Frei Meinung, öffentliches Interesse oder doch Verletzung der Persönlichkeitsrechte?

Wie weit darf die Presse gehen wenn es um die illustrierte Berichterstattung geht?

Caroline von Hannover, Prinzessin von Monaco und Hannover löste in den 1990-er Jahren Entrüstung, Angst und Sorge in der Medienwelt mit ihrem Vorgehen gegen Paparazzi-Fotografen und der Boulevardpresse aus. Die Presse hatte Fotos von Caroline von Hannover veröffentlicht, die sie und ihre Familie in privaten Situationen zeigten. Die Prinzessin fühlte sich in ihrer Privatsphäre verletzt, vor allem die Fotos auf welchen ihre Kinder abgebildet waren, wollte sie nicht in den Medien wiederfinden. Auch eine Person der Öffentlichkeit verdient ungestörte Privatsphäre, die nicht in aller Munde diskutiert wird, vertrat die Fürstentochter und zog gemeinsam mit ihrem Ehemann Ernst August von Hannover und dem Anwalt Prof. Dr. Matthias Prinz vor Gericht. Der Prozess zog sich durch unterschiedliche Instanzen. Angefangen vom Bundesgerichtshof im Jahr 1995 bis hin zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, große Kammer (EGMR, große Kammer), wo am 7. Februar 2012 das Urteil gesprochen wurde.

Ein langjähriger Prozess, der zu Jubel und Entrüstung sowohl seitens Caroline von Hannover als auch der Presse führte, da sich der deutsche Bundesgerichtshof und der EGMR im Urteil unterschieden. So obliegt die Entscheidung wer zur absoluten Person des Zeitgeschehens gehört, laut Rechtsprechung des BVerfG vor 2004, der Presse während der EGMR die Definition der „absoluten“ Person des Zeitgeschehens in Frage stellte und unabhängig davon beschloss, dass die Privatsphäre in jedem Fall geschützt werden soll. Außerdem waren sich beide Höfe uneinig darin ob die Berichterstattung der Unterhaltung, der Öffentlichkeit dienen darf und diese zur Meinungsbildung wichtig ist. Der BVerfG sprach sich für die Unterhaltung aus während der EGMR die Berichterstattung über Personen im öffentlichen Leben nur eingeschränkt genehmigte.

Dies sorgte vor allem bei der deutschen Presselandschaft für Verwirrung, da Deutschland laut Vertrag den Urteilen des EGMR folgen muss, es seiden es liegt eine aussagekräftige Begründung vor. In diesem Zug appellierten 60 Chefredakteure und Zeitschriftenverleger mittels einer bundesweiten Kampagne im Jahr 2004 an das Bundeskabinett. Mit dem Leitsatz, „Herr Bundeskanzler, stoppen sie die Zensur sprachen sie sich für klare Verhältnisse aus, da sie durch das Urteil der EGMR befürchteten, Ereignisse die die Öffentlichkeit nicht nur interessieren sondern auch tangieren nicht mehr thematisieren. Politiker und andere Prominente seien zwar an der positiven Berichterstattung interessiert, da sie mit ihrer Hilfe Ruhm erhalten, befinden sie sich aber durch eigenes Fehlverhalten auf der Anklagebank wollen sie davon nichts in den öffentlichen Medien sehen. Das käme gerade Politikern zugute vor allem Gerhard Schröder dem damaligen Bundeskanzler, der sich immer wieder über die Vorgehensweise der Presse aussprach.

Da sich die Berichterstattung aufgrund von Unsicherheiten nach dem Caroline-Urteil nicht wirklich veränderte, stellte der EGMR 2012 ein Konzept auf, das klärte wann welche Berichte aufgrund öffentlichem Interesse zulässig sind und wann nicht. So darf das Privatleben eines Prominenten nicht zur Unterhaltung dienen aber zur Meinungsbildung.

Nicht nur die Gesetzeslage hat sich durch die Caroline-Urteile verändert, auch der Pressekodex, der für jeden Journalisten als Leitfaden dient wurde 2013 angepasst. Ziffer 8 des Pressekodex, welche sich mit dem Schutz der Persönlichkeit befasst weißt in der Fassung vom 13.03.2013 im Vergleich zur Fassung vom 27.11.1991 im Bezug auf Prominente Veränderungen auf. Ziffer 8 aus dem Jahr 1991 ist kürzer und weniger detailliert formuliert als die Neuverfassung aus dem Jahr 2013. Außerdem steht im Jahr 2013 die Persönlichkeitsrechte im Vordergrund. So hieß es im Jahr 1991 „Dabei ist zu prüfen, ob durch eine Veröffentlichung Persönlichkeitsrechte Unbeteiligter verletzt werden.“ während man 2013 davon sprach, dass das Informationsinteresse der Öffentlichkeit dem Schutzinteresse des Menschen überwiegen muss. Ebenso wurden drei weitere Punkte der Ziffer 8 hinzugefügt, die unter anderem das Sensationsinteresse definieren und die Persönlichkeitsrechte explizierter schützen.

Die Berichterstattung von Prominenten ist noch heute ein Thema, das immer wieder in Diskussion steht. Gerade in Hinblick auf die digitalen Medienwelt, da es heutzutage einfacher den je ist private Einblicke, aus dem Leben der Prominenz zu erhalten oder gar zu verbreiten. Es bleibt spannend wie sich die nächsten Jahre der Presse und Berichterstattung entwickeln. Schwierig bleibt es allemal, da in der Pressefreiheit und dem Persönlichkeitsrecht, zwei Welten aufeinander prasseln.

Sahra-Latifa Warrelmann

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Caroline-Urteile

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/caroline-urteil-die-neue-relativitaets-theorie-des-bgh-a-470271.html

http://journalistik-journal.lookingintomedia.com/?p=57

https://www.welt.de/vermischtes/article1812541/Verfassungsgericht-staerkt-Pressefreiheit.html

http://www.zaoerv.de/65_2005/65_2005_1_b_239_256.pdf

http://www.mainzer-medieninstitut.de/veranstaltungen/2004-10-22-caroline-urteil-des-egmr.php

https://www.berliner-zeitung.de/pressefreiheit-versus-persoenlichkeitsrecht-caroline-urteil—ein-strassburger-gericht-hat-die-moeglichkeiten-eingeschraenkt–ueber-prominente-zu-berichten–deutsche-verleger-und-journalisten-fuerchten-zensur–die-bundesregierung-soll-berufung-einlegen–15539376

http://www.taz.de/!5101241/

http://www.budrich-journals.de/index.php/gwp/article/view/8090

https://de.wikipedia.org/wiki/Caroline_von_Hannover

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Gerechtigkeit im Kleid verpackt

Wo keine Gerechtigkeit ist, ist keine Freiheit und wo keine Freiheit ist, ist keine Gerechtigkeit.“    

                                                                                          Johann Gottfried Seume (1763 -1810)

           deutscher Schriftsteller, Philosoph, Reisender ein Bauernsohn mit vielen Talenten.

Wir nutzen Bäume um daraus Papier herzustellen, das dann für unzählige Anträge verwendet wird.

Anstatt diesen unsinnigen Papierwahnsinn zu stoppen und mittels unseres Verstandes eine Alternative zum Geld zu finden, zerstören wir Lebensräume und nehmen uns das Wichtigste, was wir haben. Die Luft zum atmen.

