen wir leben, jedes mal wenn wir kochen zaubern wir aus unterschiedlichen Zutaten etwas Essbares, wir nehmen Leben und wir geben…

aber das geht wieder in eine andere Richtung 🙂

Manch einer glaubt, dass wir nie wieder den Entwicklungszustand eines Kindes erreichen. Das heißt, Kinder entwickeln innerhalb kürzester Zeit ihre Fähigkeiten. Ein Baby ist hierfür das beste Beispiel. War es vor zwei Wochen noch nicht einmal in der Lage sich selbständig zu drehen, wird es in einem halben Jahr schon eigenständig sitzen und womöglich robben können. Für mich als Mutter sind die Sprünge oftmals unglaublich. Manchmal blicke ich zurück und denke mir, noch vor ein paar Monaten sah er jünger aus und konnte dies und das noch nicht und jetzt steht er da und läuft selbstsicher durch die Straßen.

Durch unsere aktuelle Gesellschaftsstruktur haben wir uns leider das genommen. Unsere Kinder aufwachsen zu sehen, sie zu begleiten und gegenseitig voneinander zu lernen. Für uns als Eltern sind es Erfahrungen die fehlen. Schade. Doch wie ist es anders möglich? Der Lebensunterhalt muss bestritten werden, da muss es in Kauf genommen werden, dass die Sprösslinge einen großen Teil des Tages im Kindi verbringen. Natürlich, müssen sich unsere Kleinen auch irgendwann abnabeln und können nicht immer am Rockzipfel hängen. Teilhabe am Leben des Kindes bedeutet ja schließlich keine 24/7 Betreuung und Überwachung. Aber sind wird doch mal ehrlich. Im Alltagsstress gehen Dinge unter, auch wenn diese Dinge wichtige Momente waren. Manchmal steht einem der Kopf einfach woanders. Arbeit sitzt im Nacken, ein Konflikt muss noch geklärt werden, die Schwiegermutter die plagt oder das Auto welches einfach nicht anspringen möchte. Es kann immer wieder etwas geben, dass den Blutdruck in die Höhe schießt.

Dass, Eltern da auf Entlastung angewiesen sind, ist selbstredend. (Meiner Meinung nach total bescheuert. Niemand sollte darauf verzichten müssen* seine Kinder aufwachsen zu sehen und an ihrer Entwicklung teilhaben zu können.)
* Wer nichts mit Kindererziehung am Hut hat und es gerne abgeben kann und will, ist davon natürlich ausgeschlossen 🙂

… Weiter im Text…

Für die Gewährleistung der Entlastungen eigenen sich KITA´s, KiGa´s, Ganztagsschulen, Tagesmütter und weitere Betreuungsformen. Was wir wohl tun würden, wenn sie wegfallen würden. So schlimm denke ich kann es aber nicht sein, denn schließlich erhalten Menschen die sich weitaus weniger in die Gemeinschaft miteinbringen, wesentlich mehr Gehalt. Na ja ist ja auch nicht so schwer Kinder zu erziehen. Die sitzen ja die ganze Zeit nur da.
… Mist schon wieder abgeschweift.

Wie dem auch sei, würden Eltern, Organisationen, Staat, Region, Träger, Gesellschaft*, und viele mehr endlich Transparenz schaffen, Verantwortung übernehmen und den Wert der frühkindlichen Pädagogik anerkennen, müssten wir uns nicht über die „schlimme“ Jugend aufregen. Da wir erkennen würden, dass sie nicht weniger gut oder schlecht waren als wir es in ihrem Alter waren. Bei vielen von uns ist das gar nicht so lange her. Wir passen uns an die Gegebenheiten unsere Zeit an. Wir und unser Umwelt verändert sich, auch wenn wir das nicht immer wahr haben wollen.

*hier sind auch alle daran beteiligt die sich gegen Kinder entschieden haben, die Kinder anderer werden euch dennoch im Alter versorgen. Eine Gemeinschaft beruht immer auf Unterstürzung. Auch wenn ich denke etwas betrifft mich nicht, wird es das meist dennoch, auf irgendeine Art und Weise.

