Gerechtigkeit im Kleid verpackt

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Wo keine Gerechtigkeit ist, ist keine Freiheit und wo keine Freiheit ist, ist keine Gerechtigkeit.“    

                                                                                          Johann Gottfried Seume (1763 -1810)

           deutscher Schriftsteller, Philosoph, Reisender ein Bauernsohn mit vielen Talenten.

Wir nutzen Bäume um daraus Papier herzustellen, das dann für unzählige Anträge verwendet wird.

Anstatt diesen unsinnigen Papierwahnsinn zu stoppen und mittels unseres Verstandes eine Alternative zum Geld zu finden, zerstören wir Lebensräume und nehmen uns das Wichtigste, was wir haben. Die Luft zum atmen.

Wie wird unsere Welt wohl aussehen, ohne Pflanzen, Tiere und sonstiges Ökosystem, das dafür sorgt, dass wir überhaupt existieren können. Wir jagen Tiere einfach nur des Status wegen. Für unsere Kosmetik müssen zahlreich gezüchtete Arten sterben. Einfach nur, damit wir uns das Gesicht anpinseln können oder mit weicher Haut überzeugen können. Wegen des maßlosen Konsums sterben Arten aus, sind die Meere überfischt und dreckig. Zig Küken werden einfach geschreddert, weil es uns wichtiger ist, dass wir günstig alle Zeit und überall Lebensmittel kaufen können. Ob wir sie dann auch brauchen sei dahingestellt. Weil wir gar keinen Bezug mehr zu unseren Konsumgütern haben und es für selbstverständlich erachten, dass wir nur zum nächsten Einkaufzentrum laufen müssen, damit all unsere Wünsche erfüllt werden, bekommen wir gar nicht mehr mit, dass die Menschen, die jeden Tag stundenlang in kleinen, kaum belüfteten alten und brüchigen Fabrikhallen, für unser 5 Euro T-Shirt, vor die Hunde gehen.

Jeden Tag laufen Massen durch die Straßen der Dörfer und Städten. Sie rennen von der Arbeitsstelle nach Hause. Von zu Hause steigen sie schnell in ihre Autos um nur mal eben schnell zum Supermarkt zu fahren. Alles wird schnell erledigt und für nichts bleibt Zeit. Der Tag sollte 48 Stunden haben aber selbst die würden nicht ausreichen um das Pensum zu erfüllen, das erfordert ist.

Ständig bleibt etwas liegen, ständig glauben wir nicht alles erreicht zu haben. Selbst wenn wir unsere Ziele erreicht haben, können wir uns nicht zurück legen. Schließlich müssen wir den erfüllten Traum festhalten. Wir dürfen ja nicht mehr nach unten fallen. Nicht mehr wie zuvor hart arbeiten müssen um das Haus finanzieren zu können oder in den langersehnten Urlaub zu reisen. Auch für die Konsole, die wir schon lange im Auge hatten, wollen wir nicht mehr so hart sparen. Also arbeiten wir noch mehr, haben noch weniger Zeit und streben gleichzeitig nach noch höheren Zielen, die noch mehr Leistung fordern. Das Leben ist eben hart. Das wissen wir alle. Es ist kein Kinderspiel, doch vor allem ist es wie es ist!

Aber warum traurig sein? Warum sich deswegen runter ziehen lassen? Schließlich ist doch alles wunderbar. Zumindest zeigen das die Medien. Denn dort verhilft das lila, rote und blau gepunktete Lippenbalsam zu strahlenden Lippen. Sexy und verführerisch aber das Beste kommt erst noch, er ist ganz und gar von natürlichen Ressourcen, vegan und BIO. WOW, ein solches Produkt kann doch nur Freude in einem hervorrufen. Hat das vollkommen überteuerte Lippenbalsam nicht unser Gemüt erhellt, dann schaffen das sicherlich die unzähligen Werbebanner, die das Straßenbild zieren. Überall wo man hinschaut, will irgendjemand etwas von uns. Ob es der komisch schauende Politiker ist, der mit seinem steifen Lächeln, suggerieren will, das er und seine Partei die richtige Wahl zur Veränderung ist oder das überglückliche Paar, das natürlich perfekt durch trainiert in Badekleidung zur Buchung eines reduzierten Traumurlaubs animiert.

Welch ein Wunder das wir bei all der Reizüberflutung nicht mehr in der Lage sind durchzuatmen, für uns zu sein und mal in Ruhe über die eigene Meinung und Werte nachzudenken. So ist es bei all dem Stress klar, dass man sich nicht mehr dafür interessiert, dass täglich Menschen für unseren Konsum sterben. Es ist ja schon Normalität.

Seitdem ich klein bin, höre ich in den Nachrichten von Krieg, von irgendwelchen Meinungsverschiedenheiten, von Promis die Kinder bekommen haben und Terroristen. Ich sehe Bilder von dünnen dunkelhäutigen Kindern, die mit Blähbauch und Fliege im Auge, mir zu verstehen geben, dass sie gerade dabei sind zu verhungern. Wie soll mich heute ein Bild von einem Kind, das gerade tot vom Meer an den Strand angespült wurde erschrecken? Das schockiert mich nicht, das überfliege ich während den Morgennachrichten. Da rege ich mich dann ne Stunde wieder auf, dass so ein Bild schon gleich mal meinen Tag versaut hat. Warum strahlen die das auch wochenlang aus. Gibt es denn nichts anderes mehr. Ja, es ist traurig, aber ja das passiert halt jeden Tag. Es kann halt nicht jeder überleben und außerdem ist es ja so weit weg. Warum sollte es mich dann interessieren? Fuck! Mein Bus, ich komme zu spät.

Und schon habe ich das Kind wieder vergessen. Schon bin ich wieder im Kreislauf. Ich laufe mit. Ich mache mit. Ich wundere mich über die Zustände in der Welt, ich beschwere mich, rege mich auf, dennoch bin ich nicht bereit, nein mir fällt es nicht mal auf, dass ich ein Teil des Ganzen bin.

Vielleicht weiß ich es irgendwo tief in mir, dass die Welt am Arsch ist, ja vielleicht stört es mich sogar. Dennoch steige ich morgen wieder in den Bus ein und verschwende 10 Minuten meines Lebens in welchen ich mich über die verspätete Bahn aufrege, anstatt mich zu fragen warum wir nicht alle mal einen Gang runter schalten können.

