Gerechtigkeit im Kleid verpackt

Wo keine Gerechtigkeit ist, ist keine Freiheit und wo keine Freiheit ist, ist keine Gerechtigkeit.“    

                                                                                          Johann Gottfried Seume (1763 -1810)

           deutscher Schriftsteller, Philosoph, Reisender ein Bauernsohn mit vielen Talenten.

Wir nutzen Bäume um daraus Papier herzustellen, das dann für unzählige Anträge verwendet wird.

Anstatt diesen unsinnigen Papierwahnsinn zu stoppen und mittels unseres Verstandes eine Alternative zum Geld zu finden, zerstören wir Lebensräume und nehmen uns das Wichtigste, was wir haben. Die Luft zum atmen.

Wie wird unsere Welt wohl aussehen, ohne Pflanzen, Tiere und sonstiges Ökosystem, das dafür sorgt, dass wir überhaupt existieren können. Wir jagen Tiere einfach nur des Status wegen. Für unsere Kosmetik müssen zahlreich gezüchtete Arten sterben. Einfach nur, damit wir uns das Gesicht anpinseln können oder mit weicher Haut überzeugen können. Wegen des maßlosen Konsums sterben Arten aus, sind die Meere überfischt und dreckig. Zig Küken werden einfach geschreddert, weil es uns wichtiger ist, dass wir günstig alle Zeit und überall Lebensmittel kaufen können. Ob wir sie dann auch brauchen sei dahingestellt. Weil wir gar keinen Bezug mehr zu unseren Konsumgütern haben und es für selbstverständlich erachten, dass wir nur zum nächsten Einkaufzentrum laufen müssen, damit all unsere Wünsche erfüllt werden, bekommen wir gar nicht mehr mit, dass die Menschen, die jeden Tag stundenlang in kleinen, kaum belüfteten alten und brüchigen Fabrikhallen, für unser 5 Euro T-Shirt, vor die Hunde gehen.

Jeden Tag laufen Massen durch die Straßen der Dörfer und Städten. Sie rennen von der Arbeitsstelle nach Hause. Von zu Hause steigen sie schnell in ihre Autos um nur mal eben schnell zum Supermarkt zu fahren. Alles wird schnell erledigt und für nichts bleibt Zeit. Der Tag sollte 48 Stunden haben aber selbst die würden nicht ausreichen um das Pensum zu erfüllen, das erfordert ist.

Ständig bleibt etwas liegen, ständig glauben wir nicht alles erreicht zu haben. Selbst wenn wir unsere Ziele erreicht haben, können wir uns nicht zurück legen. Schließlich müssen wir den erfüllten Traum festhalten. Wir dürfen ja nicht mehr nach unten fallen. Nicht mehr wie zuvor hart arbeiten müssen um das Haus finanzieren zu können oder in den langersehnten Urlaub zu reisen. Auch für die Konsole, die wir schon lange im Auge hatten, wollen wir nicht mehr so hart sparen. Also arbeiten wir noch mehr, haben noch weniger Zeit und streben gleichzeitig nach noch höheren Zielen, die noch mehr Leistung fordern. Das Leben ist eben hart. Das wissen wir alle. Es ist kein Kinderspiel, doch vor allem ist es wie es ist!

Aber warum traurig sein? Warum sich deswegen runter ziehen lassen? Schließlich ist doch alles wunderbar. Zumindest zeigen das die Medien. Denn dort verhilft das lila, rote und blau gepunktete Lippenbalsam zu strahlenden Lippen. Sexy und verführerisch aber das Beste kommt erst noch, er ist ganz und gar von natürlichen Ressourcen, vegan und BIO. WOW, ein solches Produkt kann doch nur Freude in einem hervorrufen. Hat das vollkommen überteuerte Lippenbalsam nicht unser Gemüt erhellt, dann schaffen das sicherlich die unzähligen Werbebanner, die das Straßenbild zieren. Überall wo man hinschaut, will irgendjemand etwas von uns. Ob es der komisch schauende Politiker ist, der mit seinem steifen Lächeln, suggerieren will, das er und seine Partei die richtige Wahl zur Veränderung ist oder das überglückliche Paar, das natürlich perfekt durch trainiert in Badekleidung zur Buchung eines reduzierten Traumurlaubs animiert.

Welch ein Wunder das wir bei all der Reizüberflutung nicht mehr in der Lage sind durchzuatmen, für uns zu sein und mal in Ruhe über die eigene Meinung und Werte nachzudenken. So ist es bei all dem Stress klar, dass man sich nicht mehr dafür interessiert, dass täglich Menschen für unseren Konsum sterben. Es ist ja schon Normalität.

Seitdem ich klein bin, höre ich in den Nachrichten von Krieg, von irgendwelchen Meinungsverschiedenheiten, von Promis die Kinder bekommen haben und Terroristen. Ich sehe Bilder von dünnen dunkelhäutigen Kindern, die mit Blähbauch und Fliege im Auge, mir zu verstehen geben, dass sie gerade dabei sind zu verhungern. Wie soll mich heute ein Bild von einem Kind, das gerade tot vom Meer an den Strand angespült wurde erschrecken? Das schockiert mich nicht, das überfliege ich während den Morgennachrichten. Da rege ich mich dann ne Stunde wieder auf, dass so ein Bild schon gleich mal meinen Tag versaut hat. Warum strahlen die das auch wochenlang aus. Gibt es denn nichts anderes mehr. Ja, es ist traurig, aber ja das passiert halt jeden Tag. Es kann halt nicht jeder überleben und außerdem ist es ja so weit weg. Warum sollte es mich dann interessieren? Fuck! Mein Bus, ich komme zu spät.

Und schon habe ich das Kind wieder vergessen. Schon bin ich wieder im Kreislauf. Ich laufe mit. Ich mache mit. Ich wundere mich über die Zustände in der Welt, ich beschwere mich, rege mich auf, dennoch bin ich nicht bereit, nein mir fällt es nicht mal auf, dass ich ein Teil des Ganzen bin.

Vielleicht weiß ich es irgendwo tief in mir, dass die Welt am Arsch ist, ja vielleicht stört es mich sogar. Dennoch steige ich morgen wieder in den Bus ein und verschwende 10 Minuten meines Lebens in welchen ich mich über die verspätete Bahn aufrege, anstatt mich zu fragen warum wir nicht alle mal einen Gang runter schalten können.