Problem der utopischen Anforderungen

Glauben wir wirklich, dass wir unseren Kindern mit den tausend verschiedenen AG’s, den ständig wechselnden Lehrplänen, der Einführung von am besten 10 Sprachen in Kindergärten, die permanente Förderung-Eher Überforderung etwas Gutes tun?
Mann, wir sehen es doch an den Schülern die gerade ihre Prüfungen absolvierten. Gib ihnen 3 Wochen spätestens nach den Ferien ist das „Wissen“ wieder weg. Ist ja auch klar, wenn man den ganzen Tag von Morgens bis Abends mit zig unterschiedlichen Informationen geballert werden, macht unser Gehirn irgendwann dicht. Als ob das drin bleibt! Als ob davon etwas verstanden wird. Wie soll man es auch verstehen lernen? Es bleibt ja gar keine Zeit die Information in Wissen umzuwandeln. Das geschieht in der Regel erst durch Übung. Wir müssen es wiederholen und verinnerlichen, bis das Gehirn das gelernte automatisch wiedergibt. Alles andere ist kein Wissen, sondern das Abspeichern von Informationen. Nur weil eine Information gespeichert ist, heißt das nicht dass ich nicht verloren gehen kann. Sie kann gelöscht und beschädigt werden. Vor allem kann sie überschrieben werden. Das passiert immer dann wenn, eine neue Information wichtiger erscheint. Daher Informationen rein jagen bringt gar nichts. Es bringt auch nichts wenn Kinder im Alter von 4 Jahren einen volleren Terminkalender als unsere Politiker. Das lernt nichts außer Stress und Überforderung.

Ich bin täglich überrascht. Durch meine Arbeit erlebe ich Kinder die frei von jeglichem Druck ihre Eltern freie Zeit nutzen. Wow. Es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Ich war lange Zeit der Ansicht Kinder bräuchten eine freie Erziehung und Entfaltung. Ist alles schön und gut, es waren allerdings die falschen Beweggründe. Ich dachte Kinder müsste man erst formen. Sie sind zu beginn so klein und so unbeholfen, sie müssen die Welt noch kennen lernen und erforschen, sie brauchen Schutz und können gefahren nicht einschätzen, humane Wert müsste man ihnen noch beibringen. Würde ich mein Sohn nach diesem Vorbild erziehen, würde er durch die erfahrenen Werte wohl auch eine Persönlichkeit in diese Richtung bilden. Doch falsch gedacht. Schon mit ihrer Geburt besitzen sie ihren eigenen Willen. Ich glaube sie können sich nur noch nicht richtig äußern, sie müssen sich anpassen an die Vorstellung der Erwachsenenwelt. Die für sie wahrscheinlich grau ungerecht unlogisch und seltsam wirkt. Wie oft bin ich darüber erstaunt über die Sätze die mein Sohn raus haut.

Zwei kleine Beispiele:

Das Erste ist ein bisschen länger her. Wir saßen im Park und spielten. Irgendwann kamen zwei Männer in einem Gärtnerwagen. Sie waren dabei einen Baum zur Fällung vorzubereiten. Mein Sohn fragte mich, wie Kinder so sind: „ Mama, was macht er da?“ Ich erklärte ihm das sie dabei sind den Baum zu fällen. Er war verwundert und meinte nur: „Warum machen die das? Wir brauchen die Bäume doch. Da bekommt man doch Luft!“
Ich stimmte ihm zu und wir sprachen noch ein wenig darüber. Ja warum machen wir das? Zerstören das was wir brauchen, nur damit ein Park schöner aussieht? Naja…. Immer diese anderen Themen.

Das zweite Beispiel…
… Ich habe meine Haare geschnitten und beschlossen einen Afro zu tragen. Mein Sohn kennt mich nicht mit dieser Frisur und war dann dementsprechend erst mal angeekelt. Hat mir auch deutlich vermittelt wie blöd er sie findet. Nun denn, ich war stolz auf ihn, dass er seine Meinung geäußert hat, ich habe mich gefreut. Am nächsten Tag kamen wir wieder auf seine Frisur… Genau, weil ich in seine Haare herumgewurstelt habe, irgendwann sind sie so abgestanden wie meine. Ich meinte dann zu ihm, dass er ja auch oft mit abstehenden Haaren rumläuft. Da war erst mal still, ich dachte er war beleidigt. Doch er verblüffte mich. „Mama, ich bin es nicht gewohnt dich so zu sehen. Wenn ich dich länger mit den Haaren sehe, ist es irgendwann toll.“ Okaaaaaaayyyyyyyyy…dachte ich mir. Cool.