Warum können wir nicht ehrlich miteinander umgehen? Warum führen wir Kriege, die gar nicht unsere sind, von welchen wir nicht einmal die Details kennen? Warum verteidigen wir Menschen, die unser Geld rauben, die keine Versprechen einhalten können und sich am Morgen wenig für den Arbeiter interessieren, der sich täglich widerstandslos kaputt ackert und dafür lediglich gut leben möchte. Er möchte Entscheidungen treffen und nicht wie ein kleines Kind, alles vor den Tisch gesetzt bekommen.

Wir legen unser Verantwortung in Menschen, die auch nur Menschen sind. Die leider auch wie wir, am Morgen eher in Gedanken bei ihren Sorgen sind, als bei den Problemen der Menschheit.

Vielleicht sehen wir Menschen irgendwann, dass wir alle nur Menschen sind, wir machen alle Fehler. Aber um die Fehler zu beheben und aus ihnen zu lernen, reicht es nicht nur über sie zu reden und sie hinzunehmen. Es reicht nicht zu sagen, es ist halt so. Man lernt erst aus Fehlern, wenn man beginnt sein Verhalten zu ändern.

Haben wir nicht in all den Jahrhunderten gelernt, dass sich die Geschichte wiederholt.

Ein Königreich beutet das Andere aus, Stämme schlachten sich gegenseitig aus, Kulturen gehen unter weil sie ihre Umwelt zerstören, Ländern rauben und vergewaltigen die Frauen und Kinder, der Gegner wegen Ressourcen, die irgendjemand mal als besonders wertvoll abgestempelt hat. Nationen unterdrücken sich und Systeme betrügen und lügen. Das ist nichts Neues. Das gab es schon immer. Sollten wir das nicht langsam leid sein?

Anstatt immer wieder aufeinander einzuhacken, sich aufzustacheln und provozieren, wäre es nicht toll, wenn man gemeinsam beginnen würde aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen?

Sind wir schließlich nicht Menschen?

Wir sagen doch immer, wir sind besser als die Tiere. Wir stellen uns in jeder Hinsicht über sie, dennoch nutzen wir kaum, das was uns von den anderen Lebewesen unterscheidet. Unser Gehirn wird täglich abgeschaltet. Wir wollen es gar nicht nutzen. Nicht umsonst boomt der Kapitalismus. Mit der Reizüberflutung, dem von a nach b hechten, ständig etwas unternehmen, schaffen wir doch eines, wir schalten uns ab.

Unsere Gedanken sind täglich mit Dingen gefüllt, die eigentlich gar nichts mit uns zu tun haben. Was sollte es mich interessieren was mein Nachbar oder Kollege denkt, wenn ich dieses Kleidungsstück trage oder wenn ich meine Musik zu laut höre? Ich sollte mich lieber fragen, warum trage ich das und warum muss ich jetzt so laut Musik hören? Wie würde es mir ergehen, wenn jemand plötzlich nachts um drei voll aufdreht?

Durch Empathie erhalten wir nicht nur mehr Verständnis für unsere Umgebung sondern auch für uns selbst. Wodurch wir erkennen, dass wir erst etwas verändern können, wenn wir verstehen, dass wir genauso mit unserer Umwelt umgehen sollten, wie wir selbst behandelt werden wollen.

In diesem Sinne, euch einen schönen Tag ❤

Nimmt euch Ruhe und genießt die Zeit, die ihr habt.

Love and Peace

Sahra Latifa Warrelmann

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Wo ist dein inneres Kind?

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Am Anfang war das Kind, das den Grundstein legte für mich, mein Erwachsenes Ich.

Ist es nicht erstaunlich, Kinder können stundenlang im Schnee tollen, ohne die Kälte zu spüren. Sie rennen und klettern auf Spielplätzen, Müdigkeit interessiert sie nicht. Sie erfinden Welten und können in Sekunden verschiedene Rollen übernehmen. Ihre Unterhaltungen wirken primitiv obwohl sie Konflikte mit Bravur lösen. Sofern ihnen eine eigenständige Lösung von Auseinandersetzungen geboten wird.

Irgendwie faszinierend nicht wahr? Trotz der kurzen Lebenszeit sind Kinder mit Energie und Wissen ausgestattet, welche unerschöpflich zu sein scheinen.

Im Kindergarten spielten die Kinder über eine Stunde ohne Anzeichen von Kälte im nassen Schnee. Das kalte Nass floss ihnen dabei in die Öffnungen der Kleidung. Teilweiße ohne Handschuhe, formten sie Schneebälle. Die Finger färbten sich rot, die Gesichter aber, zeigten weiterhin breite Lächeln. Es waren keine Anhaltspunkte von Unwohlsein oder Erschöpfung zu sehen. Ich allerdings, zitterte am ganzen Leib. Unter einem Dach suchte ich Schutz vor dem Schnee. Er sollte ja nicht meine Haut berühren. Diese Kälte war ja nicht auszuhalten. Durch meine Kamera beobachtete, ich ein zwei jähriges Mädchen, das mit ihrem drei Jahre älteren Spielkumpanen, mit einem Eimer ausgerüstet unter einem Stoffdach, Wasser sammelten. Dabei fliesten immer wieder Tropfen in die Ärmel. Während ich ihnen fröstelnd zusah fragte ich mich:

  • Haben die eigentlich keinen Hunger?
  • Spüren sie die Kälte nicht?
  • Warum kann ich nicht, mehre stundenlang, geschweige denn eine halbe Stunde am Stück, es sei denn ich bin darauf vorbereitet, rennen?
  • Wie schaffe ich es, einen Schneeball ohne Handschuhe 20 Minuten in der Hand zu halten ohne später meine Finger amputieren zu müssen. (Man, stell ich mich an! 20 Minuten gefrorene Hände werde ich wohl aushalten können! Die Menschen ohne Obdach halte täglich mehr aus!)
  • Seit wann bin ich so empfindlich und warum?
  • Lag es an der Pubertät? Sind wir danach nicht mehr so resistent? (Wobei da, konnte ich auch stundenlang mit Freunden im Winter draußen sitzen. Ja irgendwann wurde es Kalt, aber es war eher nebensächlich in Anbetracht des Spaß und den Unterhaltungen. 🙂 )

Ein Wettrennen zwischen Erzieher und Kindern, riss mich aus meinen Gedanken heraus. Ich musste schmunzeln, da die Kinder eifrig die Strecke auf und ab rannten, während die Erzieher nach kurzer Zeit aufgeben mussten. Doch für einen flüchtigen Moment konnten sie mit der Ausdauer der Kinder Schritt halten. Für einen Augenblick, waren sie im Moment.