Warum können wir nicht ehrlich miteinander umgehen? Warum führen wir Kriege, die gar nicht unsere sind, von welchen wir nicht einmal die Details kennen? Warum verteidigen wir Menschen, die unser Geld rauben, die keine Versprechen einhalten können und sich am Morgen wenig für den Arbeiter interessieren, der sich täglich widerstandslos kaputt ackert und dafür lediglich gut leben möchte. Er möchte Entscheidungen treffen und nicht wie ein kleines Kind, alles vor den Tisch gesetzt bekommen.

Wir legen unser Verantwortung in Menschen, die auch nur Menschen sind. Die leider auch wie wir, am Morgen eher in Gedanken bei ihren Sorgen sind, als bei den Problemen der Menschheit.

Vielleicht sehen wir Menschen irgendwann, dass wir alle nur Menschen sind, wir machen alle Fehler. Aber um die Fehler zu beheben und aus ihnen zu lernen, reicht es nicht nur über sie zu reden und sie hinzunehmen. Es reicht nicht zu sagen, es ist halt so. Man lernt erst aus Fehlern, wenn man beginnt sein Verhalten zu ändern.

Haben wir nicht in all den Jahrhunderten gelernt, dass sich die Geschichte wiederholt.

Ein Königreich beutet das Andere aus, Stämme schlachten sich gegenseitig aus, Kulturen gehen unter weil sie ihre Umwelt zerstören, Ländern rauben und vergewaltigen die Frauen und Kinder, der Gegner wegen Ressourcen, die irgendjemand mal als besonders wertvoll abgestempelt hat. Nationen unterdrücken sich und Systeme betrügen und lügen. Das ist nichts Neues. Das gab es schon immer. Sollten wir das nicht langsam leid sein?

Anstatt immer wieder aufeinander einzuhacken, sich aufzustacheln und provozieren, wäre es nicht toll, wenn man gemeinsam beginnen würde aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen?

Sind wir schließlich nicht Menschen?

Wir sagen doch immer, wir sind besser als die Tiere. Wir stellen uns in jeder Hinsicht über sie, dennoch nutzen wir kaum, das was uns von den anderen Lebewesen unterscheidet. Unser Gehirn wird täglich abgeschaltet. Wir wollen es gar nicht nutzen. Nicht umsonst boomt der Kapitalismus. Mit der Reizüberflutung, dem von a nach b hechten, ständig etwas unternehmen, schaffen wir doch eines, wir schalten uns ab.

Unsere Gedanken sind täglich mit Dingen gefüllt, die eigentlich gar nichts mit uns zu tun haben. Was sollte es mich interessieren was mein Nachbar oder Kollege denkt, wenn ich dieses Kleidungsstück trage oder wenn ich meine Musik zu laut höre? Ich sollte mich lieber fragen, warum trage ich das und warum muss ich jetzt so laut Musik hören? Wie würde es mir ergehen, wenn jemand plötzlich nachts um drei voll aufdreht?

Durch Empathie erhalten wir nicht nur mehr Verständnis für unsere Umgebung sondern auch für uns selbst. Wodurch wir erkennen, dass wir erst etwas verändern können, wenn wir verstehen, dass wir genauso mit unserer Umwelt umgehen sollten, wie wir selbst behandelt werden wollen.

In diesem Sinne, euch einen schönen Tag ❤

Nimmt euch Ruhe und genießt die Zeit, die ihr habt.

Love and Peace

Sahra Latifa Warrelmann

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Die Macht der Ignoranz – Ein Bild tausend Worte…

Ignoranz findet sich überall. Im Alltag, auf der Arbeit, in der Schule, der Uni, zwischen Nachbarn, in der Politik, in den Medien, unter Freunden, unter Liebenden, zwischen Feinden…

… die Liste lässt sich mit unendlichen Worten fortsetzen 🙂

In einem Zitat dessen Urheber ich leider nicht kenne, heißt es:

„Ignoranz ist ein Gift, das Liebe, Freundschaft und alle guten Gefühle tötet.“

Dalai Lama wählte diese Worte:

„Wo Ignoranz der Herrscher/Meister ist, gibt es keine Möglichkeit auf wahren Frieden.“

Ich bezeichne Ignoranz als Henker der Realität. Warum? Wie kann Ignoranz ein Henker sein und was hat es mit der Realität zu tun? Das ergibt doch keinen Sinn oder doch?

Aber bevor all diese Fragen beantwortet werden schauen wir uns die Ignoranz näher an 🙂 Vorneweg falls jetzt ein wissenschaftlich aufgebauter Beitrag über Ignoranz erwartet wird… Beeep. Falsch… Jetzt kommen ganz viele Geschichten und Beispiele aus dem Alltag…

Die leichtfertige Ignoranz

In der achten Klasse standen eine Freundin und ich auf einen Mitschüler unserer Stufe. In einer Mathe Stunde, wie soll es auch anders sein, sprachen wir über unseren Schwarm in der ersten Reihe. Auf dem Platz neben ihm sein bester Freund Alex. Irgendwie entwickelte sich das Gespräch in eine Diskussion über den eigentlich bedeutungslosen Alex. In diesem Zuge flüstere meine Freundin flüchtig: „ Ja den Maik finde ich ja schon toll! Aber der Alex, ja der…

… der ist mir gleichgültig. Ich hasse ihn nicht, liebe ihn nicht er ist einfach egal.“ Paradoxer Weiße war er mindestens zwei Schulstunden an diesem Tag  unser Gesprächsinhalt.

Damals stimmte ich ihr zu, ohne ihrer Aussage einer Bedeutung zu schenken.

Die automatische Ignoranz

Menschen gibt es wie Sand am Meer. Na ja fast. Schon allein im Bahnhof begegnen mir unzählige Gesichter. Es ist unmöglich für EINEN Menschen jeden vorbeigelaufenen Menschen als wichtig einzustufen. All die Informationen, die wir in einem Moment gleichzeitig aufnehmen würden.  Unser Gehirn filtert unsere Eindrücke um nicht zu überladen.

Betrachte das Bild für einen Augenblick.

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 Abstrakte Kunst eines mir noch Unbekannten Malers
(Wer seinen Namen kennt kann ihn mir gerne schreiben, dann kann ich ihn hier einfügen 🙂 )

Was ist dir als erstes aufgefallen?