Wie wird unsere Welt wohl aussehen, ohne Pflanzen, Tiere und sonstiges Ökosystem, das dafür sorgt, dass wir überhaupt existieren können. Wir jagen Tiere einfach nur des Status wegen. Für unsere Kosmetik müssen zahlreich gezüchtete Arten sterben. Einfach nur, damit wir uns das Gesicht anpinseln können oder mit weicher Haut überzeugen können. Wegen des maßlosen Konsums sterben Arten aus, sind die Meere überfischt und dreckig. Zig Küken werden einfach geschreddert, weil es uns wichtiger ist, dass wir günstig alle Zeit und überall Lebensmittel kaufen können. Ob wir sie dann auch brauchen sei dahingestellt. Weil wir gar keinen Bezug mehr zu unseren Konsumgütern haben und es für selbstverständlich erachten, dass wir nur zum nächsten Einkaufzentrum laufen müssen, damit all unsere Wünsche erfüllt werden, bekommen wir gar nicht mehr mit, dass die Menschen, die jeden Tag stundenlang in kleinen, kaum belüfteten alten und brüchigen Fabrikhallen, für unser 5 Euro T-Shirt, vor die Hunde gehen.

Jeden Tag laufen Massen durch die Straßen der Dörfer und Städten. Sie rennen von der Arbeitsstelle nach Hause. Von zu Hause steigen sie schnell in ihre Autos um nur mal eben schnell zum Supermarkt zu fahren. Alles wird schnell erledigt und für nichts bleibt Zeit. Der Tag sollte 48 Stunden haben aber selbst die würden nicht ausreichen um das Pensum zu erfüllen, das erfordert ist.

Ständig bleibt etwas liegen, ständig glauben wir nicht alles erreicht zu haben. Selbst wenn wir unsere Ziele erreicht haben, können wir uns nicht zurück legen. Schließlich müssen wir den erfüllten Traum festhalten. Wir dürfen ja nicht mehr nach unten fallen. Nicht mehr wie zuvor hart arbeiten müssen um das Haus finanzieren zu können oder in den langersehnten Urlaub zu reisen. Auch für die Konsole, die wir schon lange im Auge hatten, wollen wir nicht mehr so hart sparen. Also arbeiten wir noch mehr, haben noch weniger Zeit und streben gleichzeitig nach noch höheren Zielen, die noch mehr Leistung fordern. Das Leben ist eben hart. Das wissen wir alle. Es ist kein Kinderspiel, doch vor allem ist es wie es ist!

Aber warum traurig sein? Warum sich deswegen runter ziehen lassen? Schließlich ist doch alles wunderbar. Zumindest zeigen das die Medien. Denn dort verhilft das lila, rote und blau gepunktete Lippenbalsam zu strahlenden Lippen. Sexy und verführerisch aber das Beste kommt erst noch, er ist ganz und gar von natürlichen Ressourcen, vegan und BIO. WOW, ein solches Produkt kann doch nur Freude in einem hervorrufen. Hat das vollkommen überteuerte Lippenbalsam nicht unser Gemüt erhellt, dann schaffen das sicherlich die unzähligen Werbebanner, die das Straßenbild zieren. Überall wo man hinschaut, will irgendjemand etwas von uns. Ob es der komisch schauende Politiker ist, der mit seinem steifen Lächeln, suggerieren will, das er und seine Partei die richtige Wahl zur Veränderung ist oder das überglückliche Paar, das natürlich perfekt durch trainiert in Badekleidung zur Buchung eines reduzierten Traumurlaubs animiert.

Welch ein Wunder das wir bei all der Reizüberflutung nicht mehr in der Lage sind durchzuatmen, für uns zu sein und mal in Ruhe über die eigene Meinung und Werte nachzudenken. So ist es bei all dem Stress klar, dass man sich nicht mehr dafür interessiert, dass täglich Menschen für unseren Konsum sterben. Es ist ja schon Normalität.

Seitdem ich klein bin, höre ich in den Nachrichten von Krieg, von irgendwelchen Meinungsverschiedenheiten, von Promis die Kinder bekommen haben und Terroristen. Ich sehe Bilder von dünnen dunkelhäutigen Kindern, die mit Blähbauch und Fliege im Auge, mir zu verstehen geben, dass sie gerade dabei sind zu verhungern. Wie soll mich heute ein Bild von einem Kind, das gerade tot vom Meer an den Strand angespült wurde erschrecken? Das schockiert mich nicht, das überfliege ich während den Morgennachrichten. Da rege ich mich dann ne Stunde wieder auf, dass so ein Bild schon gleich mal meinen Tag versaut hat. Warum strahlen die das auch wochenlang aus. Gibt es denn nichts anderes mehr. Ja, es ist traurig, aber ja das passiert halt jeden Tag. Es kann halt nicht jeder überleben und außerdem ist es ja so weit weg. Warum sollte es mich dann interessieren? Fuck! Mein Bus, ich komme zu spät.

Und schon habe ich das Kind wieder vergessen. Schon bin ich wieder im Kreislauf. Ich laufe mit. Ich mache mit. Ich wundere mich über die Zustände in der Welt, ich beschwere mich, rege mich auf, dennoch bin ich nicht bereit, nein mir fällt es nicht mal auf, dass ich ein Teil des Ganzen bin.

Vielleicht weiß ich es irgendwo tief in mir, dass die Welt am Arsch ist, ja vielleicht stört es mich sogar. Dennoch steige ich morgen wieder in den Bus ein und verschwende 10 Minuten meines Lebens in welchen ich mich über die verspätete Bahn aufrege, anstatt mich zu fragen warum wir nicht alle mal einen Gang runter schalten können.

Warum können wir nicht ehrlich miteinander umgehen? Warum führen wir Kriege, die gar nicht unsere sind, von welchen wir nicht einmal die Details kennen? Warum verteidigen wir Menschen, die unser Geld rauben, die keine Versprechen einhalten können und sich am Morgen wenig für den Arbeiter interessieren, der sich täglich widerstandslos kaputt ackert und dafür lediglich gut leben möchte. Er möchte Entscheidungen treffen und nicht wie ein kleines Kind, alles vor den Tisch gesetzt bekommen.

Wir legen unser Verantwortung in Menschen, die auch nur Menschen sind. Die leider auch wie wir, am Morgen eher in Gedanken bei ihren Sorgen sind, als bei den Problemen der Menschheit.

Vielleicht sehen wir Menschen irgendwann, dass wir alle nur Menschen sind, wir machen alle Fehler. Aber um die Fehler zu beheben und aus ihnen zu lernen, reicht es nicht nur über sie zu reden und sie hinzunehmen. Es reicht nicht zu sagen, es ist halt so. Man lernt erst aus Fehlern, wenn man beginnt sein Verhalten zu ändern.

Haben wir nicht in all den Jahrhunderten gelernt, dass sich die Geschichte wiederholt.

Ein Königreich beutet das Andere aus, Stämme schlachten sich gegenseitig aus, Kulturen gehen unter weil sie ihre Umwelt zerstören, Ländern rauben und vergewaltigen die Frauen und Kinder, der Gegner wegen Ressourcen, die irgendjemand mal als besonders wertvoll abgestempelt hat. Nationen unterdrücken sich und Systeme betrügen und lügen. Das ist nichts Neues. Das gab es schon immer. Sollten wir das nicht langsam leid sein?

Anstatt immer wieder aufeinander einzuhacken, sich aufzustacheln und provozieren, wäre es nicht toll, wenn man gemeinsam beginnen würde aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen?

Sind wir schließlich nicht Menschen?

Wir sagen doch immer, wir sind besser als die Tiere. Wir stellen uns in jeder Hinsicht über sie, dennoch nutzen wir kaum, das was uns von den anderen Lebewesen unterscheidet. Unser Gehirn wird täglich abgeschaltet. Wir wollen es gar nicht nutzen. Nicht umsonst boomt der Kapitalismus. Mit der Reizüberflutung, dem von a nach b hechten, ständig etwas unternehmen, schaffen wir doch eines, wir schalten uns ab.