Ich bin gestern nach langer Zeit wieder von zu Hause, in die benachbarte Stadt (fünf Kilometer Entfernung) gelaufen. Eigentlich laufe ich gerne. Es hilft mir den Kopf frei zubekommen. In letzter Zeit war ich zu faul und traute mich ehrlich gesagt nicht wirklich spazieren zu gehen. Ich alleine, keine Ablenkungsmöglichkeiten, das bedeutete, mein Verstand wird sich mit mir konfrontieren. Ich werde über mich und mein Leben nachdenken. Dazu hatte ich die Tage wenig Lust.

Gestern allerdings nahm ich mir vor, mich mit meinen unbeantworteten Fragen auseinanderzusetzen. Noch bevor ich die Haustür verlassen hatte, war mein „Mind“ schon im Hochprozess, sodass ich schon vor meinem Spaziergang sortiert war. Also nichts mehr mit „Kopf-Frei-Laufen“. Ich entschied mich meine Kamera einzupacken und einfach mal, zum Markt, einen Ort weiter zu laufen. Aus meinem Örtchen in der Natur angekommen, begann für mich etwas Erstaunliches.

Die Kinder im Kindergarten fielen mir wieder ein und gleichzeitig erinnerte ich mich, an meine eigene Kindheit. Wie, ich Fantasiewelten aufbaute während ich unterwegs war. Als ich sechs Jahre alt war, zog ich in einen naheliegenden Wald, während ich ihn durchquerte, stellte ich mir vor, in einem Märchen zu sein. Ich war eine Prinzessin auf der Suche nach Beeren und Kräuter für eine Zaubermixtur, denn natürlich war ich auch eine unbesiegbare Hexe. Ich bin von einer Stelle zur nächsten gehüpft, habe Armeinsen beobachtet und Vögel singen hören. Ich war glücklich, denn ich war überwältigt von der Fülle an Möglichkeiten in der Welt. Ich empfand den Wald, als unendliche Dimension, die ich selbst bei all meiner zur Verfügung stehende Zeit, niemals voll und ganz ergründen könnte.

In Kindheitserinnerungen schwelgend, streifte ich durch einen kleinen Wald. Raben flogen an mir vorbei. Zwei setzten sich nur wenige Meter von mir entfernt nieder, um zu futtern. Wahnsinnig intelligente Vögel, welche selbst über Generationen Menschen bzw. Menschengruppen unterscheiden können. Ein super Erinnerungsvermögen und logische Fähigkeiten.  Die Situation nahm mich ein. Mit der Kamera versuchte ich die Momente festzuhalten. Doch keines der Bilder, spiegelte das wieder, was ich gerade fühlte. Ich gab es auf und lief weiter. Immer lauter nahm ich meine Umwelt war. Ich hörte Grillen zirpen, Vögel zwitschern und die Blätter im Wind wehen und mit einem Mal fühlte ich mich in die Zeit zurückversetzt. Keine Gedanken oder Sorgen zischten durch meine Synapsen. Keine nervige Stimme, die mich daran erinnerte, was ich noch alles tun müsste oder was ich noch einkaufen wollte. Ja nichts vergessen! Die Schule war egal und die Unstimmigkeiten im sozialen Leben rückten ins nebensächliche. Nur ich, das Laufen und die Umgebung spielten eine Rolle. Kurz dachte ich, ich würde zu so einer naturverbundenen Öko-Frau heranwachsen, die in Filmen meist eine esoterische Rolle einnimmt. Ich wollte schon in Panik ausbrechen, bis ich feststellte, dass ich nicht an Hokuspokus oder sonstiges in diese Richtung glaube. Obwohl ich weiß, dass sich so manches nicht ergründen lässt und einige Mythen und Legenden bestimmt ihre Berechtigung haben. Solange ich etwas nicht klar ausschließen kann, kann ich nicht sagen, dass es nicht existiert. (Schrödingers Katze?) Doch dieser Ansatz geht in eine andere Richtung.

Wie als sechs Jährige war ich vollkommen im Moment. Jetzt wollte ich wissen, was alles möglich ist wenn, Stressgedanken mir nicht meine Energie rauben.

Mit meinem Rucksack auf dem Rücken, meiner Kamera an meiner Seite und den Stiefeln im kalten Schnee, auf dem Weg zum Wochenmarkt, fühlte ich mich (trotz Kamera) auf mittelalterlicher Expedition. Geschlüpft in die Rolle, einer Bauerskauffrau(Eine Mischung aus Bäuerin und Kauffrau) von Dreizehnhundertschlagmichtot, beobachte ich meine Umwelt. Ich trotzte Kälte und Berge um mich für das Wochenende mit Gemüse und Obst einzudecken. Auf einmal schien ich von Kraft und Energie aufgesucht worden zu sein. Ich spürte vollkommene Freiheit und Glück und war überfraut in einem solch einfachen Moment so euphorisch zu sein. Leute glaubt mir, ich war ohne Bewusstseinserweiternde Einflüsse. Ich versuche meinen Körper gerade zu „entgiften“ also mal frei von dem übermäßigen Konsum, in allerlei Hinsicht, zu leben. Das heißt, ich reduziere mein Rauchverhalten (ich bin am aufhören, mal gibt es Tage da rauche ich, dann nicht, dann wieder… bis es sich ganz ausschleicht, also ohne Druck aber bewusst), ernähre mich von regionalen und gesunden Produkten, verzichte weitgehend auf Plastik et cetera. Aber nicht weil ich vegan oder plastikfrei Leben möchte, sondern weil ich zum einen wissen möchte, ob ich tatsächlich Veränderungen spüre und zum anderen, weil es so wenig zu kaufen gibt, wenn man darauf achtet, beispielsweiße Firmen zu vermeiden, die mit Ausbeutung arbeiten et cetera.  Aber auch darauf möchte ich nicht näher eingehen, da es ein zu langes anderes Thema ist.