Hast du die zweite Frau auf dem ersten Blick erkannt? Kannst du die Schrift des Malers lesen 🙂 ?Wie viele Fenster sind zu erkennen? Wie viel Straßenlaternen leuchten? Die Farbe des Regenschirms der hintern Person ist welche? In welcher Farbe ist das Zimmer im dritten Stock, das dritte Fenster von links? Kannst du die Farbe des vorderen Regenschirms nennen?

Meine Lösungen findest du am Ende des Blogs.

Beim ersten Betrachten wirst du wohl nicht alle Fragen beatworten können oder doch? Wenn ja schreib es mir 🙂 Erst als du Teile des Bildes ausgeblendet hast und dich auf den Regenschirm konzentriert hast, konntest du sagen das er rot ist. Wenn du jetzt hinschaust weißt du es, weil du es ja genauer betrachtet hast.

Du legst während du etwas betrachtest deinen Fokus auf bekannte und unbekannte. Dabei sortiert dein Gehirn. Es gleicht die aufgenommen Informationen mit Gefühlen, Erinnerungen und Erfahrungen ab. Auch wenn dein Auge alle Informationen des Bildes schon in den ersten hundertstel Sekunden die Einzelheiten des Bildes aufgenommen und an das Gehirn weitergeleitet hat, nimmst du bewusst lediglich die gefilterte Version wahr.

Demnach betreiben wir, in jedem Moment an dem wir Leben, Ignoranz?

Ja, aber nein. Und warum?

Was wir nicht kennen nehmen wir nicht wahr, was uns nicht interessiert nehmen wir nicht wahr. Deswegen wird Ignoranz auch gerne mit Unwissenheit oder Desinteresse gleichgesetzt.

Um sein Blickfeld zu erweitern braucht es also eine Motivation. Etwas das dir den Antrieb gibt auch Dinge zu betrachten die du vielleicht bisher für unmöglich gehalten hast. Oder für etwas das dich bisher nicht interessiert hat. Den beim näheren Betrachten findet man oftmals etwas das einem dann doch gefällt.

Die gleichgültige Ignoranz

Ignoranz kann auch mit fehlendem Interesse gleichgesetzt werden. Lethargie beschreibt allerdings nicht den vollen Umfang der Ignoranz. Es ist lediglich ein Teilaspekt.

Aber was bedeutet Gleichgültigkeit?

gleichgultigkeit

Gleichgültigkeit bedeutet für etwas oder jemanden kein Interesse aufbringen. Es beinhaltet Desinteresse, löst das Gefühl von Wertlosigkeit aus. Die Gleichgültigkeit lässt nachlässig und teilnahmslos werden, wodurch der eigene Schutz nicht mehr gewehrleistet werden kann. Nicht nur das, Gleichgültigkeit kann sich auch in Missachtung verwandeln die zur Abneigung und Intoleranz heranwächst.

Ein dauerhafter Zustand in der Gleichgültigkeit kann zum Zerfall führen durch mangelhafte Versorgung von lebenswichtigen Bedürfnissen.

Ein Beispiel:

Ihr kennt doch diese klassischen Teenie Filme?! Wenn, nein schaut euch  „Juno“, „30 über Nacht“, „Lol“ oder „Einfach zu haben“ an. Falls dein Herz Action begehrt: „Hakers im Netz“ eignet sich hierfür hervorragend J  So, euer Kopf ist nun frisch mit Teenie Problemen gefüllt, dann kann es mit dem Beispiel losgehen.

Ein graues Küken wird von den beliebten High -School- Kids gemobbt. Durch irgendeinen glücklichen Zufall verwandelt sich der unbeliebte Charakter nach einigen Strapazen in einen selbstbewussten beliebten Star.

Da ich das Gefühl habe, das in solchen Filmen der Schwerpunkt auf dem Erfolg ist, durchleuchten wir den neuen Star an der Schule vor seinem Aufstieg. Als er noch der unbedeutende Schüler war, der nichts zu sagen hatte. Der nicht attraktiv und anziehend wirkte. Etwas unbeholfen und tollpatschig.

Wie schaut es wohl im Inneren eines solch jungen Menschen aus?

Wie fühlt es sich an nicht wertgeschätzt zu werden? Was geht in einem Missachteten vor? Wie fühlt es sich an wenn sich jedes Wort in Luft auflöst, weil es kein Gehör findet?

Um zu verstehen wie sich jemand fühlt der Ignoranz erfährt ist es hilfreich es nachzuempfinden. Stelle dir folgendes Szenario vor:

Es gibt da eine Sache, die dich seit Wochen plagt. Es ist beinahe unmöglich nicht an diese Sache, zu denken.  Versuchst du dich abzulenken und nicht an deine bedrückende Angelegenheit zu denken, erinnern dich alltägliche Momente ständig daran. Es wird von Tag zu Tag stärker. Du möchtest es loswerden und dich jemanden anvertrauen. Anstatt ein Gehör oder Hilfe erhältst du Ignoranz. „ Es ist nicht an der Zeit. Es ist nicht wichtig genug. Morgen, morgen klären wir die Sache.“ Bekommst du von deinem Umfeld zu hören. Stell dir das Gefühl von Ablehnung vor, dass sich langsam vom Magen in den Körper verteilt. Spüre den leichten Stich ins Herz. Nicht gravierend und auch nicht stark schmerzend allerdings spürbar. Du stehst mitten in deinem Zimmer und bist mit deinen Gedanken und Gefühlen alleine. Dein Problem ist nicht geschrumpft. Du findest keine Lösung. Durch dein Gehirn schießen tausend Gedanken willkürlich hin und her, mal ergeben sie einen Sinn, mal wunderst du dich selbst über ihre Herkunft. Doch das ist nicht alles. Du bist immer noch alleine. Nicht etwa weil du es so wolltest. Nein du bist dazu gezwungen. Am liebsten hättest du jemanden bei dir. Aber da ist niemand. Zu deinem ohnehin schon nerviges Problem, mischt sich Ablehnung und Einsamkeit durch Ignoranz und das lässt Verzweiflung, Wut und Angst aufkommen.

