Die alten Geschichten ihre heutigen Kriege!

Wenn ich mir früher alte Geschichten von vergangenen Tagen anhörte, dann handelten sie von kalten Kriegen, deprimierten Rationen, harter Wiederaufbau, der Mauer und die verfeindeten Ostdeutschen.

Heute sitze ich in einem Zimmer und lausche einer anderen Geschichte, aus vergangenen Tagen zu. Dort sind die Zeiten ebenso deprimierend gewesen. Frauen wurden legal vergewaltigt und bei einer Schwangerschaft getötet. Die Kinder, dieser Frauen, wurden als Sklaven gehalten, die Männer ausgepeitscht und wie Vieh zum Arbeiten getrieben und in den meisten Fällen schrecklich getötet. Erst im Jahre 1994 endete diese Geschichte, die mit 20 Jahren noch in der nahen Vergangenheit liegen.

In beiden Fällen handelt es sich um starke Völker, die versuchten für Ihre Rechte einzustehen und Frieden für ihre Bevölkerung zu schaffen. Auch wenn sie sich gegenseitig durch Gewaltakte auslöschten, wohnte in allen Mut, Disziplin und der Will zu überleben inne.

Durchaus positive Eigenschaften, wäre da nicht die naive Ablehnung einander kennen zu lernen. Der Grund im gegenseitigen Hass ist verschieden. Für die einen ist ihr Glaube eine Barriere, die anderen fürchten den Kontakt zu fremden Personen und wieder andere halten den Jahrhunderte alten Groll aufrecht, ohne selbst so Recht zu wissen, was dahinter steckt.

So werden Kriege geführt, wo der Grund für ein Großteil der Bevölkerung noch immer unbekannt ist. War es in geplatzter Scheck, der das Fass zum überlaufen brachte? Oder sorgte der Fall von irgendwelchen imaginären Zahlen, auf irgendeinem ebenso befremdlichen DAX für Aufregung. Es könnte auch das Gedicht, einer Person im öffentlichen Leben sein welches, eine Kriegserklärung rechtfertigen könnte.

Warum wer, was macht ist meistens unklar, eines ist allerdings spürbar, das jeder von uns die Konsequenzen trägt, ob er/sie nun möchte oder nicht.

Wir sehen in Europa eine von Korruption gesteuerte stolze Arbeitergesellschaft, wo schon Kinder in der 4. Klasse einen Nervenzusammenbruch bekommen, wenn sie die zwei im Mathematik auf Chinesisch-Leistungskurs nicht packen. Wo auf der einen Seite der Straße eine Packung Nudeln zehn Euro kostet, dennoch des Status wegen noch einen 5-er drauf gezahlt wird. Läuft man dann auf die andere Straßenseite kann man eine Dame im Rentenalter dabei beobachten wie sie in die Mülltonnen greift um Pfandflaschen zu sammeln. Wahrscheinlich für das Essen am Abend.

Wir Leben in einem Land, wo scheinbar alles möglich ist, wenn man nur genug leistet und ausreichend gebildet ist. Schauen wir allerdings genau hin ist uns bewusst, dass nicht Fleiß und Willenskraft Indikatoren für Erfolg sind, sondern die Fülle des Geldbeutels oder aber die Zahlen auf dem Konto.

Wenn es schon nicht in Europa rund läuft und einiges geleistet werden muss, um Standards zu schaffen, die für Gleichberechtigung, Frieden und Humanität stehen, wie sieht es dann in den sogenannten Entwicklungsländern aus. Den bereichen der Erde, wo Geld ein seltener Begriff zu sein scheint und der Großteil der Bevölkerung die Neuzeit in Ketten begonnen hat.

Afrika, Teile aus Asien, Südamerika und unabhängig Inselgruppen wie Jamaika und Haiti, ist das Leben ebenso mit Konflikten der anderen Sorte gefüllt.

Noch immer von Europa und den USA besetzt, geleitet oder geführt, was auch gerne mal unter den Namen Entwicklungshilfe fällt, versuchen die Einheimischen Gruppen ihre Unabhängigkeit, zu gewinnen und die tägliche Korruption, zu minimieren. Was schwer fällt im Anbetracht der Tatsache, dass in den meisten Ländern immer noch die Sprache und Kultur der ehemaligen Kolonisten gefordert wird. Eine eigene Gesellschaftsstruktur kann kaum eines der ehemalig besetzten Ländern entwickeln oder ausüben. Sie müssen sich an die Bedingungen „fremder“ Völker halten. Als wäre es nicht schon anstrengend genug eine Marionette eines Marionettenstaats zu sein, fehlt es den ressourcenreichen Ländern an Ressourcen(für die eigene Bevölkerung). Wie soll es auch anders sein, liegt das Recht die eigenen Mittel zu nutzten bei Menschen mit Hilfebedarf nicht vor. So schuften Farmer, Handwerker, Studenten und andere berufstätige jeden Tag stundenlang unter harten Bedingungen, zu einem mickrigen Lohn für die Supermärkte in Europa und den USA.  Familien versuchen ihren Kindern eine Ausbildung oder wenigstens den Schulabschluss zu finanzieren, damit diese nur den Hauch einer Chance haben, aus der Armut zu entkommen. Doch im Grunde wissen auch sie, dass sie maximal einem Kind eine Ausbildung garantieren können und das selbst diese wertlos ist. Denn auch in diesem Teil der Welt, ist nicht Leistung und harte Arbeit entscheiden für Erfolg, sondern die Fülle des Geldbeutels.

In allen Teilen der Welt glauben wir unsere Probleme im Fremdenhass zu finden. Denn würden wir aufeinander zugehen und unsere Anfeindungen beiseite legen, würde sicherlich der ein oder andere Krieg vermieden werden. Die Vermutung rechts vs. links, schwarz vs. weiß wäre erneut ein Problem unserer Zeit, scheint im rechtsorientierten Präsidenten und im zunehmenden Wachstum von patriotischen Sympathisanten des Nationalsozialismus bestätigt zu sein.