Um auf meinen Spaziergang zurück zukommen, ich war also  vollkommen klar und Frau meiner Sinne. Ich wusste, dass ich mich jetzt nicht in einem psychotischen oder manischen Schub befand. Ich war einfach nur Hier und im Moment.Meine Arme streckten sich zur Seite aus und ich sprintete den Berg abwärts. Es war ein riesen Spaß. Es war mir gleich ob jemand mir dabei zusahen und auf den Gedanken kommen könnte ich sei verrückt. Die Neugier packte mich. Ich wollte wissen, wie es sich anfühlt einfach mal wieder die Berge herab zu rennen und mir vorzustellen am Ende wartet die Ziellinie. Irgendwann kam ich an einem Bach vorbei. where-is-the-love-blog

Die Brücke über dem Bach war mit Schnee bedeckt. Ich blieb stehen, denn der vorbei plätschernde Bach und die schneebedeckte Brücke, wirkten auf mich, wie eine Szene aus einem Märchen. Eine grandiose Winterlandschaft. Unmittelbar vor der „Haustür“. Ein Filmmoment, geil! Ein langer Ast zu meinen Füßen erregte meine Aufmerksamkeit. Ein Stift, für die Leinwand, Schnee. Ich zeichnete Worte in den Schnee und erfreute mich am Malen. Wie ein Kind, ohne Empfinden von Kälte.  Blätter dienten mir als Model. Ich war Minuten damit beschäftigt sie passend zu positionieren. Und, das mit höchster Konzentration. Für ein Foto meines „Kunstwerks“ stellte ich mich auf die schmale Brücke und balancierte entlang der Mauern. Ohne Angst. Ohne Gedanken wie: Was könnte passieren wenn, ich ins kalte Wasser falle? Oh, ist das tief! Oder, oder oder … .

Was nicht bedeutet, dass ich die Gefahr nicht abschätzte oder vorsichtig war, was meine Schritte anbelangte. Wieder auf dem Boden, mit Bild in der Tasche fiel mir eine Kletterszene meines Sohnes ein. Er kletterte auf ein Spielgerüst. Ich erinnere mich, wie ich in jeder seiner Bewegungen einen möglichen Fall sah. Er dagegen, stieg von Sekunde zu Sekunde höher, als wäre es sein täglich Brot. An einer Stelle rutschte er leicht ab. Ich sah ihn schon am Boden mit geöffnetem Kopf liegen. Ein kurzer lauter Schrei konnte ich mir nicht unterdrücken (Eindeutig ein Angstproblem, zu der Zeit). Mein Sohn erschreckte sich und verlor daraufhin, für einen Bruchteil, einer Sekunde die Haltung. Schnell fand er wieder Halt und kletterte weiter, um vom Ende runter zu rutschen. Unten angekommen rennt er auf mich zu und brüllt lächelnd: „Mama, warum hast du geschrien?“ Ich: „Weil, ich dachte du bist ausgerutscht und fällst auf den Boden!“ Mein Sohn daraufhin: „ Ich hab mich festgehalten! Ich habe aufgepasst. Ich bin erst abgerutscht, als du geschrien hast.“

Ich musste damals Lachen. Ja. Kinder wissen meist, mehr im Vergleich zu uns und können oftmals Gefahren besser einschätzen. Sie sind durchaus frei von Ängsten und Sorgen, was ihnen eine Objektive Herangehensweise ermöglicht. Sie fürchten sich nicht, weil sie nicht wissen was Furcht tatsächlich bedeutet. Sie kennen Leid nicht, wie wir Erwachsene es kennen.

Wir Erwachsene, die aufgrund der schmerzhaften Erfahrungen aufgehört haben, an das Gute, das jetzt und den Glauben zu vertrauen. Wenn, ich von Glauben schreibe meine ich nicht den Religiösen. Ich meine der Glaube und das Urvertrauen an sich selbst und daran, dass man alles schaffen kann. Der Glaube, der uns sagt, dass es für alles eine Lösung gibt. Dazu ist nur tüfteln an Möglichkeiten notwendig. Dies Ausprobieren und jenes Versuchen und irgendwann mit ein bisschen Geduld, findet man schon etwas um dem Erfolg näher zu sein. Die Herangehensweise von Kindern.

Ich bin weitergelaufen, in Gedanken an meinen Sohn und wie viel ich eigentlich von ihm lernen kann. Noch immer hoch motiviert, rannte ich einen Berg hoch, denn ich war am Markt verabredet und war spät dran. Wieder fühlte ich mich in die Zeit zurück versetzt. Nun war ich eine mittelalterliche Kauffrau, mit der Mission den Markt zu erkunden. In der Stadt angekommen, war ich von den Details begeistert, obwohl ich nicht das erste Mal dort war. Die selbstgebauten Bänke an den Häusereingängen, die verschnörkelten Fensterläden und die vielen Mauermalereien aus der Zeit der ersten Städte, beindruckten mich. Der Wind brachte Gerüche von gebrannten Mandeln, warmen Winterspeißen und frisch gekochten Gemüse mit. Uhh, mein illusionäres Gefühl wurde von der Welt perfektioniert.

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Ich fühlte mich wie eine Königin, zu allem im Stande. Es war wunderbar und das, obwohl es „nur“ ein einstündiger Spaziergang war. Für mich war es ein toller Ausflug. So habe ich das alleine bisher noch nicht erlebt.

Wisst ihr, wann ihr das letzte Mal frei von allem wart und einfach mal im Moment? Wann ihr aufgehört habt, die Fantasie zu nutzen? Wann war euer geistiger Moment des Erwachsenwerdens? Kennt ihr solche Ausflüge alleine? Wenn, ja würde ich gern eure Erwachsenes-Kind- Moment lesen. Bin gespannt.

Mein Sohn, ein großartiger Weiser, wie aller Kinder. Er berät mich auch bei meinem aktuellen Projekt. Der Bau von Fotolichtboxen für meine Arbeit. Er hat sie mit mir konstruiert. Bilder stelle ich bei Fertigstellung ein. Warum, ich das jetzt schreibe? Weil, Kinder eine ausgeprägte Fantasie besitzen. Geht es ums erfinden und konstruieren, kommen sie auf Ideen, die wir nicht sehen. Auch wenn, Kinder noch nicht die Sprache und Möglichkeiten haben, sich mitzuteilen, verstehen und können sie mehr als wir ihnen manchmal zutrauen. Oder was denkt ihr?