Jetzt könnte man sagen das ist nur ein Kind von wie vielen?! Und dann auch noch das eigene Kind. Ich habe gerade das Glück durch meinen Job Kinder im Alltag zu erleben.

Der Konflikt
Vor kurzem habe ich eine Auseinandersetzung zwischen zwei Jungs im Alter von 3 und 4 Jahren mitbekommen. Zwei Kinder die sich um ein Spielzeug stritten. Ein Klassiker. Der jüngere der beiden spielte mit einem Spielzeugpferd womit sich zuvor der Ältere beschäftigt hatte. Der Einfachheit halber nenne ich den 4 jährigen Stefan und der 3 jährige erhält den Namen Eric.
Stefan drehte sich erst interessiert dem Pferd zu als Eric dabei war sich damit in seine Fantasiewelt zu stürzen. Mit den Worten: „Ich will das haben!“ griff Stefan an die Beine des Kunstpferdes. Eric konterte: „Du bist weggegangen, ich hab es jetzt!“ und zog das Objekt der Begierde zu sich. Die Situation artete schnell in einen Konflikt aus. Beide standen kurz davor in Tränen auszubrechen und mindestens einem hätte ich einen Wutanfall zugetraut. Gerade als ich den Entschluss traf einzuschreiten, stieg ein anderes Kind in Szene ein. Der ebenfalls 3-jährige Marin schlichtet den Streit mit Bravur. „Stefan, du bist weggegangen. Jetzt hat Eric das Pferd. Du kannst mit dem Krokodil spielen.“ und dabei zeigte Martin auf die andere Spielzeugfigur. Am Ende spielten die Kinder weiter.

Das erstaunliche an diesem Moment war für mich folgendes:

– Sie lösten ihren Konflikt alleine ohne die Hilfe eines Erwachsenen

– Es kam nicht zur Eskalation

– Martin wählte scheinbar intuitiv die richtigen Worte, Tonlage und Körpersprache
(Seine Stimmlage wurde sanfter. Während dem Sprechen legte er seine Hand auf Stefans Rücken)

– Stefan ging auf Martins Worte ein und verstand seine Argumente

– Martin war gerecht und objektiv

– Stefan nahm Martins ernst und ging respektvoll mit ihm um obwohl er älter als Martin ist

(Ein derartiger Konflikt unter Erwachsenen endet oft im Rechtsstreit 🙂 übertrieben gesagt. Ne, ne wir Erwachsenen können auch anders. Wir können durchaus unsere Konflikte lösen.)

Anhand der Beispiele könnte der Aspekt der Erziehung zur Sprache kommen. Ja Erziehung macht ganz schön viel aus. Legt man beispielsweise Wert auf gewaltfrei Kommunikation, selbständiges agieren, Freundlichkeit, Aufklärung und Respekt werden die Kinder das natürlich aufnehmen und speichern. Dennoch bin ich der Ansicht, dass Umwelteinflüsse, Erziehung und die Persönlichkeit genauso starke Rollen einnehmen, wie die elementaren „Umgangsformen“ die schon von Grund auf in uns verankert sind.
Ich glaube das bei einer Gruppe von Kindern unterschiedlichster Herkunft, „sozialen“ Schichten, Einkünfte oder Religionszugehörigkeit, die alle dieselbe Menschlichkeit aufweisen, nicht nur von äußeren Einflüssen gesprochen werden kann. Ich denke eher, dass es hierbei tatsächlich um die Humanität dreht, die in uns allen steckt. Die logischen Umgangsformen, noch frei von Manipulation die auf verletzenden Erfahrungen basieren. Wir Erwachsenen verlieren im Laufe unseres Lebens oft unsere Fähigkeit objektiv zu denken. Wir handeln meist ohne darüber nachzudenken und reagieren, durch Impulse gesteuert die auf dem aufbauen was wir kennen. Was sich über die Jahre in uns einbrannte.