Doch schauen wir genauer hin, ist die Rassentrennung eine vorgeschobene Begründung, gleich wie die Angst vor dem Islam, die unsere Angst vor der Veränderung kaschieren soll.

Alles verändert sich, rasant und vollkommen unübersichtlich. Das Straßenbild, ist jeden Tag anders und die Anforderungen an den modernen Menschen wachsen stündlich. Der Konkurrenzkampf in der Zivilisationen führt zum Burn-Out der Menschheit. Während die einen angespannt durch den Tag rennen und davon überzeugt sind, die nächste Kriese wartet bereit hinter der Ecke, wollen die anderen Stur an alten Werten festhalten. Wieder andere glauben nun endlich ihre Rechte einfordern zu müssen und ein anderer Teil versucht das ganze Weltgeschehen zu verdrängen und sehnt sich schon nach dem Tod.

Es scheint als wäre keiner mit den Zuständen zufrieden, dennoch sind die Bemühungen in eine gemeinsame Richtung einzuschlagen immer noch sehr gering.

Welch eine Verschwendung wenn ihr mich fragt. Wo wir doch alle voneinander lernen können. Wir könnten all die Erfahrungen, die jede Nation über die Generationen gesammelt hat, verbinden und das Wissen nutzen um Strategien zu finden, die Brücken schaffen und nicht einreisen. Vielleicht lernen wir irgendwann, dass wir alle gleich sind und die Vergangenheit nicht mehr rückgängig machen können. Keine Nation ist unschuldig, daher sollten wir aufhören nach Fehlern zu suchen und anfangen Stärken zu finden.  Wir haben nun lange bewiesen, dass wir in der Lage sind etwas zu finden, was uns stört, vielleicht sollten wir nun herausfinden wie gut wir darin sind, etwas zu finden was uns zusammen bringt.

Adaption anstatt Separation

Love and Peace

Sahra L. Warrelmann

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Das verlassene Kind

Eine Trennung ist für niemanden einfach und schon gar nicht wenn ein Kind im „Spiel“ ist.

Ich weiß noch als ich klein war, glaubte ich für die Probleme meiner Eltern verantwortlich zu sein. Gab es einen Konflikt war ich meist davon überzeugt die Schuld zu tragen. Gäbe es mich nicht würden Mama und Papa sich nicht streiten.  Frieden würde herrschen, wenn ich artiger wäre.

Wie sollte es auch anders sein? Die Erwachsenen sind schließlich unfehlbar. Von ihnen lerne ich. Sie sagen mir wie ich mich beim Essen benehmen soll, welche Kleidung ich tragen sollte um mich vor dem Wetter zu schützen. Sie brachten mir die Nahrungsaufnahme und das Laufen bei. Auf beinahe jede Frage wussten sie eine Antwort. So gab es für mich nur eine logische Konsequenz, meine Eltern waren unfehlbar und ich ein Störfaktor.

Als ich älter wurde verstand ich, dass auch meine Eltern und all die anderen Erwachsen, die für mich lange wie allwissende Riesen wirkten, auch nur Menschen sind. Menschen die Fehler begehen und Konflikte zu lösen hatten. Dabei war es vollkommen egal ob es sich um die leere Haushaltskasse, die Urlaubsplanung oder die Bewältigung des Alltags handelte. Ich verstand das mit dem Älter werden auch Probleme dazu kommen, die man als Kind nicht begreifen konnte.

Was es heißt „Erwachsen“ zu sein und welche Verantwortung das mit sich brachte begriff ich erst als ich selbst Mutter wurde.

Mit 15 stand ich da, schwanger und plötzlich trug ich Verantwortung. Die Tragweite konnte ich bis zur Geburt meines Sohnes nicht erblicken, doch eines war mir schon von Anfang an klar, mein Sohn sollte ohne Angst aufwachsen. Er sollte nie in den Genuss einer Bindungsstörung oder Verlassensängste kommen. Er sollte Liebe erfahren und sich nicht verantwortlich für meine Fehler fühlen.

Die ersten drei Jahre schien es als würde sich mein Vorhaben erfüllen. Ich ging in meiner Rolle als alleinerziehende Mom auf. Kurz nach der Geburt meines Sohnes bestand ich meinen Hauptschulabschluss, zog mit meinem Sohn durch die Welt, schenkte ihm Aufmerksamkeit und Liebe. Ich besuchte die Realschule und bestand als Jahrgangsbeste meine mittlere Reife. Mein Sohn wuchs zu einem glücklichen und aufgeschlossenen Kleinkind heran. Das Abitur und unsere gemeinsame Entwicklung war mein nächstes Ziel. Ich war glücklich. Zumindest sollte ich es sein. Die Rechnung hatte ich allerdings ohne meine Vergangenheit aufgestellt.

Wenige Wochen vor dem dritten Geburtstag meines Sohnes veränderte sich unsere heile Welt! Das Gefühl von Einsamkeit breitete sich in mir aus. Es war zwar alles irgendwie toll aber nicht perfekt. Um alles abzurunden fehlte der Mann an meiner Seite. Ich selbst kenne meinen leiblichen Vater nicht und mein Ersatzvater war nicht unbedingt ein akzeptabler Ersatz im Gegenteil.

Mein Sohn sollte diese Lücke nicht kennen, schließlich braucht ein Junge einen männlichen Part. Auch wenn, ich versuchte ihm Vater & Mutter gleichzeitig zu sein. Vor Fußball, Kräftemessen in Form von „Spielkämpfen“ schreckte ich nicht zurück. Mir war es auch vollkommen egal, ob ich auf dem Spielplatz dreckig werde oder in die Rutsche passte, für meinen Sohn machte ich mich zur Hampelfrau. Auch wenn kein Mann in meinem Leben zu finden war, sollte mein Sohn dennoch Erfahrungen machen, die er eigentlich mit seinem Vater teilen konnte. Dass dies ein schwieriges Unterfangen war Begriff ich erst später.

Nun war ich 18 in der „Blüte“ meines Lebens, alles sollte nun steil aufwärts gehen.