Ich wünsche euch einen schönen Sonntagabend, gestaltet ihn nach euren Vorstellungen.

Ich werde wieder weiter basteln. Freue mich von euch zu lesen.

Love each other  ❤  ❤

Sahra Warrelmann

Das vergessene Bedürfnis nach Gemeinschaft

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An jedem Tag an dem du aufwachst hast du alles was du brauchst.Das sagte mir vor einiger Zeit ein älterer Herr nachdem ich ihm erklären wollte, dass wenn ich das und das hätte zufrieden wäre, denn ich hätte alles was ich brauche.
Stunden verbrachte ich mit denken bis ich verstand was er mir damit eigentlich sagen wollte. Wie konnte ich alles haben wenn ich nicht das hatte was ich brauche, na ja bis auf mich selbst. Tagelang nahm ich den Satz in Einzelteile bis es endlich einen Sinn ergab.
In der rasenden Zeit in der wir leben bleibt kaum noch Zeit für wirkliche soziale Interaktionen. Der Tag ist voll mit den verschiedensten Terminen. Alles natürlich ein Muss. Die Freizeit, die Arbeit und das Privatleben aufgeteilt und gegliedert. Das Internet ist für unsere Zeit das perfekte Zaubermittel. Es schenkt uns die Gelegenheit mit den Menschen die wir mögen in Kontakt zu bleiben und mit der Welt in Verbindung zu bleiben. Irgendwie paradox.

Warum in die virtuelle Welt eintauchen, um die reale Welt zu erleben?

Welch hohen Stellenwert der Gemeinschaft gemessen erkennen wir ganz leicht mit einem Blick auf die Medien. Überall schreit es nach Zugehörigkeit. Alle wollen wir eins sein. Etwas oder jemanden zugehören. Einer Gruppe, einer Region, einer Nation, einer Religion, einem Trend oder oder oder.
Eigentlich sollte das in der heutigen Zeit so einfach wie noch nie sein, wir sind zumindest im Besitz der Möglichkeiten. Dennoch bewegen wir uns hin zur Anonymität. Kein Wunder, wie soll das auch bei der Masse an Menschen sein. Die Städte explodieren, die Bauflächen immer weniger, sodass zwischen Landwirtschaft und Wohngebieten entschieden werden muss.

An allen Stellen scheint es zu fehlen, obwohl uns doch mehr zur Verfügung steht als das wir es verbrauchen könnten. Schon wieder so ein Paradoxon.
Wir haben verlernt miteinander zu leben, uns kennen zu lernen und gegenseitig vertrauen aufzubauen. Wir schenken Firmen unser Vertrauen die uns offensichtlich schaden wollen, wir geben Banken unseren Zuspruch die uns ausnehmen, wir setzen das Kreuz auf Kästchen, die uns gefangen halten und wir glauben Medien die ihr Drang zur Lüge mehr als einmal präsentiert haben. Aber auch das ist verständlich. Wie sollen wir all die Menschen einschätzen lernen? Politiker, Bankenchefs, Firmen CEO´s, Könige, Präsidenten und so weiter. All jene die etwas zu sagen haben. Wir kennen sie ja nicht. Wir haben nie ein Wort mit ihnen gewechselt. Dennoch treffen sie Entscheidungen die mich betreffen.
Früher war das noch einfach und mit früher mein ich so richtig Früher. Als die Dorf/-Stadtgemeinden überschaubar waren. Da wusste man wen man wählt. Woher das Essen kommt, warum es heute keine Milch gibt. Man musste keine Gedanken an einstürzende Nähfabriken verschwenden , die aufgrund Sparmaßnahmen brüchig waren, denn da ging man bewusst mit seiner Kleidung um. Man wusste welche Mühe darin steckte. Welch ein Wert ein Kleid oder eine Hose hatte. Wie viel Stunden mehrere Frauen oder Männer in Güter steckten.
Ist doch kein Wunder! Dass wir kein Bewusstsein für Ökologie und Ökonomie entwickeln. Es reicht ein Gang zum nächsten Konsumtempel und schon ist man mit all den Dingen versorgt die nötig sind um die Bedürfnisse wieder aufzufüllen. Es müssen keine Gedanken über die Beschaffung und Verarbeitung verschwendet werden. Es ist halt einfach da. Für den Betrag X erworben und fertig.
Ich denke wir würden bewusster mit dem was wir Verbrauchen umgehen, wenn wir an der Herstellung beteiligt wären oder mit der Arbeit die dahinter steckt vertraut wären. Es bedarf eine Menge um ein Brot zu backen, wenn es nicht gerade eines ist das mit irgendwelchen Verstärkern und Zucker vollgepumpt wurde.

Um Gemeinschaft zu finden müssen wir den Wert der einzelnen Individuen erkennen und ihre Rolle in der Gesellschaft. Respekt, Toleranz, Ehrlichkeit und Vertrauen lässt eine Gesellschaft zu einer Gemeinschaft heranwachsen, doch dazu bedarf es Interesse, Wertschätzung und Kontakt.


Meine Erfahrung mit regionalen Anbietern.

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Wie Gemeinschaft funktionieren kann konnte ich bei meinem Besuch der Erligheimer Mühle erleben. Und weil sie alle so lieb und offen zu mir waren folgt eine überzeugte Werbung! Ein Familienunternehmen wie sie es sind hat es verdient, gelobt und beworben zu werden. Schaut auch gerne mal vorbei wenn, ihr in der Region seid. Lohnt sich auf jeden Fall 🙂