Unsere Gedanken sind täglich mit Dingen gefüllt, die eigentlich gar nichts mit uns zu tun haben. Was sollte es mich interessieren was mein Nachbar oder Kollege denkt, wenn ich dieses Kleidungsstück trage oder wenn ich meine Musik zu laut höre? Ich sollte mich lieber fragen, warum trage ich das und warum muss ich jetzt so laut Musik hören? Wie würde es mir ergehen, wenn jemand plötzlich nachts um drei voll aufdreht?

Durch Empathie erhalten wir nicht nur mehr Verständnis für unsere Umgebung sondern auch für uns selbst. Wodurch wir erkennen, dass wir erst etwas verändern können, wenn wir verstehen, dass wir genauso mit unserer Umwelt umgehen sollten, wie wir selbst behandelt werden wollen.

In diesem Sinne, euch einen schönen Tag ❤

Nimmt euch Ruhe und genießt die Zeit, die ihr habt.

Love and Peace

Sahra Latifa Warrelmann

In der Sprache steckt der Rassismus… Die Angst auf allen Seiten!

Hallo Mensch,

ich möchte dich auf eine kleine Reise mitnehmen. Eine Reise in eine andere Welt, die dir vielleicht bekannt aber irgendwo verschlossen ist. Du brauchst dafür kein Gepäck, kein Geld oder ein Ticket, alles was du brauchst, ist deine Vorstellungskraft.

Stell dir vor, du bist gerade einmal ein paar Monate alt. Deine Eltern haben dich voller stolz erwartet. Sie halten dich in ihren Armen und freuen sich über jedes Lächeln, das über dein Gesicht huscht. Ich liebe dich, sagen sie dir und wollen dich kaum aus den Händen legen. Du wächst in einem behüteten Umfeld auf. Du eignest dir das Laufen, Springen, Essen und Sprechen an. Von deiner Familie lernst du Worte aneinander zu reihen und zu Sätzen zu formen. Natürlich sprichst du in der Sprache deiner Umgebung. Das Wort der Mutter. Du lernst dich auszudrücken und zu verständigen. All das passiert rasant, da dein „kleines“ Gehirn schnell neue Bahnen knüpfen kann.

Nun bist du sechs Jahre alt, die Einschulung steht kurz bevor. Ganz aufgeregt freust du dich auf dein neuen Alltag. Die Schule ist für dich vergleichbar mit einem Schloss, dass dir ermöglicht deine Fähigkeiten auszubauen. Du lernst zu schreiben, zu rechnen und befasst dich spielerisch mit dem Lösen von Aufgaben. Der erste Schultag steht kurz bevor. Am Abend zuvor konntest du kaum deine Augen schließen. Mehrere Male betrachtest du deinen neuen Schulranzen, der mit allen möglichen Dingen, die du zum Lernen brauchst gefüllt ist. Auch deine Kleidung strahlt vor Glanz. Dein Eltern hatten sich abgemüht, um dir eine neue Schulkleidung kaufen zu können. Noch vor zwei Tagen, stand deine Mutter im Zimmer und wusch mit ihren Händen deine neuen Hosen und bügelte dein Hemd faltenfrei.

Noch ein paar Minuten, dann darfst du das Schulgebäude betreten. Du bist ganz aufgeregt und wartest mit den anderen 1. Erstklässlern vor den scheinbar riesigen Schultüren, bis dein Name aufgerufen wird und du einer Klasse eingeteilt wirst. Endlich sitzt du im Klassenzimmer. Die Lehrerin tritt in dein neues Klassenzimmer, was ab heute dein zuhause, für ein paar Stunden am Tag sein wird. Sie begrüßt euch, doch du verstehst nichts. Du bist verwundert, fragst dich ob du dich verhört hast oder vielleicht in der falschen Klasse bist. Auch die anderen Kinder schauen verwirrt umher. Erneut spricht die Lehrerin etwas in einer Sprache, die du nicht verstehst. Plötzlich fällt dir der Ausflug, in die Stadt mit deinem Vater ein, dort hatte er mit einem Geschäftsmann in dieser unbekannten Sprache gesprochen. Nach ein paar Sekunden klärt die Lehrerin, euch auf. In der Sprache, die du zuhause gelernt hast und jeder in deiner Umgebung sprichst, sagst sie dir, dass nun mehr nicht die Sprache deiner Eltern deine Muttersprache ist, sondern die Sprache, die sie eben gesprochen hatte. Du verstehst zwar ihre Worte, aber kannst den Sinn nicht nachvollziehen. Wie kann eine Sprache, die dir fremd ist nun deine Muttersprache sein?  Wie sollst du so schnell lernen und verstehen?

Du stellst der Lehrerin, die Fragen, die dich beschäftigen. Mit einem Lächeln antwortet sie dir:Ich verstehe dich, doch unsere Muttersprache wird nicht als Amtssprache akzeptiert. Wir müssen eine Sprache sprechen, die Menschen sprechen, die wir nie zu vor gesehen haben!“ Warum, fragst du dich. Auch auf diese Frage hat die Lehrerin eine Antwort:

Weißt du, vor einigen Jahrzehnten, kamen Männer in unsere Land. Sie nahmen uns alle Rechte, versklavten unsere Frauen, Kinder und Männer. Sie sprachen uns das Leben ab. Mit ihren Waffen, töteten sie jeden, der nicht ihre Religion und Kultur annehmen wollte. Sie zerrissen Familien und verschifften Menschen in andere Länder. Sie nahmen ihnen Heimat, Rechte und Freiheit. Es gab nicht mal einen Grund, sie sahen es als ihrer Bestimmung. Sie besiedelten unsere Länder und zwangen uns ihre Sprache zu sprechen. Wer sich weigerte musste sterben oder wurde gefoltert.“

Die ganze Klasse ist still bei den Worten der Lehrerin. Ein Junge in der letzten Reihe bricht das Schweigen. „Warum müssen wir noch heute ihre Sprache sprechen, wenn diese Männer schon längst tot und weg sind?“ Wieder lächelte die Lehrerin und antwortete:

Weil die Nachfahren der Männer noch immer glauben, wir wären nicht fähig alleine zu leben. Sie glauben wir bräuchten ihre Hilfe um zivilisiert zu sein. Sie glauben, wir hätten nur einen Überlebenschance wenn wir sind wie sie. Erst wenn wir arbeiten, schlafen, sprechen und glauben wie sie es tun, werden sie uns als Menschen ansehen. Doch in Wirklichkeit ist es nur ein Vorwand. Sie sehen uns niemals als Menschen an. Wir sind die zweite Klasse, wir sind die Menschen, die nicht mal in den Schulen ihre eigene Sprache lehren dürfen. Wir werden noch heute von Länder beherrscht die Kilometer von uns entfernt sind. Die niemals in unseren Regionen gelebt haben, die nicht wissen, wie wir unseren Alltag gestalten, welche Probleme wir behandeln müssen, welche Anforderungen wir meistern müssen und letztendlich wer wir überhaupt sind. Sie haben uns eine Identität gegeben und uns unsere eigene entzogen. Sie nehmen uns unsere Ressourcen und schüren Hass in unsere Gemeinden. Noch heute drohen Sie uns mit Tod und Leid, benehmen wir uns nicht nach ihren Maßstäben.

Sie lassen, Männer und Frauen an ihren Grenzen ertrinken, die nichts weiter als ein Recht auf Leben wollen, aber kommen in unsere Länder und benehmen sich als wäre unser Kontinent ein Einkaufsgeschäft. Als könnten sie sich alles nehmen, denn es steht ihnen „ja“ alles zu. Bis heute wissen wir nicht, warum sie glauben diese Rechte zu besitzen. Sie bestimmen über richtig und falsch nach ihren Maßstäben und lassen andere Ansichten gar nicht zu. Denn schließlich sind, sie das zivilisierte Volk. Ein Volk, für das Geld mehr bedeutet als der Mensch.