Mein Wunsch nach einer stabilen Partnerschaft wurde immer stärker, mit ihm auch meine Depressionen, die sich von meiner Sehnsucht bis zur Erblindung (Blind im übertragenem Sinne) nährte. Scheinbar schlagartig veränderte sich mein Weltbild. Überall zogen glückliche Familien durch die Straßen. Alle waren glücklich nur ich nicht (glaubte ich in meiner blinden Unwissenheit). Dies musste sich ändern! Ein Partner musste her. Durch meine Sehnsucht verlor ich den Überblick und den Sinn für jegliche Vernunft und Verantwortung. Ich nahm keine Rücksicht auf die Gefühle meines Sohnes, denn letztendlich wollte ich alles zum Guten wenden, obwohl mein Leben schon perfekt war. Ich glaubte richtig zu handeln.

Nachdem ich mir in den Kopf gesetzt hatte das Projekt Mutter-Vater-Kind in Angriff zu nehmen vergingen zwei Monate bis ich die zweite Beziehung meines Lebens aufnahm. Die Gefühle spielten verrückt, Schmetterlinge im Bauch und die Euphorie überfraute mich. Mein Ziel schien erreicht zu sein. Gegen jegliche Vernunft und allen Bedenken von Freunden und Familie stürzte ich mich in eine Beziehung, die für mich und meinen Sohn gravierende Folgen mit sich trug. So schnell wie sie begann endete sie auch. Ich war noch nicht bereit und selbst unzufrieden. Wodurch die Beziehung von Anfang an zum scheitern verurteilt war. Wie sollte ein Mann, die Kluft in mir füllen, die ich nur selbst wieder schließen konnte? Nach kurzer Zeit stellte ich fest, dass ich einen großen Fehler beging. Fernab von Familie und Freunden mussten mein Sohn und ich uns an ein neues Leben gewöhnen. Für meinen kleinen Wurm schien es kein Problem zu sein, im Gegenteil er freute sich an der zusätzlichen Aufmerksamkeit. Ein Mann, der mit ihm Zeit verbrachte, der ihn mochte und ihn gerne um sich hatte, der sich liebevoll um ihn kümmerte. Wunderbar.

Auf Grund meiner Probleme ging die Beziehung in die Brüche. Ich fühlte mich schuldig und schämte mich nicht auf die mahnenden Worte gehört zu haben. Da war ich nun, verlassen in einer fremden Stadt mit Kind. Eine komplette Veränderung zu meinem vorherigen Leben.  Von Sekunde zu Sekunde wuchsen die Schuldgefühle in mir heran. Wie konnte ich nur so etwas tun? Wie konnte ich meinen Sohn und mich in solch eine Lage bringen? Warum habe ich meinen sicheren Hafen für eine wage Liebe aufgegeben? Das Abenteuer wurde zum Albtraum.

Die Depressionen wurden schlimmer, es fiel mir schwer mich um meinen Sohn zu kümmern obwohl ich ihn überalles liebte, also dachte ich, ich würde das einzig Richtige tun indem ich ihn vor mir und meiner Zerstörung schütze. Ich brachte ihn in eine Wochenendobhut und legte somit den Grundstein seiner Bindungsstörung. Nachdem ich ihn abgegeben hatte prasselte alles ein. Vergangene Emotionen kamen ans Tageslicht und die Wut gegen mich verwandelte sich in Hass, wodurch ich nichts anderes als den Freitod im Kopf hatte und es somit unmöglich war meinen Sohn wieder zu mir zu holen. Dieser kleine Junge der innerhalb kürzester Zeit so viele Veränderungen und Schmerzen durchleben musste, von welchen ich ihn von Anfang an bewahren wollte…

… Weg von Mama irgendwo unter Menschen die er nicht kannte, ungewiss wann er seine Mutter wieder sehen konnte. Es zerriss mir das Herz in Einzelteile. Doch anstatt zu handeln vergrub ich mich in meiner Schuld. Zum Glück schritt meine Mutter ein und schenkte ihm Obhut und vertraute Gesichter. Ich ging zurück in meine Heimat und beschloss erneut mich meinen Fehlern zu stellen und Verantwortung zu übernehmen.

Mein starker kleiner Wurm hatte sich durch den liebevollen Umgang meiner Familie von den Traumatas erholt. Auch ich fand nach ein paar Downs wieder an Stärke und nahm mein Leben wieder in die Hand. Job, Ausbildung Wohnung und zu meinem zwanzigsten Geburtstag sollte mein Sohn wieder bei mir sein!

Wie das Leben so spielt geschah alles anders. Ich verliebte mich drei weiter Male bis heute und musste jedes Mal feststellen, dass ich nach den falschen Dingen suchte. Die „emotionalen Löcher“ sollten gefüllt werden. Mein krankhafter Wunsch nach einer intakten eigenen Familie trug zu weiteren Verletzungen im Leben meines Sohnes bei. Drei weitere Männer die er liebte, die er mochte und sich an sie gewöhnte waren genauso plötzlich da wie sie wieder weg waren. Keiner hatte auch nur eine Nachricht oder einen Anruf für ihn hinterlassen. Natürlich konnte ich verstehen, dass meine Ex-Partner nach dem heftigen Beziehungsaus, den ich verursachte keine Muse aufbringen konnten mit mir oder meinem Sohn Kontakt zu halten. Ich verstand es und sah auch keine Notwendigkeit darin sie auf meinen Sohn anzusprechen. Sie hatten genug um die Ohren, musste ihre eigenen Scherben wieder aufsammeln.