Den ersten Kontakt zu einem Direktvermarkter hatte ich mit der Erligheimer Mühle, ein Familienbetrieb im Kreis Ludwigsburg. In ihredsc_0534r Mühle mahlt und stellt der Betrieb selbst her. Mit regionalen Rohstoffen erzeugt die Erligheimer Mühle Produkte wie Mehle, Backmischungen, Müsli, Bratlinge und ein breites Spektrum an glutenfreie Lebensmittel. Produkte mit Qualität. Authentische und freundliche Mitarbeiter runden den Betrieb ab.
 Auf dem Ludwigsburger Markt, durfte ich die das Familienunternehmen kennenlernen. Denn der Vertrieb der Produkte erfolgt über Märkte, verschiedenen Läden/Hofläden und Lieferungen frei Haus in der Region. Eine freundliche Mitarbeiterin begrüßte micdsc_0597h. Seit ein paar Jahren arbeitet sie nun für die Erligheimer Mühle. Wie ich finde, mit Herz. Für jeden Kunden hatte sie ein Lächeln auf der Lippen. Authentisch und lebensfroh, so habe ich die Mitarbeiterin der Erligheimer Mühle erlebt. Natürlich kommt es nicht nur auf die Freundlichkeit an. Sie glänzt auch mit Wissen über die Produkte und Herstellung und konnte jedem Kunden die Fragen beantworten. Das findet man nicht immer. Das zeigt mir, dass sie Spaß an ihrer Arbeit hat und dahinter ist.
Was will man als Kunde mehr?

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Liebe Grüße, lebt gesund und lang und in Frieden 🙂
Sahra

 


Noch ein Paar Links für euch 🙂

  • Vorteile für den Verbraucher hier lesen.
  • Infodienst Landwirtschaft hier lesen.
  • Lokal statt Global Vor und Nachteile und Infos über den regionalen Konsum. Hier
  • Was ist Gemeinschaft? Mehr lesen hier.

1 Monat ohne Nachrichten und sonstige Berichterstattungen!

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Ein Monat ist es nun her, als ich das letzte Mal einen Nachrichtenartikel las. Ich habe mich über die letzten Wochen von Fernsehen(das schon länger), Nachrichten, Facebook (Im Sinne von, danach schauen was andere so machen und was in der Welt vor sich geht), sonstigen Social Medien, Werbung und Radio distanziert.

Eigentlich passierte das mehr unbewusst. Ich hatte genug von dem ganzen negativen um mich herum. Durch die Eskalation im privaten wollte ich gar nichts mehr von der Welt da draußen wissen. Warum auch?- bei mir gab es ja genug zu erledigen. Nach 2 Wochen Abstinenz viel mir auf, Hey, ich weiß ja gar nicht mehr was um mich herum passiert. Ich registrierte das nur kurz. Eine Woche später wurde mir dann bewusst wie es meine Stimmung beeinflusste.

Es gab nichts worüber ich mich aufregen sollte.

Asylbewerber, AFD, zu wenig/zu viel Geld, Steuerbetrug, Trump, Nazi. Mauer, Terror, WM, Stress, Krieg, Zerstörung, ein Streik, Bauprojekte die nicht fertig werden, Politiker die über die Stränge ziehen, Promis die halt leben und deswegen auch Kinder bekommen, heiraten und sich trennen, Bomben, Werbung, Kaufrausch, Schönheitsideale, falsche Werte, Heuchelei, Lügen

all das blieb mir in den letzten Wochen fern. Ich hatte immer geglaubt, dass es mich mehr stören würde, wenn ich nicht mehr wüsste, was in der Welt vor sich geht. Ich dachte, gerade ich als Politik-Interessierter Mensch, ich der glaubte, dass man nur durch Interesse Veränderung hervorrufen kann, ich die glaubte, wer sich von dem was geschieht, abwendet nicht besser ist, als jene die aktiv dabei sind. Doch jetzt bin ich ganz anderer Meinung.

Ich kann nicht beeinflussen, was passiert. Hunger kann ich nicht verhindern. Zerstörung, Tod, Krieg & Gewalt kann ich nicht aufhalten. Mein Einfluss auf das Handeln meines Umfelds ist gering. Ob ein Politiker seine versprechen einhält, weiß ich nie genau. Jemanden mit fremdenfeindlichen Gedanken werde ich schwer davon überzeugen können, dass nicht alle Menschen gleich sind. Einem Gläubigen werde ich kaum davon überzeugen, dass sein Gott nicht existent ist. Ich werde nichts davon verändern können nur weil, ich es verfolge oder mich dafür interessiere. Es passiert egal wie ich mich verhalte. Also warum sollte ich mich damit befassen und mich unnötig aufregen? Warum solle ich mich mit belanglosen Dingen wie die Haarfarbe von XY oder die neuen Klamotten von SX oder was auch immer, befassen? Es gibt doch so viel mit dem ich mich in meiner eigenen Welt beschäftigen möchte. Familie, Freunde, Arbeit, Freizeit, ICH, all dem Bedarf Pflege und Zeit, die ich nicht in so etwas investieren möchte.

Denn schließlich, verändere ich die Welt nur dann, wenn ich agiere. Beginne ich, in meinem kleinen Umfeld Veränderungen zuzulassen, erkenne ich schnell, dass sich das wie ein Lauffeuer ausbreitet. Da ist es nicht mehr nötig, die Welt in der Politik oder auf sonst eine Art und Weise zu verändern.

Heute wagte ich wieder einen Blick in das Weltgeschehen. Es war interessant zu sehen, dass sich rein gar nichts in den letzten Wochen veränderte. Es sind immer noch dieselben Themen mit teilweise anderen Akteuren.

Einen Vorschlag. Wie wäre es mit relevanten Nachrichten. Warum hinterfragen wir nicht das was passiert? Warum greifen wir nicht wichtige Themen auf? Zum Beispiel:

  • Warum gibt es genug Lebensmittel auf der Welt aber Hunger leidende?
  • Wie kann es sein, dass bereits Kinder gewalttätig sind?
  • Wieso ist Rassismus heute noch Thema?
  •  Im 21. Jahrhundert noch immer keine Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau
  • Neue Mauern zum Schutz der Grenzen gezogen. Verstoß gegen das Grundrecht jedes einzelnen Menschen!
  • Vater tötet seine Frau mit Kindern. Warum lassen wir so etwas in unserer Gesellschaft zu? Warum lernen wir nicht von klein auf mit unseren Emotionen umgehen?
  • Mensch 2016 glaubt immer noch das er alles kontrollieren kann.
  • Sommer 2016 noch immer kein Weltfrieden

Wie wäre es mit Nachrichten die zum Nachdenken anregen? Schlagzeilen, die von den tatsächlichen Ereignissen der Welt berichten.