Ich liebe Schüler, muss euch heute eine Sprache lehren und Geschichten erzählen, die nicht unsere sind, weil ein Teil der Welt denkt, Gott zu sein.

Ihr liebe Schüler müsst mit dem Glauben aufwachsen, ihr seid nur Kinder und später Männer und Frauen zweiter Klasse. Ihr werdet niemals die Möglichkeit auf ein Studium, eine Arbeit oder Ausbildung bekommen, weil ihr niemals genug Geld verdienen werdet. Warum? Weil wir noch immer Sklaven der sogenannten ersten Welt sind.“

Lieber Reisender,

ich habe dich in eine Welt mitgenommen, die echt ist. Es ist unsere Welt. Auf meinen Reisen durch die Geschichte der Menschen bin ich auf unterschiedliche Personen, mit verschiedenen Erfahrungen gestoßen. Ich habe Leid gesehen, habe die Wahrheit gespürt und die Realität erkannt.

Mir wurde in der Schule beigebracht, Afrika sei der arme Kontinent voller Krieg, Leid und Hunger. Die Menschen dort seien entweder, Vergewaltiger, Mörder und andere Kriminelle oder arme verwaiste Kinder. In den Medien wurde ich zeit meines Lebens von Bilder überschüttet, die Blähbauch zeigten, Leichenstücke und Löwen, wenn es um Afrika ging. Noch heute glaubt so mancher Afrika ist ein Land und kein Kontinent bestehend aus 54 Länder. Viele wissen nicht einmal, dass jede einzelne Nation ihre eigene Kultur, Sprache und Entwicklung hat. Die meisten glauben, alle sind schwarz und gleich. Sie glauben, die Bewohner dieses Kontinents kennen nichts außer Elend und Leid und wären ausschließlich zu Gewalttaten fähig. Sie hätten aufgrund ihrer Armut keine Bildung, kein Wissen und keine Fähigkeiten. Für mich war es selbstverständlich dass in den ehemaligen Kolonien, die Sprache der Kolonialländer gesprochen wurde. Ich sah es immer als praktisch an, mit dunkelhäutigen in Englisch, Französisch oder deutsch sprechen zu können. Ich hatte mich nie gefragt, was ihre Muttersprache ist und warum sie so gut eine europäische Sprache sprechen können.

Es war doch klar. Aber wenn ich mir vorstelle, ich wäre mit Deutsch im Kindergarten und zu Hause aufgewachsen und in der Schule müsste ich plötzliche Mandinka, Idoma oder arabisch sprechen, würde ich mir auch total dumm vorkommen.

Denn, was wir alle vergessen ist:

Im Kontinent Afrika, gibt es sicherlich Menschen, die durch die von Europa und Amerika geschürten Kriege, nun psychisch gestört sind und ihre Landsleute und andere töten, misshandeln und Missbrauchen oder einfach schon mit einem gewissen Gewaltpotenzial geboren werden. Doch bei der Anzahl der Menschen, ist das nur ein kleiner Prozentsatz. Es gibt solche und solche. Was der Großteil von ihnen allerdings nicht ist, ist dumm.

Wenn ich mir überlege, dass die meisten von ihnen 4- 7 Sprachen fließend sprechen, mit ihren Händen, Plantagen pflegen, Häuser bauen, Straßen und Städte planen und das all ohne Hilfsmittel wie wir sie in der westlichen Welt kennen, dann muss ich meinen imaginären Hut vor Respekt ziehen.

Ich schaffe es nicht einmal für das Abitur eine dritte Sprache fließend zu lernen, weil es meinen Verstand überfordert. Ich kann mir auch nicht zutrauen, ein komplettes Haus mit Wasserversorgung und Elektrizität zu bauen ohne einen Techniker oder das Internet um Hilfe zu bitten. Ich wüsste nicht einmal wie ich aus den Rohstoffen brauchbare Wände formen könnte.

Wir haben hier in der „ersten Welt“ alle Privilegien und müssen kaum noch irgendetwas selbst tun. Ein Besuch im Supermarkt und schon ist für Nahrung gesorgt, beim Arzt wird auf unsere Gesundheit geachtet, die öffentlichen Verkehrsmittel, das Auto und andere Fahrzeuge bringen uns von A nach B, wir sind überall mit Menschen durch das Internet verbunden, unsere Heizung hält uns warm, nicht einmal laufen müssen wir noch, bei den neu modernen Spielzeugen, mit denen unsere Kinder durch die Straßen ziehen.

Wir haben alles was wir brauchen und darüber hinaus. Selten müssen wir unser Gehirn wirklich anstrengen und tatsächlich für unser Überleben kämpfen.

Oder wann bist du das letzte Mal auf offener Straße mit einer Waffe bedroht wurden? Wann hast du dich das letzte Mal vor einem Bombenhagel verstecken müssen? Ist bei dir auch gestern einfach jemand in dein Haus eingebrochen und hat deine Familie, vor deinen Augen getötet, vergewaltigt und gefoltert? Musstest du heute morgen auch um 3 Uhr aufstehen, um dir sauberes Wasser am Fluss 10 km von dir entfernt, zu schöpfen? Hast du auch das letzte Mal vor 3 Monaten entscheiden können ob du Saft oder Wasser trinkst, weil kein Geld da ist? Wirst du heute auch den Beamten mit deinem letzten Geld bezahlen, dass du sicher in die nächste Stadt reißen darfst? Müssen deine Kinder heute wieder für einen Euro Landsleute und Touristen die Beine breit machen, damit die Familie essen kann? Wenn du abends auf den Weg nach Hause bist, hast du dann auch Angst, dass wie gestern ein guter Freund, auch du entführt wirst, aufgeschnitten und deine Organe entnommen werden, weil in irgendeinem Land, jemand eine neue Niere braucht und dafür Millionen zahlen kann, dem es vollkommen egal ist, woher das Organ stammt?

Ich weiß nicht, wenn ich jeden Tag mit der Bahn fahre, von A nach B komme, ist meine größte Sorge ob die Bahn oder der Bus mal wieder Verspätung hat. Ganz schlimme Ängste bekomme ich zu Verkaufsoffenen Sonntagen. Ein Familienfest für groß und klein. Wenn alle am siebten Tag in die Stadt rennen. Weil es Luftballons und Rabatte gibt, kauft sich manch einer irgendetwas, von dem er noch gestern gesagt hat: „oh das brauche ich nicht und ist eigentlich zu teuer.“ Was mir daran Angst macht ist, dass von Montags bis Samstags und in manchen Regionen auch bis Sonntags, die Geschäfte geöffnet sind und somit fast jederzeit die Möglichkeit geboten wird, die Stadt aufzusuchen und shoppen zu gehen. An Verkaufsoffenen Sonntagen, wird die Zeit nicht in Ruhe mit der Familie genutzt, nein sie wird zum sinnlosen Geldausgeben mit der Familie genutzt. Juhu. Jedem das seine, warum es mich nervt und ich Ängste bekomme ist:

Alles ist voller Menschen und mein Bus hat Verspätung, weshalb ich meine Anschlussbahn nicht bekomme und wie du ja von meinen vorherigen Worten weißt, ist die Sorge eine Bahn zu verpassen meine größte und einzige Angst. Ich habe sogar mal einen gesehen, der vor Angst, die Bahn könnte nicht kommen, 20 Minuten verärgert und wütend ins Telefon brüllte. 20 Minuten brauchte er, um den Schock der verpassten Bahn zu verdauen.