Die letzte Trennung war für meinen Sohn ein Schlag ins Gesicht. Ich habe Stunden damit verbracht ihm alles zu erklären. Er verstand es und schien irgendwie damit zu Recht zu kommen. Doch in Wahrheit ignorierte ich die Anzeichen, da ich es nicht ertragen konnte meinen Sohn leiden zu sehen und mich selbst nicht mit der Realität auseinander setzen wollte.  Die vermehrten Wutausbrüche, die Fragen über das Wohlergehen meines Verflossenen, die Versuche mich an die gemeinsame Zeit zu erinnern, mit Aussagen wie: „Mama, weißt du noch als wir hier waren und das und das gemacht haben?“ , ließen mich aufwachen. Also stieg ich in meine Mutterrolle, setzte mich mit meinen Sohn hin und fragte ihn nach seinen Gedanken und Gefühlen. Wie Elektroschocks durchzog es mich als mir die Realität ins Auge sprang. Er glaubte er sei für die gescheiterten Beziehungen verantwortlich! Er sah sich als Schuldigen. Wäre er nicht, dann hätte ich all die Probleme nicht.  „Niemand interessiert sich ob ich nicht mehr da bin! Ich vermisse deinen EX! Wie geht es ihm? Warum meldet er sich bei mir nicht?“, fragte mich mein Sohn. Mit diesen Worten begriff ich, dass in meinem Sohn ein Gefühl inne wohnt, das sich erst wieder lösen würde, wenn er alt genug ist um es zu verstehen. Doch bis dahin wird ihn immer wieder das Gefühl plagen im Stich gelassen zu werden.

Die Folgen einer Entscheidung können negativ und sehr gravierend sein wenn, man sich der Verantwortung nicht bewusst ist. Ich habe geglaubt das Richtige zu tun und meinen Sohn vor etwas zu bewahren. Ich wollte ihm eine intakte Familie schenken und meine Fehler nicht wiederholen. Er sollte andere Erfahrungen machen, er sollte vom Leid bewahrt werden.  Mit meinem krankhaften Versuch alles richtig zu machen habe ich Entscheidungen gefällt die zu Gegenteil führten.

Die Fehler sind passiert und lassen sich nicht rückgängig machen. Jedoch kann ich aus ihnen lernen. Das bedeutet, anstatt nach Perfektion zu streben, sollte ich mir der Realität und den Folgen meines Handelns bewusst werden. Agieren anstatt reagieren. Sehen was ich habe/bin und nicht was fehlt. Ich hätte, hätte, hätte…

… Nein ich kann. Ich kann jetzt die Wunden lecken und für ihre Heilung sorgen. Ich akzeptiere, dass ich mit meinem Sohn die beste Familie bin und nichts weiter brauche. Niemand kann mir das geben was  ich brauche und meinem Sohn das geben was ihn leben lässt- Meine Liebe! Darum nehme ich die Laster der Vergangenheit, packe sie in ein Bilderrahmen und hänge es an die Wand, als Mahnmal, das mich daran erinnert mein Ziel nicht aufzugeben…

… Das Ziel meinen Sohn glücklich zu sehen.

Es ist nicht immer einfach als Elternteil und natürlich kann man sein Kind nicht von all dem Unglück bewahren.

Aber liebe Eltern, macht euch bewusst, dass ihr für eure Kinder Götter seid und ihr die Grundsteine für ihre Zukunft legt. Auch die Frauen und Männer, die eine Partnerschaft mit einem Vater oder einer Mutter eingehen oder bereits in einer befinden, ihr habt das Kind nicht gezeugt, allerdings habt ihr es in eurer Leben gelassen.

Seid euch bewusst, dass auch ihr einen entscheidenden Beitrag leistet und die Entwicklung des Kindes beeinflusst. Ihr seid nicht nur Partner! Ihr geht nicht nur eine Beziehung mit einer Frau oder einem Mann ein! Nein es ist auch eine Beziehung zu einem kleinen Menschen, der die Probleme der Erwachsenen noch nicht verstehen kann. Für das Kind bedeutet es Ablehnung ganz egal, wer schuld an der Trennung oder den Konflikten trägt! Ein Kind ist ein Kind, unschuldig, unwissend und verdammt verletzlich! Es lernt von uns, den Erwachsenen. Es nimmt unsere Fehler auf! Es weiß noch nicht, wie es mit den Problemen umgehen soll und muss sich mühselig Skills erarbeiten. Wenn ihr leidet fragt euch, wie es wohl eurem Kind/euren Kindern ergeht!

Passieren Fehler, versucht ein offenes und ehrliches Gespräch zu führen, ganz egal wie unangenehm und anstrengend es ist. Lernt daraus und seid ein Vorbild! Zumindest versucht es!

Seht meine Geschichte als Beispiel dafür wie es nicht laufen sollte. Vielleicht könnt ihr somit Fehler verhindern, die ihr eventuell später bereuen werdet.

Zeigt euren Kindern, dass ihr sie liebt und sie keine Schuld an euren Problemen tragen!

Auf die Verantwortung und Veränderung!

Liebe Grüße

Sahra

Mögliche Konflikte in Deutschland

Meine Recherche über die möglichen Konflikte in Deutschland startete im Internet. Das WWW sollte mir dabei helfen, DIE Konflikte in Deutschland zu finden. Doch die Ergebnisse  der Suchmaschinen waren ernüchternd. Veraltete Nachrichtenartikel und irgendwelche Länder die in Frieden leben, war das Resultat des Internets.

Nachdem ich meine Suche spezifizierte und den Satz „Probleme in Deutschland“ eingab, präsentierte die Suchmaschine folgende Resultate:

Der Fokus bezeichnete nach einer Umfrage den Arbeitsmarkt mit 52% und die sozialen Aspekte mit 36% zu den Top zwei, der Probleme in Deutschland. Zur Focus Umfrage

Für die Internetseite Statista, die sich unteranderem mit Marktforschung beschäftigt gilt Einwanderung und Terrorismus als Konfliktpunkte.Resultate der Seite Statista

Irgendwie unbefriedigend, dachte ich mir nach meiner zwanzig minütigen Informationsbeschaffung. Erdogan der türkische Ministerpräsident, die Kriege in Syrien und Irak, Flüchtlinge, Terrorismus und soziale Unzufriedenheit, das sollen die Konflikte Deutschlands sein?

Nachrichten und das Internet können viel erzählen. Mich interessiert die Meinung der Menschen. Die Individuen bilden doch das Volk und somit Deutschland. Sie mussten die Konflikte Deutschlands kennen. Ich erstellte eine Onlineumfrage. In verschiedenen Facebookgruppen postete ich mein Anliegen.