1 Monat ohne all diese negativen Einflüsse…

… Ich kann jedem, den Test nur empfehlen. Es bleibt so viel mehr Zeit und Energie. Vielleicht erkennen wir dann auch, das die Zeit für eine neue Art von Berichterstattung reif ist.

 

Es ist gut so wie es ist!

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Wenn ich daran denke, an was ich alles denken sollte, um ein ökologisches, soziales, politisch korrektes, Leben zu führen, ist mir der Versuch bereits zu mühsam.
Zu viel Verzicht. Kosten, die ich nicht decken kann. Komplizierter Einkauf. Recherchen im Vorfeld. Disziplin, Geduld und Durchhaltevermögen …
… All das für ein besseres Leben.

Wenn ich wirklich nur regional, fair, gesund und bewusst konsumieren möchte, sollte ich ein sehr einfaches & gleichzeitig hartes Leben führen. Die Wohnung wäre fast leer geräumt und meine Gewohnheiten müssten umgestellt werden. Zumindest wenn ich es zu 100 % ernst meine. Der Kauf von einem simplen Dekoartikel oder eines Hygieneartikel kann „falsch“ sein. Die Produktion, den Versand, die Lagerung. All die Ressourcen, die verbraucht wurden. All die Menschen, die mein Produkt in unterschiedlichen Stadien in der Hand hielten. All die Rechte, die verletzt wurden. Vollkommen faire Produkte sind eher Einzelfälle. Sie zu finden ist schwer und aufwändig.

Als Mensch gestalte ich mir schließlich alles so einfach wie möglich. Als Bewohner eines reichen Landes weiß ich, dass selbst die Harz-V-Empfänger relativ gut leben.
Ich breite mir keine Gedanken über die Herstellung meines Handys. Unmengen Verpackung an meinen Produkten stören mich gelegentlich. Der Müll interessiert mich nur dann, wenn ich ihn auf der Straße sehe oder den Hausmüll entsorgen muss. Beim leckeren Abendessen, Grillen mit Freunden oder Kaffee und Kuchen, denke ich auch nicht an Leute, die gerade an Hunger sterben. Wenn ich mit dem Auto zum Einkaufsladen um die Ecke fahre, interessieren mich die Umweltfolgen wenig.

Nachrichten, Videos und Bilder aus anderen Regionen konfrontieren mich mit der Realität. Für einen längeren Augenblick frage ich mich, wie der Mensch so leichtsinnig mit der Erde umgehen kann. Ich laufe durch das Zimmer. Ach ich kann ja nicht jedem helfen. Und außerdem schränke ich mich ja schon genug ein. Ist ja nicht meine Aufgabe für fairen Konsum (in allerlei Hinsicht) zu sorgen. Also fahre ich mit dem Auto zum Supermarkt um die Ecke. Ich kaufe mir ein paar Schokoriegel, Chips, ein paar Haargummis und Energiedrinks, damit ich fit bleibe. Zu Hause schalte ich den Fernseher und Laptop an. Damit ich in Verbindung stehe, stöpsel ich mein Handy an das Akkuladegerät. Der TV im Hintergrund raschelt. Ich genieße den wohltuenden Snack.

Muss ein faires Leben kompliziert sein? – Nein! Muss es nicht.

Bewusst Leben ist zu Beginn eine Umstellung. Ungewohnte Strukturen verunsichern und werden daher als anstrengend empfunden. Kein Wunder. Denn du handelst gegen deine Angewohnheiten. Alles Unbekannte muss kennengelernt werden. Das erfordert Zeit, Geduld, Interesse und Motivation. Eine Veränderung sollte bewusst passieren. Gerade wenn es etwas ist, von dem du genau weißt, dass es schwierig sein wird.
Wenn ich z.B. über Jahre hinweg rauche, eigentlich noch Spaß daran habe, dann ist es wenig sinnvoll von heute auf morgen aufzuhören. Ich muss mir im Vorfeld darüber klar sein, dass ich scheitern könnte. Mein Körper könnte das Nikotin einfordern. Also brauch ich Alternativen, falls es zum Suchtdruck kommt. Nicht nur der Körper verlangt das Nikotin. Über die Zeit entwickelte sich das Rauchen zu einem Ventil. Ich nutze es zum Verdauen nach dem Essen, als Beruhigung in Stresszuständen oder einfach wenn mir langweilig ist. Skills (Werkzeuge bzw. Fähigkeiten) helfen zur Überbrückung. Musik oder Meditation zur Stressbewältigung. Ein kleiner Spaziergang nach dem Essen u.v.m. .
Dasselbe gilt auch für ein bewusstes und faires Leben. Es ist hilfreich, einen Plan im Vorfeld zu entwickeln. Ein realistisches Ziel stecken. Wenn du es erstmal versucht hast, kannst du immer noch entscheiden, ob du weiter gehst oder nicht. Vielleicht reicht dir deine bereits gewonnene Veränderung.
Bewusst leben bedeutet für mich, mir mein eigenes Verhalten vor Augen halten. Es steht für Verantwortung.

Zum Beispiel:

Ich kaufe in einem Discounter für wenig Geld Fleisch ein. Sollte ich mich anschließend über die Haltung der Tiere empören?

Bei H&M, Primemarkt und Co kaufe leiste ich mir für 4.99€ 3 T-Shirts zum Preis von einem. Kann ich mich dann darüber wundern, dass in Bangladesch junge Frauen »gerne« 18 Stunden täglich arbeiten?

Ich bin keine Öko und auch nicht so naturverbunden. Ich liebe die Stadt und die Menschen. Ich mag die Technologie und ihren Fortschritt. Es gefällt mir in kürzer Zeit Wäsche waschen zu können, ohne wirklich dafür arbeiten zu müssen. Von A nach B mit relativ wenig Aufwand. Klimaanlagen, die das Leben erleichtern. Ich liebe es meine Haare färben zu können oder meine Kleidung nicht unbedingt nach Funktion aussuchen muss. Ich genieße den „Luxus“ und seine Annehmlichkeiten. Ich möchte auch nicht um jeden Preis darauf verzichten. Ich möchte Alternativen schaffen die es jedem ermöglichen sich an dem Wohlstand zu erfreuen.
Ich muss mich also fragen, müssen so viele Autos produziert und gekauft werden? Warum können nicht weniger Autos hergestellt werden? Warum muss das Autobahnnetz ausgebaut werden? Warum kann das gesparte Geld nicht in öffentliche Verkehrsmittel gesteckt werden. Damit sie zuverlässig sind. Damit ein Auto nur noch selten genutzt werden muss …
… Es gibt genug Alternativen, sie müssen nur geschaffen werden!