Ein paar Wochen zuvor war ich in einem Einkaufsgeschäft, auf der Suche nach einem Deo, lief mir eine Mutter mit 2 Kindern entgegen. Das kleinere Kind stand in der Spielzugabteilung und wollte irgendwas glänzendes haben. Seite Mutter lehnte das ab und bat ihm zu folgen. Sie durchquerten die Regale, als der ältere Junge fragte: Mama warum sind wir hier, wenn wir nichts brauchen?“ (Kinder sind sooo intelligent) Da meinte die Mutter plump: „Wir brauchen nichts, aber vielleicht könnten wir ja was gebrauchen.“

Dabei huschte ein Lächeln über mein Gesicht. Wir könnten ja was gebrauchen! Ja ich meine wenn man Langeweile hat, sein Geld ausgeben will und seine Lebenszeit mit dem kaufen von sinnlosen Dingen, die man in seiner Wohnung horten kann, nutzen will, ja gerne. Aber warum behauptet dann die Bevölkerung, sie wäre arm? Es ginge ihnen so schlecht?
Es geht uns so schlecht, dass der Großteil sogar noch Sonntags shoppen kann und somit die Wirtschaft ankurbelt. Selbst der Harz 4 Empfänger nimmt bei solchen Veranstaltungen teil und der Obdachlose profitiert durch die kauffreudigen Massen.

Vor ein paar Wochen bekam ich eine Nachricht eines deutschen Bürgers… ich erwähne das, weil es die erste ehrliche Antwort ist, die ich seit der ganzen Flüchtlingsdebatte und Islampropaganda gehört habe.

Er sagte er hätte nichts gegen die ankommenden Menschen, er glaubt auch nicht dass jeder einzelne böse ist und ihm sein Leben nehmen wird. Es gibt viele, die einfach nur ein besseres Leben wollen und das hier in Deutschland. Wer kann ihnen das schon verübeln. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass sie uns vertreiben werden. (Bei diesem Satz wollte ich schon aufhören zu lesen, weil ich dachte es würde sich wieder um eine dieser Hetztiraden handeln, aber ich las weiter.) Sie werden uns vielleicht nicht mit Waffen vertreiben aber mit Intelligenz. Die Menschen, die hier hergekommen sind, haben gelernt zu überleben und das unter den schlimmsten Umständen. Sie haben Dinge gesehen, die wir nun durch das Fernsehen kennen und stehen dennoch gerade da. Das sind starke Menschen, die zu besseren Gegebenheiten, noch größere Taten vollbringen können.Während unserer Jugend beigebracht wird zu folgen. Sie verblöden durch Medien, haben keinen Bezug mehr zu der Realität und müssen sich durch das was sie besitzen profilieren. Sie wissen nicht was es bedeutet zu leiden oder auf etwas zu verzichten, da die meisten alles haben und noch mehr. Und wenn es heißt der Stärkerer gewinnt, dann wären es sicherlich nicht sie.

Mir gaben die Worte sehr zudenken, weshalb ich auch für mich beschloss die andere Seite zu sehen, mich mit Menschen aus Afrika beschäftigte. Denn auch wenn ich selbst halb Afroirgendwas bin, habe ich die Kultur so nicht erlebt. Ich bin in den Genuss der europäischen Erziehung gekommen.

Ich lernte Menschen aus unterschiedlichen Ländern kennen und ich war überrascht und bin es an manchen stellen immer noch. All das was ich gelernt hatte, traf nicht zu.

Ich wurde nicht in einem Flüchtlingsheim vergewaltigt oder musste bei einem Moslem still in der Ecke sitzen. Ich wurde nicht geschlagen oder bedroht. Jeder von ihnen war/ist respektvoll und verständnisvoll. Natürlich unterscheiden sich unsere Kulturen sehr.

Es gab Momente wo ich dachte, okay jetzt haut der mir eine in die Fresse oder ist total aggressiv, aber das war gar nicht so. Es war die Art zu gestikulieren und etwas zu formulieren, die ich nicht kannte. Natürlich gab es auch wegen der Sprache Missverständnisse, die manchmal zu hitzigen Diskussionen führten, wo wir dann am Ende merkten, dass wir uns nicht beleidigen wollten sondern eigentlich zustimmten. Hätten nicht beide Seiten versucht die Missverständnisse durch andere Worte, Übersetzer und Co aus der Welt zu schaffen, hätten so mache Gespräche sicherlich bei mir den Eindruck hinterlassen, dass der ein oder andere mega einen an der Klatsche hat. Natürlich haben sie in manchen Dingen unterschiedliche Ansichten, aber das habe ich auch mit meinem Nachbar und dennoch mag ich ihn. Ja das ist halt so bei Individuen.

Ich habe in den letzten Monaten viel gelernt unter anderem:

– Wir Europäer sind nicht unschuldig

– Afrika ist nicht unschuldig

– Der Mensch ist nicht unschuldig

Und wir haben alle aus unterschiedlichen Gründen Angst miteinander zu kommunizieren. Der Deutsche fürchtet sich vor dem Afrikaner und Muslimen, der das Land einnehmen kann und der Afrikaner und Muslime fürchtet sich vor dem Deutschen, der sein Geld dazu nutzt mit Waffen Krieg anzuzetteln.

Jeder hat einen Grund sich zu hassen oder besser zu sein als der andere. Jede Seite glaubt im Recht zu stehen und über Fairness zu entscheiden. Fakt ist, beide Seiten agieren vollkommen Falsch.

Wir sollten aufeinander zu gehen, aufhören uns irgendwas in die Schuhe zu schieben. Anfangen einander zuzuhören und endlich für Gleichheit einstehen. Wir sollten beginnen uns mit der Wahrheit auseinanderzusetzen und nicht jeden Tag uns mit Lügen zu dröhnen. Wobei viele mittlerweile den Fernseher nicht mehr anschalten können, weil sie wissen es kommt nur Schrott darin.

Trauen wir uns doch zu sagen wovon wir uns fürchten.

Sagen wir endlich uns macht Angst, dass sich alles rasant verändert. Dass Arbeit alles ist, Firmen über Gesetze entscheiden und alle scheinbar den Bach runter geht. Sagen wir endlich, dass wir es nicht in Ordnung finden, dass geisteskranke Menschen gewählt werden müssen, damit überhaupt jemand merkt, dass was schief ist. Sagen wir doch, dass wir nicht aus Protest wählen wollen, sondern weil wir tatsächlich eine Wahl haben.

Warum geben wir nicht zu, dass ein Großteil der westlichen Bevölkerung, schon ein Kreuzchen gesetzt hat und auf die Rente besser den Tot wartet? Weshalb können wir nicht sagen, dass ein Wochenende nicht reicht um sich auszuruhen und mit dem Stress zurecht zu kommen?

Nein da erfinden wir lieber Slogans wie „Lebe im Moment“, kreieren Bezirke wie den Silicon valley, wo Menschen schon bei ihrer Arbeit leben und für den Schlafplatz, die Lebensmittel ein halbes Vermögen ausgeben und dann behaupten frei zu sein. Wir schreien nach Freiheit, Individualität und Veränderungen in den Systemen aber wagen uns nicht die Schritte dafür zu gehen.

Egal ob schwarz oder weiß, aus Amerika, Afrika, Europa, Asien oder Australien, warum lassen wir zu, dass wir uns vom Geld versklaven? Warum machen wir all das mit? Und warum ist unsere Furcht vor der Veränderung und damit den Verlust der Sicherheit größer als der Wunsch nach Freiheit und Glück?

Es reicht nicht Ratgeber über das Glück und Frieden zu lesen, erst unsere Taten lassen unsere Worte wahr werden.

Anstatt uns anzufeinden und Dinge zu finden warum wir uns hassen und damit unser aller Leben durch, Terror, Gewalt, Psychoterror, Krieg, Mord usw. zu erschweren, könnten wir doch mal Anfangen die Energie in Lösungen zu stecken? Anfangen Gemeinsamkeiten zu finden und diese Auszubauen? Anstatt permanent an den Fehlern zu zerbrechen?!