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Um eine vertretbare Umfrage zu erhalten entschied ich mich für Gruppen unterschiedlicher Ausrichtungen. Von links* bis rechts*, alternativ und konventionell, alle Meinungen waren gefragt.

Nach kurzer Zeit wurde schnell eines klar, es schien so viele Konflikte zu geben.

* Jedem steht frei zu entscheiden, was er für rechts oder links erachtet.

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  • Mangelnde Transparenz der Regierungsmitglieder
  • Fehlende Einbindung des Volks in Regierungsfragen
  • Bevormundung der Bürger
  • Die Macht der USA
  • EU
  • Aufrechterhaltung des sozialen Friedens
  • Medien
  • Bildung
  • Vertrauen
  • Religion

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Viele Konflikte für ein Land?! Na ja, wo viele Individuen aufeinander treffen, gibt es auch eine menge Konflikte. Die Anzahl der Konflikte in Deutschland erschlug mich. Schon der Bildungskonflikt  beinhaltet viele Aspekte, die wichtig sind und durchleuchtet werden müssen. Wie vermitteln wir Wissen? Welche Themen sollten in Bildungsinstituten vermittelt werden? Wie Fördern wir einzelne Projekte? Selbst die Neurowissenschaft, Psychologie und Philosophie befasst sich mit der Bildung. Forschungen werden betrieben um folgende Fragen zu behandeln.

Wie viel Informationen kann unser Gehirn aufnehmen? Welche Lerntypen gibt es? Welchen psychischen Zustand benötigen um gesund zu lernen?

Mir schien es als bestünde Deutschland lediglich aus Konflikten.

Überall unzufriedene Menschen.

Ich ging durch die Straßen und befragte 25 Menschen im Alter von 16 – 60 Jahren.

Nach meiner online Umfrage war ich überzeugt, dass die meisten, Terrorismus, Flüchtlinge und die Politiker als Ursache bezeichnen werden.

Ich wurde vom Gegenteil überrascht.

Ich dachte die Meinungen variieren je nach Alter, Herkunft und sozialen Stand. Ja, ich bekam verschiedene Antworten.

Fehlende Unterstützung der Regierung, die Wirtschaft und Flüchtlinge wurden immer wieder thematisiert.

„Ich habe Angst, nachts durch die Straßen zu gehen!“, sagte eine Dame mittleren Alters in Stuttgart. Ein weiterer beklagte sich über den großen Einfluss der Firmen. „Sie sind in der Lage Gesetze für uns zu bestimmen. Das darf nicht sein!“

Doch die Mehrheit der Befragten stellte am Schluss fest, dass es eigentlich keine Probleme gibt. Wir meckern einfach zu viel.

Die Möglichen Konflikte Deutschlands, sind wie es scheint unterschiedlicher Natur. Eine große Anzahl der Menschen betrachteten jedoch, die politischen Systeme und deren Mitglieder als Hauptkonflikt Deutschlands.

Der Schrei einer verzweifelten Gesellschaft. In welcher jeder einzelne nach Fürsorge sucht. Wir alle wollen beachtet und respektiert werden. Wir wollen irgendwo dazugehören. Freie Entfaltung ist uns wichtig. Unsere Bedürfnisse sollen gestillt werden. Wir wollen glücklich sein.

Ich glaube unser größter und einziger Konflikt ist der Mensch in sich. Alles anderen Themen, sind nichts weiter als Symptome des Defizits. Wir sind schnell wachsende Individuen, mit Fähigkeiten, die wir bis heute nicht richtig einzusetzen vermögen.

Wir forschen im Weltall, in den Tiefen der Weltmeere und sezieren Tiere, all das für ein Ziel – die Suche nach dem Ich. Wir nehmen Qualen auf und zerstören uns für die Wissenschaft und letztendlich unseren erhalt. Wir rennen durch die Zeit, wie Verrückte und wollen alles jetzt und sofort haben. Es könnte ja morgen vorbei sein. Tod, ohne jemals zu wissen, wer ich gewesen war. Ein trauriges Ende für viele.

Wir haben Angst, in uns hineinzusehen und nach den wahren Konflikten zu schauen. Also konstruieren wir einfach welche. Der Islam verbreitet Hass und ist schuld an unserem Gewaltpotenzial. Die Politiker sind korrupt und erzählen lügen, deswegen können wir alle machen was wir wollen. Die Medien senden keine Informationen mehr, was dazu führt, dass nun jeder meint nur noch seine Wahrnehmung für absolut real und richtig zu halten.

Und so könnte ich nun ewig weiter philosophieren.

Konflikte entstehen dann, wenn wir nicht bereit sind, nach der Ursache zu schauen. Vielleicht genießen wir auch den Zustand.  Das Freilegen der Ursache präsentiert die Wahrheit. Die Wahrheit ist das, was wir am wenigstens verkraften, auch wenn wir laut nach ihr schreien.

Oder was denkt ihr darüber?

Liebe Grüße

Eure Sahra

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Danke Daniel Nemeth für deine Unterstüzung bei der Umfrage 🙂 In Englisch gabs dafür zwar ne 2,5 aber… Es hat trotzdem Spaß gemacht 🙂

 

Die Welt, die ich nicht verstehe!

Sieben Uhr morgens, alles sollte noch schlafen. Schlaf. Ich sehe die Sehnsucht nach einem warmen Bett in den Augen der Menschen die mit mir ein Schicksal teilen, berufstätig (Schüler, Studenten, Ehrenamt und andere beschäftigte mit eingeschlossen).