Der Song der die Erziehung verdeutlicht
Unsere Erwartungen an unser Kinder und ihre Betreuung sollten nicht dein eigenen unerfüllten Werten und Bedürfnissen entsprechen. Wenn wir uns über die fehlenden Angebote ärgern, die mangelnde Förderung, sollten wir nicht jene dafür verantwortlich machen die alles darauf ansetzen der nächsten Generation das beste zu vermitteln, sondern beginnen die zu kritisieren die es zu verhindern versuchen.
Beginnend mit uns selbst. Wollen wir unseren Kindern die beste Erziehung gewährleisten, ist es ein Maßstab den wir selbst festlegen. Dem kann keiner entsprechen aus man selbst. Sind wir allerdings durch den Beruf oder sonstige Dinge eingeschränkt, dann ist das nicht die Schuld der Erzieher oder des Staates. Als Eltern dieser Zeit ist es kaum noch möglich diese Entscheidung zu treffen. Will ich mein Kind selbst erziehen und wenn nein, wo werden meine Vorstellungen umgesetzt? Sollte es keine Einrichtung mit meinen Maßstäben geben, finde ich eine Möglichkeit eine zu schaffen? Bilde ich eine Gemeinschaft mit anderen Eltern? Wende ich mich an die Regierung? Geh ich in den Protest? Oder rege ich mich weiterhin nur auf und lasse meinen Frust an den Pädagogen aus?

Wir sollten uns die Frage stellen weshalb wir noch immer viel zu wenig Zeit, Geld und Mühe in die zukünftige Generation stecken. Seien wir dankbar für all die Betreuungsangebote, die uns zur Verfügung stehen, denn sie geben unseren Kindern die Möglichkeit in einem sicheren Ort ihre Persönlichkeit spielend zu entdecken.

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Trauer und seine Gesichter

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Gebe ich das Wort Trauer in die Suchmaschine ein, erscheinen zig Bilder die in schwarz weiß gehalten sind. Engel, tränende Augen und Abgründe. Wikipedia beschreibt Trauer als Gemütszustand, ausgelöst durch Verluste. Ebenso kann die Trauer bei der Überwindung von Schmerz und Leid entstehen.

Trauer,Schmerz und Leid all das wird oftmals negativ behaftet. Etwas das man so schnell wie möglich loswerden muss. Ein Zustand der unterdrückt werden muss.

Was passiert wenn, ich aber all das zulasse? Mich nicht durch einen Rausch in jeglicher Art beeinflusse? Wie werde ich darauf regieren, wenn ich mich vollkommen auf das Gefühl einlasse?  Werde ich mich dann „für immer“ grässlich fühlen? Bin ich dann noch fähig zu leben oder funktioniere ich dann nur?

Da ich neugierig bin, wagte ich den Schritt und durchlebte (Ich bin noch dabei. Ist halt immer wieder Übung) den Verlust, die Trauer, das Leid und den Schmerz.

Für zwei Tage glaubte ich, ich würde sterben. Es gäbe nichts das diesen Zustand jemals wieder verändern könnte. Ich fühlte mich gefangen in einem niemals endenden Schmerz. Natürlich kämpfte ich gegen das Gefühl und seine Symptome an, trotz jeder Bemühung es zuzulassen. Meditation, Sport, Arbeit, Abende mit Freunde nutzte ich als Werkzeuge um meinen Kopf frei zu bekommen. All das half nicht wirklich, im Gegenteil. Das schrecklich Gefühl in mir wuchs. Es schien als würde ich von Minute zu Minute immer tiefer in einen Abgrund gerissen, der aus nichts weiter bestand als graue, finstere, dreckige Leere voller Qualen. Ich spürte wie mein Körper immer mehr an Energie verlor. Eigentlich hätte ich mich ausruhen sollen. Doch wie sollte ich bei all dem was in mir tobt ruhig sitzen. Ich konnte nicht lange gegen die Trauer ankämpfen. Sie besiegte mich ziemlich schnell in dem sie mir mein Mittel zur Flucht nahm, meinen Körper. Durch Erschöpfung & Erkältung war ich nun an die Couch gebunden. Das widerstrebte mir. Und so versuchte ich mit aller Kraft weiterhin gegen sie anzukämpfen. Sie überwältigte mich erneut mit einem Heulanfall der gefühlt eine halbe Ewigkeit andauerte. Mein Kopf dröhnte. Ich gab mich geschlagen. Ich musste mir eingestehen, dass ich keine Waffe besaß um meine Trauer zu besiegen.