Umso mehr Zeit in diesem Zustand vergeht, umso handlungsunfähiger wirst du. Du wirst unsicher, fühlst dich nicht gut genug, nicht wertvoll genug. Somit passieren dir vermehrt Fehler, du wirst unaufmerksamer. Die unangenehmen Gefühle kompensiert dein Gehirn mit einer Leere, um an dem Schmerz nicht zu zerbrechen. Irgendwann beginnst du dich zurück zu ziehen, deine Stimme wird leiser. Und Voilà eine graue Maus ist geboren.

Ignoranz ist demnach nicht nur mit Desinteresse und Gleichgültigkeit verbunden. Sie löst eine Kettenreaktion von Gefühlen, Bedürfnissen und Zustände aus, welche Einsamkeit, Isolation, Depression, Krankheit und Tod verursachen können.

Das Waisenkinder-Sprachexperiment von Friedrich dem zweiten bekräftigt den Zerfall durch Ignoranz.

Friedrich der II war deutsch-römischer König im 13. Jahrhundert. Aufzeichnungen zufolge, stahl er zwei Müttern ihre Säuglinge und übergab sie Ammen zur Pflege. Diese beauftragte er die Babys ohne Zuwendung und Worte zu erziehen. Anhand dem Experiment wollte er feststellen ob hebräisch, griechisch oder Latein die Ursprache des Menschen ist.  Doch das Experiment scheiterte. Die Säuglinge starben noch bevor sie sprechen konnten. Der Mangel an sozialer Bindung und Austausch von Emotion blieb den Kindern fern wodurch sie verkümmerten.

Die heutigen Studien und Modelle der Psychologie stützen sich unteranderem auf Experimente wie dieses.

Die schützende Ignoranz

Ignoranz verursacht nicht nur Schaden, sie dient auch als Schutzfunktion. Ich unterscheide dabei von destruktiven und konstruktiven Schutz. In anderen Worten der Schutz kann dir schaden oder dir helfen.

Halt, war die Funktion des Schutzes nicht Verwüstungen zu mildern bzw. zu verhindern?  Ja im Grunde schon aber…

… Anhand von zwei Geschichten erkläre ich euch die Unterschiede.

Ignoranz als bereichernder Schutz (konstruktiv)

Rachels (36 Jahre berufstätig) Vater starb. Sie liebt ihn sehr. Um mit dem Verlust zu Recht zu kommen meidet sie über einen Zeitraum bestimmte Lokale oder Orte, die sie an ihren Vater erinnern. Bilder aus vergangen Tagen drängt sie sofort weg. Sie beginnt ihr Arbeitspensum zu erhöhen, lenkt sich mit Abenden mit Freunden ab und versucht so wenig wie möglich alleine zu sein und auf andere Gedanken zu kommen. Sie blendet ihren Vater vollkommen aus ihrem Leben aus. Kommt irgendwo das Thema Tod auf, verlässt sie den Raum, schaltet auf einen anderen Kanal oder beamt sich in Gesprächen, in ihrer eigenen Welt, dort lässt sie den einen oder anderen Song zehn Mal auf und ab spielen. Sie ignoriert den Tod ihres Vaters und alles was damit in Verbindung steht.

Damit Rachel den Verlust überwinden kann, muss sie zunächst ignorieren was sie verloren hat. Eine permanente Konfrontation mit dem Tod ihrer Vaters würde sie in irgendeiner Form lähmen. Das wiederum bedeutet, dass es ihr unmöglich ist alltägliche Strukturen zu befolgen. Kann Rachel nicht ihre gewohnten Strukturen verfolgen, gerät ihre Balance aus den Fugen.

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Ist das Gleichgewicht nicht gegeben, geraten wir Menschen in Stress. Nicht den positiven Stress, den wir zum Überleben brauchen. Nein, der sogenannte Distress tritt ein und sorgt in Rachels und auch in allen anderen Leben, für  Komplikationen. Der negative Stress zeigt sich zu Beginn in vergleichsweise harmlosen Symptome, wie Unruhe, Müdigkeit und so weiter. Chronische negative Belastung kann allerdings zu ernsthaften Schäden führen.

Ganz schön cool, was unser Körper, Hirn und Geist alles so kann und wie es uns hilft selbst mit den schwersten Ereignissen umzugehen.

Doch halt! Nicht um sonst heißt es, jede Medaille weißt zwei Seiten auf. Wie oben schon angedeutet ist Schutz nicht gleich Schutz. Er kann auch schaden. Etwa wie Eltern, die versuchen ihre Kinder vor Unheil zu bewahren, indem sie ihre Sprösslinge in Watte einpacken und sie fernab der Realität leben lassen. Das mag zwar gut gemeint sein, aber das Kind und später der Erwachsene lernt nicht wirklich etwas dabei. Im Gegenteil, er/sie wird später darunter leiden.

auswirkungen-stress

Aus diesem Grund schütz unser inneres Versorgungszentrum mithilfe der Ignoranz. Durch sie gelingt es Rachel nicht alle wichtigen Zahnräder des Lebens lahmzulegen. Das hilft ihr beim Über- bzw. Weiterleben.  Hat sie die Trauer überwunden, wird sich die Ignoranz zurück ziehen und ihr die Möglichkeit zur Verarbeitung geben.

 

Ich ignoriere dich und verschließe mich! – Wie Ignoranz einem selbst schadet! (destruktiv)

Dipl. Ingenieur Steaven Martes leitet seit sieben Jahren ein recht erfolgreiches Kleinunternehmen. Die Firma erbte er von seinem Vater. Eigentlich war es nie sein Wunsch in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Er tat es dennoch. Seine Angestellten bezahlt er nach dem Mindestlohn (eigentlich noch drunter, aber das muss ja keiner Wissen 😉 ). Er legt keinen Wert auf Sicherheitsmaßnahmen und erledigt lediglich die allernötigsten Dinge. Die Einnahmen der Firma investiert er in Risikoreiche Bauunternehmen, um seiner wahren Leidenschaft zu folgen. – Das konstruieren von extravaganten Objekten. Es konnte schon das ein oder andere Mal passieren, dass er sein Geld verzockte. Dabei handelte es sich meist um hohe Summen, die er mit den Firmeneinnahmen abdeckte. Seine Angestellten riefen schon mehrfach Sondersitzungen ein um über die Zustände der Firma zu sprechen und Martes zum handeln zu bewegen. Sogar Gewerkschaftsvertreter erschienen vor seiner Tür. Dipl. Ingenieur Martes ignoriert jedoch die Realität, lebt in Saus und Braus und löst Konflikte über Dritte, wie seinen Anwalt.  Bei der letzten Weihnachtsansprache der Firmenfeier spricht er, von schwarzen Zahlen und höhere Löhne. Zum Beweis seiner Großzügigkeit übereicht er einem langjährigen Mitarbeiter, auf der extra großen Bühne, einen riesen Check in Höhe von vier Bruttomonatsgehältern. Bei einer Befragung für ein Interview der regionalen Zeitung, beichtet der Beschenkte, der Journalistin im Geheimen folgendes:

„Das macht er jedes Jahr. Organisiert eine pompöse Weihnachtsfeier mit allem möglichen Schnick Schnack. Essen vom Feinsten, Bands die ein Vermögen kosten und Deko die selbst die schnulzigsten Frauen-Hochzeitsfilme in den Schatten stellen. Jeder muss sich schick herausputzen. Für die Kamera und das Image versteht sich. So eine Heuchelei. Mann! Wir sind ein traditionelles Handwerksunternehmen. Das ganze Jahr über lässt er uns arbeiten wie Tiere. Ich weiß nicht wann in den letzten sechs Jahren einer unserer Maschinen vollfunktionsfähig war oder ich meine Überstunden bezahlt bekommen habe. Er ignoriert die Wahrheit und Realität. Er glaubt alle würden ihn lieben und die Welt wäre nur für ihn gemacht. Dabei würde keiner eine Träne vergießen wenn, er morgen von einem fetten Daimler überfahren würde!“

Dipl. Ingenieur Steaven Martes ist natürlich frei erfunden aber derartige Formen der Ignoranz finden wir täglich überall.

Wir ignorieren die Wahrheit, die uns offensichtlich sagt, dass wir auf der falschen Spur fahren. All das, weil wir uns nicht mit uns selbst auseinander setzen wollen und uns eingestehen wollen, dass wir Fehler begehen. Also klammern wir uns an eine Illusion die uns schadet.

Das beste Beispiel hierfür ist auch die Ignoranz der Medien, der Bevölkerung, der Politik, der Lehrer, Schüler,____________________, hier kannst du weitere Beispiele einfügen… .

Wir finden Ignoranz überall. Sie lässt sich auch nicht ignorieren oder totschweigen. Sie dient dem Schutz, kann aber auch Zerstreuung verursachen. Sie ist kühl, distanziert und knall hart.

Macht sie das nun zum Henker der Realität?

Ich denke, ja! Ignorieren lässt sich gleichsetzen mit dem Versuch etwas zu löschen oder zumindest vorübergehen auszublenden. Auch wenn, dies im Alltag ständig passiert indem unser Gehirn die aufgenommen Informationen(Gerüche, Geräusche, Bilder und sonstige Eindrücke) filtert, sodass wir nicht überladen.  Ignorieren wie bewusst, machen wir nichts anderes was unsere Gehirn im Alltag automatisch ausübt( allerdings in einer anderen Form). Dadurch selektieren wir die Realität und blenden womöglich wichtige Teile aus, wodurch wir uns im schlimmsten Fall selbst schaden.

In der achten Klasse bin ich leichtfertig mit der Ignoranz umgegangen, denn es schien nicht wichtig. Über die Jahre habe ich Menschen, Zustände, Gefühle und Bedürfnisse Ignoriert. Ganz normal. Macht mal halt so. Denke ich heute darüber nach erstaunt mich die Macht der Ignoranz. Ich blende mit ihr nicht nur Worte, Gespräche, Gegenstände oder Menschen aus, nein, ich bin auch in der Lage mir eine komplett fiktive Welt aufzubauen. Diese ist allerdings äußerst instabil, da sie zerbricht sobald man mit der realen Wahrheit konfrontiert wird.

Aber auch das ist noch nicht alles. Die Verletzungen die in jenen „Ignorierten“ ausgelöst, gefestigt und geformt wird ist enorm und darf nicht vergessen werden.

Jeder kennt das Gefühl, das leere stechende Gefühl, das dir sagt, du bist gerade vollkommen unwichtig. Das was du machst ist unwichtig. Der, der du bist ist unwichtig. Ich denke jedem ist das schmerzende Gefühl klar. Jeder von uns hat bereits in irgendeiner Form Ignoranz erfahren können. Irgendwie erstaunlich, dass wir jeder Zeit die Macht haben, willkürlich solche Gefühle auszulösen oder?

Was haltet ihr von der Ignoranz? Wo begegnet sie euch oder ist euch begegnet?

Sollte die Thematik mehr diskutiert werden oder ist es schlichtweg egal?

Freue mich auf eure Meinung und Kommentare 😉

Habt einen schönen Tag

Liebe Grüße

Eure Sahra :*  ❤

Stress und Ruhe

Es ist wieder soweit. Ich bin gestresst. Mein Körper ist müde und straft mein Verhalten mit einer Bronchitis die zu einer Lungenentzündung heranwächst. Eine Auswirkung des Stresses.

Ich bin müde. Alles in mir schreit danach mich unter die kuschelige Decke in meinem Bett zu legen. Meine Augen werden immer schwerer, mein Körper liegt nur noch lätschig da. Alle zehn Minuten zieht sich mein Zwerchfell zusammen und ein Geräusch das einem alten sterbenden Hahn gleicht, entflieht meinen Lippen. Ein Hustenanfall. Yeah. Das Gute ist, nach der Bronchitis werde ich stählerne Bauchmuskeln besitzen. Wie dem auch sei. Der Punkt ist, ich sollte mir Ruhe gönnen, doch ich sitze am PC und schreibe. Schwachsinnig nicht wahr? Warum handle ich entgegen meiner Bedürfnisse?