Leer Blicke kreuzen sich, die starr in der Luft ausharren. Was wohl die junge schwarzhaarige Frau, mit meiner Meinung nach viel zu leichter Bekleidung für diese Jahreszeit, auf dem Sitz gegenüber denkt? Meine Haltestelle wird aufgerufen. Ich muss aussteigen. Zügig erklimme ich den Berg auf meinem Arbeitsweg, dabei kreisen meine Gedanken um meine Mitfahrer in der Bahn. Nur die wenigsten schienen erfreut über den frühen Beginn Ihres Tages. Warum sitzen wir eigentlich im frühen Boot? Was treibt uns an? Sollten wir diesen Zustand nicht schon längst gewohnt sein? Schließlich ist es der frühe Vogel, der den Wurm fängt. Zumindest behaupten das die Verfechter des frühen Morgens.

Ich verstand nie, warum wir Dinge ausführen, die wir gar nicht wollen, um etwas zu sein, was wir nicht sind.

„Es ist so! Du wirst niemals eine Veränderung erwirken! Nichts wird sich ändern, die Menschen sind so!“, das sagte mir heute ein Kollege, während wir über Gesellschaftsthemen diskutierten. Zu oft durchdrängten Worte wie seine mein Ohr. Als wäre es unmöglich sich vorzustellen, wie es anders laufen könnte. „Wie willst du das anstellen? Wie willst du dafür sorgen, dass wir ohne Geld leben oder in Frieden? Da macht doch keiner mit. Keiner würde ohne Geld arbeiten gehen oder seine Zeit für etwas investieren, wenn er dafür nicht entlohnt wird. Wir brauchen Geld, wir brauchen das System, weil es anders nicht möglich ist. Es funktioniert einfach nicht.“ Meine Antwort darauf viel knapp aus, denn ich bin nicht im Besitz einer Musterlösung für die Probleme der Welt und gewiss nicht in der Lage den perfekten Entwurf zu erstellen. Zumal ich mir das auch nicht anmaßen möchte. Doch wie schön wäre es wenn, wir mehr Interesse für gesellschaftliche Fragen aufbringen könnten.  Natürlich sind Umstellungen in den aktuellen Systemen unserer Zeit schwierig bis unmöglich. Deswegen sollten wir weiter denken. Ist es, nicht möglich Bestehendes zu verändern, kann man es so lassen oder Alternativen finden! Eine unbefriedigende Situation muss nicht dauerhaft ausgehalten werden.  Keiner muss darin verharren und unglücklicher werden.

Aber was soll´s? uns geht es doch gut oder? Konflikte treten nicht auf, Kriege sind nichts weiter als eine Erfindung der Gamingindustrie, Ungerechtigkeit eine Fabel, Gewalttaten sind Märchen und Dokumentationen über Hungersnöte nur die wahnwitzigen Ideen eines Fantasy-Autors. Es ist doch alles gut. Warum etwas ändern?

Ich verstehe die Menschen nicht und schon gar nicht den Lauf der Welt. Ich verstehe nicht, wie man täglich in seinem Trott leben kann, ohne nach rechts uns links zu schauen, um mit dem Eintritt in die Schule seinen Verstand in der Schultüte verrotten zu lassen. Beschweren ohne etwas zu Leisten unser täglich Brot. Die von uns geschaffene Einfachheit muss in vollen Zügen genutzt werden, ob das nun sinnvoll ist oder nicht, ist eine andere Frage.  Wir sehnen uns nach Freiheit, Unabhängigkeit und der Möglichkeit die eigenen Interessen ausleben zu können, doch dafür zu arbeiten… Nö! Die Sehnsüchte müssen schon auf einem Silbertablett präsentiert werden, damit ich mich bewege. Einfach soll es sein, ohne Anstrengung und Mühen.

Wann sehen wir ein, dass unsere Art zu leben für niemanden einfach ist. Nur ein kleiner Teil der Weltbevölkerung zieht einen Nutzen aus unserem derzeitigen Verhalten. Dass, die Vielen die keinen Profit von den Politischen und Gesellschaftlichen Strukturen tragen stumm das Ganze ertragen, ist für mich noch immer ein Mysterium.
„Sprich mit den Politikern darüber oder geh zu den Firmenchefs“, wurde mir vorgeschlagen. Typische Aussagen. Die Bevölkerung möchte sich beschweren, Verantwortung möchte sie allerdings keine übernehmen. Wir (Bürger, Mensch, Politiker, CEO`S. Lehrer, ALG2 Bezieher und so weiter)sind Teilnehmer des Lebens, wir können nicht so tun als würde es uns nicht angehen und wie stille unbeteiligte Beobachter am Rand stehen. Gesetze, Politik, Wirtschaft, Humanismus, Ethik, etc. betrifft jeden von uns. Wie können wir sagen, dass Politik eine Sache der Politiker ist oder die Gründung eines neuen Systems die Angelegenheit der Obrigkeit?

Ich bin den ganzen Tag ausgelastet. Arbeit, Kind/er, Schule, Studium, Freizeit, Papierkrams und/oder sonstiges nimmt mich ein. All das beansprucht Zeit, da kann ich mich nicht noch mit der Welt befassen. Außerdem, was geht es mich an wenn, die Bevölkerungen der „Entwicklungsländer“ ausgebeutet werden. Ist ja nicht meine Schuld. Es sind die Entscheidungen der Politiker, CEO`s und anderen patriarchalischen Personen. Ich mache da doch gar nicht mit. Ich will einfach nur günstige und qualitativ hochwertige Konsumgüter. Wie das Zeugs her kommt, ist mir egal. Hauptsache ich kann in den Laden gehen und das Kaufen was ich möchte oder?

Zumindest ist das die Meinung ZU vieler Personen! (Ich weiß, jeder Deutschlehrer bekommt jetzt ein Anfall)

Was wollen wir eigentlich? Was sind unsere persönlichen Ziele? Etwa jeden Tag überleben? Schaffen bis zum Umkippen? Einmal im Jahr Urlaub oder doch das neue Auto oder Smartphone?

Interessiert uns das Leben und dessen Bedeutung so wenig? Ist uns all das egal? Soll wirklich nur das eigene Ego von Bedeutung sein?

Mir scheint als wären wir Anhänger einer suizidalen Gemeinschaft. Alle laufen blind auf den Abgrund zu, selbst jene die aufgewacht sind, werden mitgerissen. Was für ein ernüchterndes Trauerspiel, in dem wir alle Akteure und Kritiker zugleich sind.