Alle Kraftreserven waren aufgebraucht, wodurch es der Trauer ein Leichtes war mich „einzunehmen“. Für einen Bruchteil einer Sekunde glaubte ich, an dem Gefühl sterben zu müssen. Überrascht war ich, als ich nach der Sekunde feststellen musste, dass ich nichts weiter empfand als Trauer. Schwer zu beschreiben. Es war kein Schmerz dabei. Es war einfach nur eine Art Traurigkeit, die zwar vollkommen spürbar ist, aber nicht lähmend.

Ne, ne keine so ne paranormale Sache oder so. Ich fühlte mich immer noch nicht super, schlecht ging es mir allerdings auch nicht. Nachdem der Schmerz mich nicht mehr gelähmt hatte, nutzte ich die Ruhe um mich zu sortieren.

Ich begann mir Fragen zu stellen wie: „Was macht die Trauer eigentlich so? Wann taucht sie auf? Wie bin ich dann? Von wem wird sie begleitet? Warum taucht sie jetzt auf? Wie macht sie bemerkbar? Zu was hätte ich jetzt Lust?“

Bei der näheren Betrachtung viel mir auf, dass die Trauer gar nicht sooo schlimm ist wie ich dachte. Sie ist durchaus in der Lage mich anzutreiben und zu motivieren, auch wenn sie lähmend erscheint. Trauer schützt vor Verletzungen, sie hilft schwere Ereignisse zu verarbeiten und in meinem Fall  ist foe zusätzlich eine Muse. Durch die Trauer können wir Beziehungen stärken, da sie uns sensibler und „zutraulicher“ werden lässt. Doch das sind nur ein paar Seiten der Trauer.

Die Trauer alleine ist schon ein schweres Kaliber, doch mit Freunden wie Leid und Schmerz ist sie ein schweres Geschoss. Arbeit wird es allerdings erst dann wenn, der Verstand auch noch zu Wort kommen möchte, denn  mit unseren Gedanken können wir den Schmerz verstärken, indem wir uns immer wieder schmerzhafte Situationen hervorrufen. Das wiederum empfinden wir automatisch, sofern nicht verarbeitet als äußerst unangenehm.

Über die Jahre habe ich es mir angewöhnt auf die körperlichen Symptome der Gefühle zu achten. Der Umgang ist dadurch um einiges einfacher. Denn ich kann schon früh erkennen, welches Gefühl auftaucht. Dementsprechend ist es einfacher zu agieren.

Die Trauer macht sich bei mir folgend bemerkbar:

  • Stechen im Bauch fast wie verliebt sein nur andersrum
  • Mein Herzschlag erhöht sich leicht doch rast nicht
  • Mein Körper fühlt sich schwerer an
  • Ich laufe langsamer
  • Ich bin träge
  • Ich möchte alleine sein
  • Gespräche vermeide ich
  • Meine Stimme wird ruhiger
  • Ich nehme die Welt lauter und größer wahr
  • und so weiter…

Hast du schon mal darauf geachtet wie sich deine Gefühle bemerkbar machen?

Ich sehe die Trauer, den Schmerz oder auch das Leid nicht mehr als negatives Gefühl, dass mich lähmt und blockiert. Loswerden möchte ich sie auch nicht mehr. Stelle ich fest, dass eines dieser Gefühle auftaucht, nutze ich den Zustand zum Malen, Zeichnen, Schreiben, für die Musik. Manchmal murmel ich mich auch einfach ein, allerdings in keinem dunklen Zimmer und heule einfach los und danach geht´s mir schon besser als vorher.

 

Ein kleiner Tipp:

Scheu dich nicht dir in schwierigen und schweren Zeiten etwas Gutes zu tun. Das heißt, nur weil du dich schlecht fühlst, musst du dich nicht schlecht behandeln. Geh raus in die Sonne, schnappe frische Luft, zieh dir frische Kleidung an und verbringe nicht den ganzen Tag im Bett. Steh hin und wieder auf, auch wenn es nur kurze Gänge durch die Wohnung sind. Beschäftige dich, lenke dich ab, was nicht bedeutet, dass es dir dadurch sehr gut gehen muss und wird.

Meine Gesichter der Trauer 🙂

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