Was sollte schon passieren wenn, ich mich ins Bett lege. Ich verpasse doch nichts und es fördert den Heilungsprozess. Eine Win-Win Situation. Eigentlich. Wäre da nicht mein innerer übertriebener Ehrgeiz. Ich stelle ihn mir als kleine Version meiner selbst vor. Ich im Alter von dreizehn. Total nervig, eine Furie, zickig, stur und dickköpfig. Natürlich konnte ich damals auch lieb sein, doch das wollte ich nicht. Wer will mit dreizehn schon nett sein? Da will man rebellieren. Grenzen austesten. Die Welt entdecken, anders denken. Sich selbst finden. Frei sein. Man glaubt man könnte alles und man wüsste alles. Obwohl jeder Jugendliche im Grunde doch weiß, dass er nicht alles weiß und auf die Hilfe der Erwachsenen angewiesen ist. :) Oh, wie schön, Ehrgeiz, eine pubertierende dreizehn Jährige. Klingt nach verdammt viel Spaß. Ja und das ist es auch.
Mir fällt es schwer mich auszuruhen und an Schlaf zu denken, wenn ich weiß dass um mich herum noch 20 Dinge erledigt werden „müssen“. Das verzwickte an einem Haufen von Dingen die erledigt werden müssen ist, dass sie sich in einer wahnsinnig kurzen Zeit verdoppeln, wenn man sie liegen lässt. Ich hab echt keine Ahnung wie das passiert, aber es passiert. Einmal was liegen lassen und es ist am nächsten Tag doppelt so viel, das abgearbeitet werden muss. In derselben Zeit. Was nicht möglich ist! Wie soll das gehen?
Also müsste demnach immer dieselbe Leistung erbracht werden um nicht in überlasst zu geraten. Quasi rotierende Zahnräder. Immer im selben Takt laufend. Solange alle Zahnräder sich bewegen ist alles super. Ein kaputtes würde den Kreislauf unterbrechen und es würde zum Stillstand oder Chaos führen. Eine schreckliche Vorstellung. Denn das würde bedeuten dass, das Model nur besteht wenn ein ständiger Austausch der Zahnräder möglich ist. Nach dem Motto: „Der kann nemmer also muss er halt weg. Fertig. Geht halt net anerscht. Wenn, er net will kann er a net.“ Auf Deutsch: „Wer sich nicht an die Anforderungen der Gesellschaft anpassen kann und möchte wird selektiert!“

Weil ich kein Fan davon bin andere Schuld für meine Probleme zu geben bin, habe ich mich nach meinen Anteilen gefragt. Dabei kam ich auf die Frage wie viel Zeit bräuchte ich eigentlich, wenn ich tatsächlich bewusst nach meinen Bedürfnissen leben würde. Ich fing an mir aufzuschreiben was mein Körper alles so braucht und was die optimale Ausführung wäre. Siehe da, ich kann ja gar nicht innerlich ausgeglichen sein, denn die Zeit, die ich bräuchte um allem gerecht zu werden, steht mir nicht zur Verfügung. Wenn ich nur die Zeit bedenkte, die meine Haare benötigen. Ey das kostet bei mir Zeit!!! Ich wäre echt dafür, dass Menschen mit Locken spätere Arbeitszeiten bekommen. 🙂 Echt wenn ich meine Harre mal einen Tag nicht richtig kämme und das bedeutet bei mir 2 Stunden kämmen ja, 2 Stunden. Das ist hart. Echt hart. Und wenn, ich das dann mal nicht mache, was jeden Tag der Fall ist, dann sind die so verknotet, dass ich sie auch gleich abscheiden könnte. So nervig und total schwachsinnig. Mann, ich will mir doch net meine Haare abschneiden können, aufgrund mangelnder Zeit für die Pflege meines Körpers. Ziemlich dumm oder? Mir geht’s hier nicht um die Optik. Mir ist es egal wie das aussieht. Aber es ist doch voll unnötig. Die Leute die sich die Arbeitszeiten ausgedacht haben, haben die sich davor über ja Menschen Gedanken gemacht? Hat man sich gefragt, was wichtig ist. So, keine Ahnung, Ruhe, keinen Zeitstress, Pausen und so Zeugs
Ist nicht so dass der Mensch nicht 24h durcharbeiten kann. In Kombination mit Ruhe, Spaß und Abwechslung könnte ich mir durchaus vorstellen den ganzen Tag zu arbeiten*.)

*Kommt ganz auf die Definition und die persönliche Einstellung an. Jede von mir erbrachte Leistung ist durch das Arbeiten entstanden, da ich mich gerne Entwickle und somit „leiste“, empfinde ich arbeiten nicht als belastend. Was nichts bedeutet, dass ich jeder Handlung für sinnvoll erachte.

Oh Mann, wir erzeugen echt zu viel Stress. Vieles könnte so einfach sein.
Ich halte vieles einfach für so unnötig. Wie einfach wäre das Leben, würde man es einfach leben.
Beispiele. Joa. Das fängt damit an:

Wofür die ganze Bürokratie und die Papiere? Wozu drucken wir Geld? Weshalb werden unsere Kinder nicht von uns selbst erzogen? Warum verrotten unsere alten Menschen im Altersheim? Warum gehen wir alle arbeiten, obwohl es kaum einer möchte? Um dann in Facebook Montag morgens Bilder zu posten mit dem Spruch: „Ich hasse Montage“? Weshalb veranstalten wir Frühjahrsputz? Warum gehen wir wählen? Warum bekriegen wir uns? Warum hetzen wir uns in die Bahn? Warum schaffen wir nicht Autos ab und bauen ein gigantisches weltweites umweltfreundliches öffentliches Verkehrsnetz so ala Futurama oder mit Jetpacks? Warum dröhnen wir uns mit Zeugs zu welches uns vergiftet? Weshalb gefällt es uns auf kosten andere zu bespaßen? Warum lügen wir? Warum setzen wir uns unter Druck? Warum lassen wir Menschen vor unseren Grenzen ertrinken? Warum mobben wir uns? Was sollen all diese verstörenden Serien? Warum gibt es Castingshows? Was fasziniert einen an RTL und Co? Warum darf Donald Trump reden? Wie kommt es das Frauke Petrie von Frauen geschätzt wird? Warum regen wir uns über falsch Parker auf? Warum werden die Leute immer depressiver? Warum sind Medikamente schon Nahrungsergänzungsmittel? Weshalb suggeriert mir die Werbung eines berühmten Schmerzmittels das arbeiten selbst krank möglich ist, wenn nur die richtige Packung zur Hand ist? Warum werden Verpackungen mit Verpackungen verpackt? Was hat es eigentlich mit den heutigen Weihnachten auf sich? Weshalb glauben wir Europäer, das wir arm sind wenn ein Edeka, Rewe oder Kaufland in Deutschland locker ein Dorf in einem dritte Weltland ernähren könnte? Warum interessieren wir uns viel zu wenig für Politik, für die Gesellschaft und am allerwichtigsten für den Menschen und uns selbst? Warum reden wir uns ein das wir ja alle nur im Wohle der Gemeinschaft und der Umwelt handeln, wenn wir doch sobald wir hinter die Tür schauen sehen, dass wir uns doch nur selbst belügen. Die Welt ist nicht grausam und sie war es auch nie. Wir setzen uns selbst unter Strom mit Anforderungen die selbst den leistungsstärksten Menschen auf die Dauer umhaut. All das passiert, weil wir das selbst wollen. Weil wir es nicht in Erwägung ziehen auch andere Möglichkeiten zu betrachten.