Ich finde es schade, dass wir weltweit versagen, doch noch schlimmer finde ich, dass wir glauben alle dabei im Recht zu liegen.

Noch ein kleiner Gedankenanstoß:

Ein weiser Mann sagte mir einmal folgendes:

Seitdem der weiße Mann, den schwarzen Mann als Frei gesprochen hat, bezeichnet er ihn als böse, unmündig und dumm. Er hat ihm zwar die Freiheit geschenkt, aber sein Leben kontrolliert er immer noch.“


Was haltet ihr von dieser Aussage?

Nun könnte ich ewig über Rassismus, die folgen der Industrialisierung und des Imperialismus schreiben, denn das Thema ist weitläufig und kontrovers. Es trägt viele Lügen aber auch Wahrheit. Es darf nicht nur von einer Seite betrachtet werden. Doch eines steht für mich fest, wer die letzten Jahrhunderte verdrängt und glaubt, die Geschichte würde sich nicht wiederholen oder sei Grund für die heutige Situation, der ist blind und wird niemals in der Lage sein, etwas zu verändern.

Wir müssen verstehen lernen, dass unser Handeln folgen hat und nicht nur für uns. Alles hat eine Auswirkung und wenn ich dich Konsequenzen heute nicht spüre, kann ich mir dennoch sicher sein, dass ich oder ein anderer sie irgendwann spüren wird.

Deswegen, ist Ehrlichkeit, Offenheit und Wahrheit der Schlüssel zum Frieden und wenn wir wollen können wir alle das noch erleben… oder was denkt ihr?

Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag 🙂 Genießt den Frühling und die Sonnenstrahlen.

Behandelt jeden, wie ihr selbst behandelt werden wollt und nutzt das Leben 🙂

Liebe Grüße Peace and Love   (Fight for peacefull (R)Evolution! Fight for Freedom. And be a peacefull warrior)

Sahra Warrelmann   

Titelbild Copyright by SWNaturalart

Mögliche Konflikte in Deutschland

Meine Recherche über die möglichen Konflikte in Deutschland startete im Internet. Das WWW sollte mir dabei helfen, DIE Konflikte in Deutschland zu finden. Doch die Ergebnisse  der Suchmaschinen waren ernüchternd. Veraltete Nachrichtenartikel und irgendwelche Länder die in Frieden leben, war das Resultat des Internets.

Nachdem ich meine Suche spezifizierte und den Satz „Probleme in Deutschland“ eingab, präsentierte die Suchmaschine folgende Resultate:

Der Fokus bezeichnete nach einer Umfrage den Arbeitsmarkt mit 52% und die sozialen Aspekte mit 36% zu den Top zwei, der Probleme in Deutschland. Zur Focus Umfrage

Für die Internetseite Statista, die sich unteranderem mit Marktforschung beschäftigt gilt Einwanderung und Terrorismus als Konfliktpunkte.Resultate der Seite Statista

Irgendwie unbefriedigend, dachte ich mir nach meiner zwanzig minütigen Informationsbeschaffung. Erdogan der türkische Ministerpräsident, die Kriege in Syrien und Irak, Flüchtlinge, Terrorismus und soziale Unzufriedenheit, das sollen die Konflikte Deutschlands sein?

Nachrichten und das Internet können viel erzählen. Mich interessiert die Meinung der Menschen. Die Individuen bilden doch das Volk und somit Deutschland. Sie mussten die Konflikte Deutschlands kennen. Ich erstellte eine Onlineumfrage. In verschiedenen Facebookgruppen postete ich mein Anliegen.

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Um eine vertretbare Umfrage zu erhalten entschied ich mich für Gruppen unterschiedlicher Ausrichtungen. Von links* bis rechts*, alternativ und konventionell, alle Meinungen waren gefragt.

Nach kurzer Zeit wurde schnell eines klar, es schien so viele Konflikte zu geben.

* Jedem steht frei zu entscheiden, was er für rechts oder links erachtet.

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  • Mangelnde Transparenz der Regierungsmitglieder
  • Fehlende Einbindung des Volks in Regierungsfragen
  • Bevormundung der Bürger
  • Die Macht der USA
  • EU
  • Aufrechterhaltung des sozialen Friedens
  • Medien
  • Bildung
  • Vertrauen
  • Religion

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Viele Konflikte für ein Land?! Na ja, wo viele Individuen aufeinander treffen, gibt es auch eine menge Konflikte. Die Anzahl der Konflikte in Deutschland erschlug mich. Schon der Bildungskonflikt  beinhaltet viele Aspekte, die wichtig sind und durchleuchtet werden müssen. Wie vermitteln wir Wissen? Welche Themen sollten in Bildungsinstituten vermittelt werden? Wie Fördern wir einzelne Projekte? Selbst die Neurowissenschaft, Psychologie und Philosophie befasst sich mit der Bildung. Forschungen werden betrieben um folgende Fragen zu behandeln.

Wie viel Informationen kann unser Gehirn aufnehmen? Welche Lerntypen gibt es? Welchen psychischen Zustand benötigen um gesund zu lernen?

Mir schien es als bestünde Deutschland lediglich aus Konflikten.

Überall unzufriedene Menschen.

Ich ging durch die Straßen und befragte 25 Menschen im Alter von 16 – 60 Jahren.

Nach meiner online Umfrage war ich überzeugt, dass die meisten, Terrorismus, Flüchtlinge und die Politiker als Ursache bezeichnen werden.

Ich wurde vom Gegenteil überrascht.

Ich dachte die Meinungen variieren je nach Alter, Herkunft und sozialen Stand. Ja, ich bekam verschiedene Antworten.

Fehlende Unterstützung der Regierung, die Wirtschaft und Flüchtlinge wurden immer wieder thematisiert.

„Ich habe Angst, nachts durch die Straßen zu gehen!“, sagte eine Dame mittleren Alters in Stuttgart. Ein weiterer beklagte sich über den großen Einfluss der Firmen. „Sie sind in der Lage Gesetze für uns zu bestimmen. Das darf nicht sein!“

Doch die Mehrheit der Befragten stellte am Schluss fest, dass es eigentlich keine Probleme gibt. Wir meckern einfach zu viel.

Die Möglichen Konflikte Deutschlands, sind wie es scheint unterschiedlicher Natur. Eine große Anzahl der Menschen betrachteten jedoch, die politischen Systeme und deren Mitglieder als Hauptkonflikt Deutschlands.

Der Schrei einer verzweifelten Gesellschaft. In welcher jeder einzelne nach Fürsorge sucht. Wir alle wollen beachtet und respektiert werden. Wir wollen irgendwo dazugehören. Freie Entfaltung ist uns wichtig. Unsere Bedürfnisse sollen gestillt werden. Wir wollen glücklich sein.

Ich glaube unser größter und einziger Konflikt ist der Mensch in sich. Alles anderen Themen, sind nichts weiter als Symptome des Defizits. Wir sind schnell wachsende Individuen, mit Fähigkeiten, die wir bis heute nicht richtig einzusetzen vermögen.

Wir forschen im Weltall, in den Tiefen der Weltmeere und sezieren Tiere, all das für ein Ziel – die Suche nach dem Ich. Wir nehmen Qualen auf und zerstören uns für die Wissenschaft und letztendlich unseren erhalt. Wir rennen durch die Zeit, wie Verrückte und wollen alles jetzt und sofort haben. Es könnte ja morgen vorbei sein. Tod, ohne jemals zu wissen, wer ich gewesen war. Ein trauriges Ende für viele.