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Liste: Bewusster Leben!

Standard

Halli Hallo 🙂  

Hier findest du eine Liste mit Tipps und Tricks für ein bewussteres Leben.

Die Liste wird immer wieder aufgefrischt 🙂
Möchtest du etwas ergänzen? Schreib mir einfach 🙂

 

Lebensmittel/Nahrung

Lebensmittelkooperative oder auch Foodcoop
In einer Gemeinschaft Lebensmittel teilen und organisieren. ( Foodsharing in Berlin)

Speisepläne helfen beim Planen des Einkaufs. Lebensmittel müssen nicht weggeschmissen werden, da nur das eingekauft wird, was auch verbraucht wird.

Resteessen und wiederverwerten. Manchmal können Lebensmittel nicht so appetitlich wirken. Dennoch lassen sich leckere Gerichte zaubern. (Rezepte folgen noch! Bei Bedarf können eigene Rezepte gerne verlinkt und veröffentlicht werden.)

Regionale Produkte

Leitungswasser anstatt Wasser aus dem Geschäft. Gerne auch gefiltert. Günstige Wasserfilter gibt es in Drogeriemärkten und anderen Geschäften mit Haushaltsgeräten.

– Besuch beim Bauern. Fragen ob es möglich ist in großen Mengen einzukaufen. Bei regelmäßigen oder langfristigen Kontakt, sind oftmals auch „Abo´s“ möglich.

Türkische-, afrikanische-, asiatische– etc. Läden aufsuchen. (Oftmals frische Produkte und meist günstiger im Vergleich.)

– Durch die Wochenmärkte schlendern.

ausgewogene Ernährung

frisch kochen. Fertigprodukte vermeiden.

– Auf Lebensmittelsiegel achten. Was bedeuten Sie? Was ist in den Produkten enthalten? Woher kommen sie und wie ökologisch sind sie?

Die einzelnen Siegel und ihre Bedeutung: http://siegelcheck.nabu.de/galerie/

Als App
Für Android: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.tapwork.nabu&hl=de
Für Apple: https://itunes.apple.com/de/app/nabu-siegel-check-informationen/id834921130?mt=8
Für Windows: https://www.microsoft.com/de-de/store/apps/nabu-siegel-check/9wzdncrdlcpn

 

Rezepte

–  Einfach und schnell – vegan essen. Lenas Blog 🙂

–  Zahncreme selbst herstellen 

Verpackungen

– Für das Essen zum Mitnehmen. Kein Plastikmüll. Auslaufsicher.
https://www.ecobrotbox.de/mit-eco-brotbox-und-bio-company-plastikfrei-den-fruehling/

– Beim Wiegen von Obst und Gemüse kann gerne auch ein mitgebrachter Beutel verwendet werden. Schon spart man an Plastik.

– Vor dem Einkauf an Tragemöglichkeiten denken, das spart die Einkaufstüte an der Kasse.

– Plastiktüten können meist in den Läden zur Weiterverarbeitung abgegeben werden

– Mehrweg vorziehen. Jedes Produkt das mehrfach genutzt werden kann ist besser als eines das sofort weggeschmissen wird.

– Schreibe Firmen an die übermäßig Plastikverpackungen verwenden. 

 

 

Konsumieren

– Auf dein Hab und Gut aufpassen. Gehe nicht leichtsinnig mit deinem Besitz oder des eines anderen um.

– Muss es immer das Neuste sein? Schau dich in Flohmärkten oder Tauschbörsen um. Du wirst erstaunt sein, was du alles finden wirst.

– Lokal statt online.

– Vermeide Monopole

– Informiere dich über »deine Unternehmen«

– Defekt?- Kein Problem. Do it yourself. Solltest du im Besitz von Linken Händen sein, frag doch einfach Freunde und Familie, ob sie mit dir gemeinsam Handwerkern wollen. http://www.andersdenken.at/upcycling-kreativitaetstraining/                  http://deavita.com/lifestyle/umweltfreundlich/recycling-ideen-mobel-deko-selber-machen.html

Frauen

– Menstruationskappe. Einfache Bedienung. Pflegeleicht. Hygienischer. Umweltbewusster. In diesem Blog alles zusammengefasst. (Lesenswert)
http://www.kosmetik-vegan.de/erbse/womanhood-vegane-und-umweltbewusste-monatshygiene-video/

 Verpackungsfreie Supermärkte:

– Berlin Kreuzberg
http://original-unverpackt.de/

– Berlin Neukölln (teilweise verpackungsfrei/auch vegane Produkte)
http://www.veganladen-kollektiv.net/veganladen/

– Heidelberg
http://www.annas-unverpacktes.de/

– Schwäbisch Gmünd (auch online)
http://regional-und-unverpackt.de/unsere-produkte/

 

 

Online Shops

Lebensmittel:

Hygieneartikel/Kosmetikartikel:

  • Zahnbürste aus Bambus zu Baumfrei.de
  • Seifen, Shampoos… vegetarische  Kosmetik, die dein Herz schneller schlagen lässt.
  • Vegane Pflege. Von Gesichtspflege bis Verhütungsmittel
  • Vegane Naturprodukte bei Manna

 

Kleidung:

  • Ökologische, stylische Kleidung und noch mehr.

 

Wohnen:

  • Alles zum Wohnen und Einkaufen hier.

 

Küche/Haushalt:

 

 

Büroartikel:

 

 

Kinder:

 

 

 

 

 

 

Quellen:

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Es ist gut so wie es ist!

Shiftphone das Faire Smartphone?

Initiativen gegen Plastik:

http://green.wiwo.de/kampf-gegen-muell-im-meer-fuenf-innovative-ideen-fuer-saubere-ozeane/

http://www.coplare.de/coplare/intelligente-plastik-recycling-ideen/

http://plastikmeer.plasticontrol.de/

Die Karte auf dem Bild stammt von folgender Seite: http://123hdwallpapers.com/de/map-light-green.html#.VzKkDDCLTIU

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