Wenn eine rasende Zeit nicht zum Erfolg führt, wäre da nicht ein Umdenken angesagt? Zeit und Veränderung.
Sitze ich in der Schule frage ich mich oft, wie soll ich all diese Informationen verarbeiten. Um die Prüfungen bestehen zu können und damit meinem Ziel näher zu kommen, sollte ich im Stande sein sie abrufen zu können. Ein schwieriges Unterfangen. Denn um eine Information in Wissen zu verwandeln benötigt es Übung. Übung bedarf Zeit. Ist Zeit nicht gegeben, kann aus der Information kein Wissen werden und Weisheit niemals erlangt. Also, wenn ich gelerntes nicht wiederholen kann, bildet mein Gehirn keine Verbindungen. Die aufgenommene Information verpufft wieder. Mit ein Grund weshalb sich die meisten nach geschriebener Klausur nicht mehr an den Unterrichtsstoff erinnern. Liegt auch daran, dass unser Gehirn bei der Informationsflut gezwungen ist immer wieder mal auszumisten und das rausschmeißt was wir nicht brauchen. Oder was es denkt, dass wir es nicht brauchen.

Ja Stress ist eine wirklich komplexe Angelegenheit oder nicht? Eigentlich nicht. Es ist simpel. Stress und Ruhe gehören zusammen. Die lassen sich nicht voneinander trennen, auch wenn wir das heute mit aller Gewalt versuchen. Das Resultat der Trennung ist Revolte. Zu viel Ruhe führt zu Stillstand, Müdigkeit, antriebslos, Schlafstörungen und so weiter. Zu viel Stress ist auch nicht so der bringen, Erschöpfung, Schlafstörungen, Überreizung, psychosomatische Erkrankungen und vieles mehr. Die Kunst ist, alles in Waage zu halten. Wir brauchen den Stress er ist unser Antrieb aber wir brauchen gleichermaßen Ruhe um den Stress aushalten zu können.

Die Auswirkungen von Stress in unserem Körper

Die Waage zu halten und die innere Balance zu finden ist nicht immer einfach. Zu viel, was sein muss. Auch wenn, es selbst auferlegt wurde. In einer Gesellschaft wie die westliche scheint es nahezu unmöglich die Ruhe zu finden. Zumindest glauben wir das.

Stress, ein Ausdruck der Überforderung, ganz egal in welcher Hinsicht. Wer sich gestresst oder überfordert fühlt, sollte ein Schritt zurück gehen und den Ursprung des Zustands hinterfragen.

Seit wann fühle ich mich gestresst?
Befinde ich mich schon länger in der Überlast?
– Kann ich den Stress vermeiden? – Wenn, nein: Wie kann ich ihn aushalten oder einen       Ausgleich schaffen? (Durch Hobbys, Gespräche, Sport, etc.)
– Warum fühle ich mich gestresst? Liegt es an meiner Arbeit, meiner Beziehung oder meinem wirtschaftlichen Status? Sind meine Bedürfnisse befriedigt oder lassen sich Defizite finden?
– Kenne ich diese Art von Stress?
– Brauche ich den Stress weil ich mich sonst leer fühle, antriebslos oder/und unausgelastet?

Kenne ich den Grund der Ursache, kann ich auch gegen die Symptome und den Ursprung vorgehen. Systematisch kann der Stressfaktor aufgelöst werden.
Beispielweise durch das Einbauen von Ruhephasen im Alltag, Veränderungen im Freundeskreis, neue Zielsetzung und so weiter.
Dabei ist es immer wichtig, auf sein eigenes Gefühl zu hören. Was tut MIR gut und wie belastbar bin ich?

Falls es dir schwer fällt, wende dich an deine Mitmenschen und bitte sie um ein Feedback. Frage sie zum Beispiel nach der Art und Weise, wie du dich im Zeitraum X aus ihrer Sicht verändert hast. Was ist ihnen aufgefallen? Was würden sie verändern oder empfehlen?

Hast du einen Plan ausgestellt und dir einen Überblick über dein Leben verschafft, kannst du ins Handeln übergehen. Beginne damit deine Vorsätze umzusetzen. Das ist nicht immer leicht. Denn, dass eigene ICH ist der stärkste Widersacher.

In dem Sinne bedeutet das für mich, schlafen gehen, ausruhen und Kräfte generieren. Auch wenn, es in mir schon wieder nach Aufbruch schreit. Ich weiß genau was ich brauche, aber irgendwie fürchte ich mich mir das zu nehmen, denn schließlich werden defekte Zahnräder ausgetauscht.

Die Frage ist, werde ich durch mein eigenes verschulden zum ramponierten Zahnrad oder ist es doch die Gesellschaft die den Verschleiß durch ihren unersättlichen Antrieb fördert. Oder ziehen wir alle an einem Strang und ziehen uns mit gleicher Kraft in die Erschöpfung?

Wie geht ihr mit Stress um? Wann merkt ihr, dass es zu viel war? Was sind eure Ruhepole?

Habt einen ruhigen und stressfreien Sonntag.

Liebe Grüße

Sahra

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Stress, Gedanken und Übung! – Der Weg zum positivem Denken?!

Beschleunigte Welt Doku

Stress, Gedanken und Übung! – Der Weg zum positivem Denken?!

Stress, ein allgegenwärtiger Begleiter unserer Zeit. Schauen wir uns die täglichen Reize an, scheint es als würden wir uns geradezu danach sehnen. Jede Sekunde nehmen wir eine große Menge an Informationen auf, welche unser Gehirn bereits bei der Betrachtung selektiert. In unserer schnell wachsenden Gesellschaft wird all das durch die dauerhafte Bombardierung der Medien. Sex, Krieg, Gewalt, Konsum& Arbeit.