Wir haben Angst, in uns hineinzusehen und nach den wahren Konflikten zu schauen. Also konstruieren wir einfach welche. Der Islam verbreitet Hass und ist schuld an unserem Gewaltpotenzial. Die Politiker sind korrupt und erzählen lügen, deswegen können wir alle machen was wir wollen. Die Medien senden keine Informationen mehr, was dazu führt, dass nun jeder meint nur noch seine Wahrnehmung für absolut real und richtig zu halten.

Und so könnte ich nun ewig weiter philosophieren.

Konflikte entstehen dann, wenn wir nicht bereit sind, nach der Ursache zu schauen. Vielleicht genießen wir auch den Zustand.  Das Freilegen der Ursache präsentiert die Wahrheit. Die Wahrheit ist das, was wir am wenigstens verkraften, auch wenn wir laut nach ihr schreien.

Oder was denkt ihr darüber?

Liebe Grüße

Eure Sahra

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Danke Daniel Nemeth für deine Unterstüzung bei der Umfrage 🙂 In Englisch gabs dafür zwar ne 2,5 aber… Es hat trotzdem Spaß gemacht 🙂

 

Ist die Seele krank, bist du raus!?

Heute im Jahr 2016 ist die Geisteswissenschaft etabliert. Immer häufiger kommt es zu Diskussionen über psychische Erkrankungen und ihre Ursachen. Teams von Menschen unterschiedlichen Berufsgruppen beschäftigen sich mit den Problemen des Geistes, um nach den Hintergründen der Defizite zu suchen.

Wer heute erkrankt, kann mit mehr Toleranz in der Gesellschaft rechnen, doch noch immer fällt es den Betroffenen und Angehörigen schwer, offen über ihre Indisposition zu sprechen. Noch zu groß sind die Vorurteile, obwohl wir doch wissen, dass es jeden treffen kann. Dazu reicht ein traumatisches Ereignis, welches nicht „richtig“ verarbeitet wurde und schon befindet man sich im Strudel der schmerzenden Gefühle und Gedanken. Je nach Persönlichkeit ist es mühevoller, sich aus den Fängen zu ziehen, dafür bedarf es meist Hilfe.

Ich erlebe es noch sehr häufig, dass wenn ich von meinen Klinikaufenthalten berichte, ich gefragt werde, ob ich mich in einer Gummizelle aufhalten musste oder ob wir Patienten Zwangsjacken tragen mussten. Von den Medien gefördert und durch fehlende Aufklärung entsteht ein von der Realität abweichendes Bild.

Nein, in der Psychiatrie muss keiner in einer Zwangsjacke herumlaufen. Die Patienten werden auch nicht ständig fixiert und laufen auch nicht wie Zombies durch die Gegend und greifen alles an, was ihnen in den Weg kommt. Wobei das mit den Zombies nicht ganz stimmt. Die Medikamente (Antidepressiva, Neuroleptika und meiner Meinung nach anderer Mist! Das soll jetzt keine Abwertung sein. Es drück lediglich meine Skepsis aus.), die verteilt werden können schon dazu führen, dass man sich wie ein Gefühls- und – gedankenloser Toter fühlt. Aber das ist ein anderes Thema. In einer „Nervenklinik“ ist es eigentlich ziemlich ruhig und langweilig. Dort werden normale Programme angeboten, die helfen sollen, den Alltag wieder zu strukturieren. Da es den meisten seelisch Erkrankten schwerfällt, sich einen Tagesablauf zu erstellen und sich daran zu halten. Aufgrund der Emotionen gelingt es kaum sich auf Rechnungen, Job, soziale Kontakte, Haushalt etc. zu konzentrieren. Die Fähigkeit selbständig zu sein scheint verloren. Doch das ist sie nicht, sie ist nur verdeckt und das wird in der Psychiatrie wieder erlernt.

Eine Klinik kann gerade nach einem schmerzhaften Schicksalsschlag, einer Notsituation, bei einem dauerhaften destruktiven Zustand oder nach einer langen physischen Erkrankung hilfreich sein.

Ich bin der Meinung, dass das Bild das wir über psychisch kranke Menschen haben neu bedacht werden muss. Gerade auch die Darstellung in den Medien muss meiner Ansicht nach verändert werden. Denn, negativ behaftete Vorstellungen schaffen Barrieren. Eine Trennung der Gesellschaft zwischen „gesunden“ und „kranken“ Personen und erschwert den Betroffenen den Zugang in die Normalität.

Wir erwarten einen ehrlich Umgang, können es allerdings nicht annehmen, wenn jemand offen mit seinem Leiden umgeht.

Ich möchte mit diesem Blog eine Brücke errichten und zeigen, dass Personen mit einer Diagnose nicht weniger Wert oder liebenswert sind. Trotz des Fortschritts existiert noch immer eine verfremdete Sicht. Die nicht nur schädlich sonder auch nicht richtig ist. Die Konsequenzen dieser Haltung sind eine Beeinträchtigung im Wachstum eines psychisch Kranken. Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich um Lebewesen handelt, die meist einen robusten Charakter aufweisen. Das ist meiner Meinung nach nicht zu verurteilen, sondern zu bewundern. Ein Mensch, der trotz des innerlichen Leidensdrucks seine Ziele verfolgt und an sich arbeitet, beweist Stärke, das sollten wir anerkennen und schätzen.

Um die Mauern einzureißen, möchte ich euch zwei wundervolle Frauen vorstellen, die sich bereit erklärten, euch ihre Geschichte näher zu bringen.

Ich bin Stella, 25 Jahre alt zweifache Mama und seit Februar die Diagnose Borderline Typ impulsiv und depressive Episoden.

Am Anfang war es doch schwer damit zu leben aber es hat einiges erklärt. Mein Umfeld ist dadurch geschrumpft, weil die meisten nichts mit einer „Gestörten“ zu tun haben wollen. Aber jetzt stehe ich dazu. Durch SSV* habe ich Narben am Oberschenkel und werde oft angeschaut, aber mein Gott das gehört zu mir wie meine Krankheit.

Ich persönlich betrachte es nicht als Krankheit, habe halt mehr Gefühle als andere.
Als Mama ist es sehr schwer. Jedoch nicht wegen meinen Kindern. Es sind mehr die, die von meiner Diagnose wissen. Die Leute haben halt keine Ahnung, was es heißt Borderline zu haben und was es für ein täglicher Kampf ist. Denn, die meisten bringen es nur mit ritzen in Verbindung.
Ich kann zum Glück sagen, dass ich stabil bin und keine Medikation brauche. Ich lebe ein normales Leben, klar hab ich Schwierigkeiten mit meiner Impulsivität usw. aber ich gehe offen mit allem um und wem´s nicht passt, kann gehen. Ich habe durch die Gesellschaft sehr große Selbstzweifel und ganz ehrlich ich würde mir mehr Aufklärung wünschen, das wir normale Menschen sind einfach mit mehr Gefühlen als „Normale“ ausgestattet sind. Aber was gilt heutzutage schon als normal 🙂

Ich bin stolz Borderliner zu sein, ich möchte jeden Mut machen, geht raus und stehe dazu! Wir sind toll und sind besonders.