Macht etwas aus eurem Leben und zeigt, dass ihr nicht länger fremdgesteuerte Marionetten seid. Tragt Verantwortung für euch und das Leben.

Liebe Grüße und viel Erfolg beim Sein 🙂

Sahra

Durch Religion zum Unglück?

Fortwährend stellen wir uns die Frage nach der Handhabe mit der Religion. Sollte sie verboten werden? Welche Religion ist okay, welche nicht? Glaube und Staat? Religionslehre an der Schule? Religion eine Privatsache? Konfession ein Relikt aus vergangen Tagen?

Schon immer gab es Konflikte mit den Anschauungen, ganz egal ob sie auf nun auf religiöser, politischer, ethnischer oder wirtschaftlicher Hintergründe basierte.

Was ist Religion? Wikipedia definiert sie wie folgt:

Religion (von lateinischreligio ‚gewissenhafte Berücksichtigung‘, ‚Sorgfalt‘, zu lateinischrelegere ‚bedenken‘, ‚achtgeben‘, ursprünglich gemeint ist „die gewissenhafte Sorgfalt in der Beachtung von Vorzeichen und Vorschriften.“)[1] ist ein Sammelbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Weltanschauungen, deren Grundlage der jeweilige Glaube an bestimmte transzendente (überirdische, übernatürliche, übersinnliche) Kräfte[2] und damit verbundene heilige Objekte ist,[A 1] die nicht im Sinne der Wissenschaftstheorie bewiesen werden können, sondern auf intuitiver Erfahrung beruhen.

Klingt doch gar nicht mal so schlimm. Eine einfache Anschauung nichts weiter. Warum bringt sie dann so viel schaden mit sich? Sie ist doch eigentlich etwas sehr Friedliches und da spielt es keine Rolle, auf welche man sich da beruft. Im Grunde fordert jede Gemeinschaft, Nächstenliebe, weg vom Haben zum Sein, Vergebung, Vertrauen und so weiter. Alles Werte die wir eigentlich selbstredend in uns tragen und auch leben sollten.
Ich denke, das Problem liegt nicht in der Religion, sondern an unserem Umgang. Es ist nichts weiter als eine Meinung. Eine Betrachtungsweise nach jener jemand lebt und glaubt. Was ist daran verwerflich oder tragisch? Nichts. Es wird erst dann zur Schwierigkeit wenn, man …

    a) Seine Überzeugung nutzt, um anderen zu schaden.
    b) versucht, seine Sichtweise anderen aufzuzwingen.
    c) nicht damit umgehen kann, das es eben noch andere Ansichten gibt.

Wir nutzen unsere Mittel oftmals zur Rechtfertigung unseres Fehlverhaltens. Doch unser Egoismus in manchen stellen ist nicht unser einziges Problem. Wo Individuen auftreten, existieren Meinungen und diese können zu Konflikten führen. Allerdings nur dann wenn, wir keinen Sinn für Akzeptanz und Toleranz vorweisen können. Sonst wäre es rechtherzlich egal, wer sich wie kleidet und was er anbetet. Es kann doch mir egal sein, ob sich jemand zur Verhüllung entschließt. Wenn, es der Person gefällt, sie zufrieden ist, ja Mensch, ist doch mir egal. Ich muss es doch nicht tragen. Warum sollte mich dann die bloße Anwesenheit stören? Mich stört es doch nur dann, wenn ich unzufrieden bin oder? Es ist mir auch rechtherzlich egal wenn, jemand sich entschließen würde, die eine Hälfte seines Körpers rot zu tätowieren und mit ner Unterhose auf dem Kopf durch die Gegend läuft. Das ist nicht mein Problem und schaden tuts mir auch nicht. Also mal einen Gang herunterschalten.

So jetzt geht es gehoben weiter 🙂

Eine andere Anschauung muss nicht bedeuten, dass die eigene falsch ist oder das es nicht möglich ist voneinander abweichende Ansichten parallel laufen zu lassen. Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Realität und Wahrnehmung. Das ist einfach so. Durch unsere unterschiedlichen Erfahrungen wachsen auch diverse Werte und Sichtweisen und wie wir wissen beeinflusst unsere Perzeption die Wirklichkeit. Real ist nur das, wovon wir glauben, dass es substanziell ist. Deshalb ist es unmöglich, dass zwei Personen dasselbe denken und fühlen können. Man ist sich nie zu 100% in allem einer Meinung. Es gibt immer wieder Diskrepanzen. Aber das ist ganz normal und auch vollkommen okay.  Jemand, der beispielsweise jahrelang Gewalt erlitt, kennt nichts anderes. Er wird es nicht glauben, dass es auch ohne geht. Genauso sieht es mit der Religion und anderen Haltungen aus. Manchmal können wir vergessen, dass wir mit verschieden Persönlichkeiten zusammenleben, die mit ihrer Art erfolgreich sind, auch wenn, sie im Gegensatz zu der eigenen Anschauung stehen. Ich habe mich letztens beim Einkauf mit einer Freundin wieder festgestellt, dass nicht alle so öko sind wie ich. Und das war echt kurz hart für mich. Ich habe mich gefragt: Hä? Wie kann sie das und jenes kaufen und das und das machen. Weiß sie denn nicht das es schädlich ist? Und das ist doch selbstverständlich. Bis ich dann realisiert habe, ja logisch … Das ist meine Welt geworden aber nicht ihre oder von sonst wem. Und dafür muss ich sie weder kritisieren noch von irgendwas überzeugen. Ich habe mich für diesen Weg entschieden nicht sie und was für mich gut ist, muss es nicht für jemand anderen sein und andersrum.

Es ist schade, dass wir nicht erkennen, wie viel Gutes in der Vielfalt steckt. Wir sollten aufhören, Dingen eine Dramatik zu verleihen die sie gar nicht besitzen und sie somit zu einer Last zu machen.

Glaube egal welcher Art kann etwas Bereicherndes sein, wir sollten endlich anfangen ihn richtig zu nutzen.