Der permanente Überfluss an belastenden Informationen führt zur Überproduktion des Stresshormons Cortisol. Dieses Hormon lässt sich im Blut nachweisen. Von unserer »Schneller- höher-besser-Mentalität« neigen wir Menschen aus den westlichen Zivilisationen eher zur dauerhaften Überproduktion von Stress. Steht eine Person unter ständigem Stress, entstehen über kurz oder lang psychische und physische Krankheiten, obwohl Stress doch etwas Gutes sein kann. Er motiviert uns und gibt uns Energie durch das Ausschütten von Adrenalin. Nach der ganzen Aufregung braucht das Gehirn Entspannung, wir werden müde und ruhiger.

Warum macht uns Stress krank?

Das menschliche Gehirn ist zwar noch immer ein Mysterium, durch die Forschung sind wir allerdings in der Lage ein paar Strukturen zu verstehen.
Das Gehirn ist ein energiesparendes Organ. Wir nutzen es zwar im alltäglichen Leben zu 100%, was allerdings nicht bedeutet, dass wir die vollen Kapazitäten ausschöpfen. Unser Gehirn ist mit circa 160 Milliarden Zellen ausgestattet, die unser Handeln, Denken und Fühlen steuern. Diese bilden, wachsen oder festigen sich mit jeder Erfahrung und jedem Gedanken.
Die Gedanken spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Nur 20% unserer Empfindungen stammen aus tatsächlichen Ereignissen. Der Rest sind von uns ausgedachte Erinnerungen. Beispielsweise wenn, wir uns vorstellen wie wir uns mit jemanden verabreden und den Tag verbringen. Für unser Gehirn ist diese Vorstellung gleich mit einem tatsächlichen Ereignis. Es kennt unsere Art der Realität nicht.
Wer kennt es nicht, der Gedanke an einen Verlust schmerzt selbst nach „Wochen“ hin und wieder noch, das obwohl der Verlust in der Vergangenheit liegt und die Gegenwart und Zukunft schon neue Dinge für uns bereit legen. Der Verlust schmerzt deshalb, weil es für unser Gehirn ein aktuelles Ereignis ist und das nur weil wir daran denken.

Ein anderes Beispiel das wir sicherlich alle kennen.
Wir sind gerade frisch verliebt, sind Besitzer eines neuen Autos, tragen eine andere Frisur und plötzlich scheint es uns als gäbe es überall Paare, das neu gekaufte Auto oder Menschen einem ähnlichen Haarschnitt. Das liegt ganz einfach daran, dass unser Gehirn lediglich das sieht, was wir sehen wollen.

Das bedeutet nicht, dass sich mehr Paare gebildet haben oder fast jeder dasselbe Auto fährt. Nein, das war alles vorher schon da. Unsere Augen nehmen alles ungefiltert auf, das Gehirn verarbeitet das Bild und gleicht es mit dem ab was es kennt, alles andere wird rausgeschmissen.

Es gab eine Studie in der eine Gruppe Menschen über mehrere Wochen eine Brille tragen mussten. Diese Brille war auf der rechten Seite blau und auf der linken Seite gelb gefärbt. Die Teilnehmer mussten die Brille zu jeder Zeit und Aktivität tragen. Zu Beginn des Versuchs nahmen alle die Verfärbung wahr, doch mit der Zeit fing das Gehirn an die Farben zu kompensieren. Zum Ende der Studie konnte keiner der Teilnehmer eine Verfärbung sehen, obwohl diese immer noch auf der Brille war. Das Gehirn hatte also begonnen den „Störfaktor“ auszublenden und es mit seiner Vorstellung der Realität zu ersetzen.
Das bedeutet, dass wir durch unsere Gedanken und Einflüsse Stress erzeugen und verstärken können. Bekommen wir keine Gelegenheit um uns nach dem Stress zu entspannen, ist der Körper nicht mehr in der Lage die Hormone zu bändigen. Ein gestresster Körper kann sich je nach Ausmaß nicht mehr mit den lebenswichtigen Zellen versorgen. Wie zum Beispiel die Versorgung der Nervenzellen und Hormonen. Sind wir nicht mehr in der Lage uns mit wichtigen Botenstoffen zu versorgen, werden wir anfälliger für Krankheiten, wir sind müder, erschöpfter und unausgeglichener. Die Aufmerksamkeit leidet und man wird sensibler auf äußere Reize.

Ich glaube ein Stressfreies Leben lässt sich durch die Veränderung der Gedanken erzeugen.
Seitdem ich positiv denke, an mich glaube und meditiere, bin ich wesentlich ruhiger. Mich plagten über die Jahre(klingt als wäre ich uralt) Nierenprobleme, Herzrasen und Herzstiche, Migräne, Schwindel und Übelkeit, Schlafstörungen und vieles mehr.
Seitdem ich meine Einstellung zu mir verändert habe, hat sich alles verändert. Kein zitterndes Bein mehr, keine Kopfschmerzen, schlafen funktioniert ohne Probleme.
Leider ist all das nicht so einfach denn, lang gehegte Gedanken lassen sich nicht so einfach wegdenken. Sie sind es gewohnt gedacht zu werden. Sie wollen sich nicht verdrängen lassen. Also rebellieren sie und lassen uns das spüren.
Wer kennt es nicht…

… Eigentlich hatte ich mir vorgenommen am Abend noch eine Runde laufen zu gehen. Auf dem Weg nach Hause bin ich noch positiv eingestellt und freue mich auf das Joggen im Sonnenuntergang. Doch kurz nach der Ankunft befinde ich mich in Jogginghose auf dem Sofa und frage mich, warum ich jetzt schon wieder hier gelandet bin.

Veränderung bedeutet Übung. Das heißt, immer wieder dran bleiben. Wenn du das, was du dir vorgenommen hast, aus welchen Gründen auch immer nicht erreichen konntest, dann sei nicht zu streng mit dir. Rückschläge passieren immer wieder. 

Du hast es versucht und dein Bestes gegeben, morgen ist ein neuer Tag. Eine neue Möglichkeit,eine neue Chance.

Eure Sahra 🙂

Ein paar Links

Zum Lesen:

Was ist Stress?

Meditation und Neurowissenschaft

Was den Menschen antreibt

Zum Anschauen:

 

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