Das ist Stella

Ich heiße Justyna, bin 25 und habe die Diagnose Bipolare -affektive -Störung mit gemischten Episoden . Anfangs wusste ich es natürlich nicht, dass ich krank bin . Ich dachte das ich halt so bin . Erst als die Probleme größer waren habe ich mir Hilfe geholt . Ich habe in meinen Manie Phasen sehr viel Geld ausgegeben, Fremde Menschen angesprochen und sogar zu mir nach Hause eingeladen . Als ich dann wieder depri war, habe ich mich zu Hause eingeschlossen und nur gelegen. Alles hat mich genervt und ich habe mich sehr einsam gefüllt . Während der Manie tut man Sachen die man später sehr bereut . Man braucht auch nicht so viel Schlaf , deshalb ist man nach der Manie Phase erschöpft und einfach scheiße drauf . Dazu schämt man sich für all die Dinge die man während der Manie getan hat . Die schlechten Erinnerungen kommen hoch und man könnte nur heulen . Ich habe eine Therapie begonnen , da habe ich meine Diagnose gekriegt . Seit der Therapie geht es mir viel besser . Ich habe einen tollen Partner der mir immer zur Seite steht und kann mich gut ertragen 🙂 Ich nehme jeden Tag Medikamente , Stimumgsstabilisierer 🙂 ich arbeite auch wieder . Natürlich habe ich meine Phasen und es ist sehr schwer sich zu beherrschen, wenn die Manie kommt, aber mein Partner holt mich dann wieder an die Erde zurück . Wenn ich depri bin warte ich einfach ab bis es vergeht . Komisch ist nur immer noch, dass man während der Phasen alles anderes sieht oder hört . Alles klingt lauter und man füllt sich wie auf Speed und dann wieder auf Schlaftabletten . Ich versuche mal das Beste aus meinem Leben zu machen obwohl ich krank bin . Der Kampf ist nicht leicht aber ich kenne die Krankheit und weiß mit mir selber umzugehen .

Und wie jeder andere Mensch verbringe ich meine Freizeit mit meinen Hobbys. Musik, Zumba, Kino und einfach mal mit Freunde Zeit verbringen.

Ich habe eher keine negativen Erfahrungen mit meiner Erkrankung gemacht. Aber die Menschen verstehen es nicht, wenn ich sage dass ich in der Psychiatrie war stellen sie sich vor dass man da angekettet wird und mit Medikamente vollgepumpt wird. Das ist es was mich stört, dass die Gesellschaft so etwas denkt. Und dass es unterschätzt wird aber beleidigt hat mich noch niemand. Ich schätze aber auch mal, dass es daran liegt, dass ich so offen damit umgehe und mich nicht verstecke.

Das ist Justyna

Danke ihr zwei für eure Geschichte und euren Mut das zu veröffentlichen 🙂

Was denkt ihr über psychische Erkrankungen? Seit ihr selbst oder einer eurer Liebsten erkrannt? Wie geht ihr damit um?

Ihr könnt mir auch gerne eure Geschichte zusenden, wenn ihr mögt 🙂

So euch allen einen schönen Tag und denkt daran wir sind alle nur Menschen. Jeder macht Fehler, keiner ist perfekt und wir lernen alle dazu.

Liebe Grüße

Eure Sahra

1 Monat ohne Nachrichten und sonstige Berichterstattungen!

Ein Monat ist es nun her, als ich das letzte Mal einen Nachrichtenartikel las. Ich habe mich über die letzten Wochen von Fernsehen(das schon länger), Nachrichten, Facebook (Im Sinne von, danach schauen was andere so machen und was in der Welt vor sich geht), sonstigen Social Medien, Werbung und Radio distanziert.

Eigentlich passierte das mehr unbewusst. Ich hatte genug von dem ganzen negativen um mich herum. Durch die Eskalation im privaten wollte ich gar nichts mehr von der Welt da draußen wissen. Warum auch?- bei mir gab es ja genug zu erledigen. Nach 2 Wochen Abstinenz viel mir auf, Hey, ich weiß ja gar nicht mehr was um mich herum passiert. Ich registrierte das nur kurz. Eine Woche später wurde mir dann bewusst wie es meine Stimmung beeinflusste.

Es gab nichts worüber ich mich aufregen sollte.

Asylbewerber, AFD, zu wenig/zu viel Geld, Steuerbetrug, Trump, Nazi. Mauer, Terror, WM, Stress, Krieg, Zerstörung, ein Streik, Bauprojekte die nicht fertig werden, Politiker die über die Stränge ziehen, Promis die halt leben und deswegen auch Kinder bekommen, heiraten und sich trennen, Bomben, Werbung, Kaufrausch, Schönheitsideale, falsche Werte, Heuchelei, Lügen

all das blieb mir in den letzten Wochen fern. Ich hatte immer geglaubt, dass es mich mehr stören würde, wenn ich nicht mehr wüsste, was in der Welt vor sich geht. Ich dachte, gerade ich als Politik-Interessierter Mensch, ich der glaubte, dass man nur durch Interesse Veränderung hervorrufen kann, ich die glaubte, wer sich von dem was geschieht, abwendet nicht besser ist, als jene die aktiv dabei sind. Doch jetzt bin ich ganz anderer Meinung.

Ich kann nicht beeinflussen, was passiert. Hunger kann ich nicht verhindern. Zerstörung, Tod, Krieg & Gewalt kann ich nicht aufhalten. Mein Einfluss auf das Handeln meines Umfelds ist gering. Ob ein Politiker seine versprechen einhält, weiß ich nie genau. Jemanden mit fremdenfeindlichen Gedanken werde ich schwer davon überzeugen können, dass nicht alle Menschen gleich sind. Einem Gläubigen werde ich kaum davon überzeugen, dass sein Gott nicht existent ist. Ich werde nichts davon verändern können nur weil, ich es verfolge oder mich dafür interessiere. Es passiert egal wie ich mich verhalte. Also warum sollte ich mich damit befassen und mich unnötig aufregen? Warum solle ich mich mit belanglosen Dingen wie die Haarfarbe von XY oder die neuen Klamotten von SX oder was auch immer, befassen? Es gibt doch so viel mit dem ich mich in meiner eigenen Welt beschäftigen möchte. Familie, Freunde, Arbeit, Freizeit, ICH, all dem Bedarf Pflege und Zeit, die ich nicht in so etwas investieren möchte.

Denn schließlich, verändere ich die Welt nur dann, wenn ich agiere. Beginne ich, in meinem kleinen Umfeld Veränderungen zuzulassen, erkenne ich schnell, dass sich das wie ein Lauffeuer ausbreitet. Da ist es nicht mehr nötig, die Welt in der Politik oder auf sonst eine Art und Weise zu verändern.

Heute wagte ich wieder einen Blick in das Weltgeschehen. Es war interessant zu sehen, dass sich rein gar nichts in den letzten Wochen veränderte. Es sind immer noch dieselben Themen mit teilweise anderen Akteuren.

Einen Vorschlag. Wie wäre es mit relevanten Nachrichten. Warum hinterfragen wir nicht das was passiert? Warum greifen wir nicht wichtige Themen auf? Zum Beispiel:

  • Warum gibt es genug Lebensmittel auf der Welt aber Hunger leidende?
  • Wie kann es sein, dass bereits Kinder gewalttätig sind?
  • Wieso ist Rassismus heute noch Thema?
  •  Im 21. Jahrhundert noch immer keine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau
  • Neue Mauern zum Schutz der Grenzen gezogen. Verstoß gegen das Grundrecht jedes einzelnen Menschen!
  • Vater tötet seine Frau mit Kindern. Warum lassen wir so etwas in unserer Gesellschaft zu? Warum lernen wir nicht von klein auf mit unseren Emotionen umgehen?
  • Mensch 2016 glaubt immer noch das er alles kontrollieren kann.
  • Sommer 2016 noch immer kein Weltfrieden

Wie wäre es mit Nachrichten die zum Nachdenken anregen? Schlagzeilen, die von den tatsächlichen Ereignissen der Welt berichten.

1 Monat ohne all diese negativen Einflüsse…

… Ich kann jedem, den Test nur empfehlen. Es bleibt so viel mehr Zeit und Energie. Vielleicht erkennen wir dann auch, das die Zeit für eine neue Art von Berichterstattung reif ist.

 

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