Ich bin schon gespannt auf eure Meinung zur Religion.

Liebe Grüße

Sahra

Inspiriert wurde ich durch den Blog von Alice. Super Frau und super Beitrag. Schaut doch mal bei ihr vorbei. 🙂 Wie viel Religion verträgt der Saat von Alice

Das Böse… Ich trage keine Schuld!

Ob Satan, Teufel, Leviathan und Luzifer oder Dracula (rumänisch), Emm-o (japanischer Herrscher der Hölle), Nisha (indianischer Teufel) oder doch der berittene Reiter Cimeries der Afrika beherrscht, das Böse trägt viele Namen.

Die Darstellung und Geschichte des Schreckens zeugt von Kreativität und zeigt, dass wir keine Mühe scheuten.

Ob als gefallener Engel, der die Krone der Schöpfung auf ewig in Versuchung stürzt oder in Gestalt eines Geistes, einer Ziege oder einer Schlange, verbreitet der Der Leibhaftige bzw. die böse Kraft in uns Zweifel, Angst, Zerstörung, Leid und Chaos.

In jeder Kultur, zu jeder Zeit und in jeder Zivilisation finden wir eine mythische Gestalt, die das Böse verkörpert. Für manch einen mag es der Beweis für die Existenz einer grauenhaften „übernatürlichen“ Kraft sein, für mich ist es die Erkenntnis, dass wir Menschen noch nicht gelernt haben mit unserer Persönlichkeit umzugehen.

Ich kann verstehen, dass wir zu Beginn unserer Entwicklung Götter, Geister und Dämonen brauchten, da wir die Welt nicht verstehen konnten. Dazu fehlte uns schlichtweg das Wissen. In der heutigen Zeit sehe ich den Antichrist als Manifestation der Finsternis oder auch in der Wissenschaft die Gene, die für böses verantwortlich sind, als Verdrängung der eigenen Fehler an.

Um zu verstehen, was ich damit meine, reisen wir in die Geschichte zurück. Ich wähle bewusst die christlich geprägte Anschauung des Bösens. Einfach weil ich mich noch nicht mit den anderen Ausrichtungen in der Tiefe auseinandergesetzt habe und weil sich die westlichen Staaten auf das Christentum berufen.

Der Teufel, der Widersacher Gottes, der gefallene Engel und der König der Menschen war der Erste, der Sünde begann. Ein einst reines Wesen gab sich dem Verlangen hin und erlag dem Frevel. Verstoßen und in Zorn regiert Luzifer seither die Welt mit dem Ziel, die Menschheit auf ewig in Versuchung zu bringen und sie in den Abgrund zu stürzen. Wir Menschen waren also verdammt und dem Bösen erlegen. Gott hatte uns verlassen. Mit der Geburt Jesus zeigte sich Gott. Ein menschliches Wesen, dass doch nicht ganz fleischlich war, unschuldig und frei von Vergehen, mit dem Auftrag das Menschengeschlecht auf den richtigen Pfad zu führen. Die Kinder Jahve waren nicht erfreut über den Einfluss des Halbgottes und so behielt Fürst dieser Welt recht, als er meinte, die Menschen würden nicht in der Lage sein die Göttlichkeit zu verstehen. Jesus starb am Kreuz, ermordet von jenen die er zu retten versuchte. Mit seinem Tod nahm er die Verfehlungen aller auf und besiegte Mephisto. Von nun an sind wir Menschen in Freiheit!? Na ja Satan beansprucht die Erde immer noch. Die Macht des Tötens verlor er allerdings. Es blieb ihm lediglich die Verlockung zur Zerstörung der Weltbevölkerung. Die Aufgabe unseres Daseins ist nun dem Teufel zu widerstehen und zu Gott zu gelangen. Zumindest laut der christlichen Auffassung.

Wir finden in jeder Religion und in jeder Mythologie auch in der Wissenschaft ein ähnliches Muster das besagt, das wir nichts für das Böse in uns können. Es sind die Gene, der Gehörnte, die Dämonen, die Geister, das Umfeld, die Politik, die Gesellschaft, die Eltern. Die Chance sich zu verändern und sich von den Tiefen Abgründen seiner Selbst zu befreien ist demnach gering.

In der Bibel heißt es:

Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: ‘Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf dem Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten.’” Jesaja 14,12-15.

In einem Blog der Jesus gewidmet ist, erklärt der Autor die Bibelstelle wie folgt:

Das Problem begann mit “Ich will”. Satan beschloss, nicht mehr auf Gottes Stimme zu hören und fing an, seinen eigenen Willen zu suchen. Stellt man einen anderen Willen über Gottes Willen, so behauptet man damit, dass Gottes Willen nicht vollkommen ist. Als Satan sagte “Ich will”, war dies der Beginn der Sünde. Gott gibt sich selbst den Namen “Ich bin” (2. Mose 3,14). Er leiht diesen Namen niemand anderem. Darum: Wer etwas in sich selbst sein möchte, steht im Konflikt mit Gott und wird verworfen.

Als Satan sagte “Ich will”, war dies der Beginn der Sünde

( Link zum Blog: http://jesus-glauben.de/sagt-die-bibel-ueber-satan/ )

Diese Interpretationen verdeutlicht das, worauf ich hinaus möchte. Ich denke, wir machen es uns zu einfach! Wir schieben die Verantwortung für unser Handeln, unser Denken und unsere Sein auf alles, was wir finden können. Sind wir nicht im Stande es an handfesten Dingen zu beweisen, kreieren wir uns Geschichten. Wir Menschen sind dabei äußerst erfinderisch. Ich glaube nicht daran das irgendwer oder irgendwas dafür verantwortlich ist, dass ich bin, wie ich bin.

Du aber gedachtest in deinem Herzen: ‘Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf dem Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten.“

Diese Stelle veranschaulicht unser Problem. Satan viel nicht in Sünde weil er wagte etwas in sich selbst zu sein und somit in Konflikt mit Gott zu stehen. Er wurde gierig, er war neidisch und wollte um jeden Preis seinen Willen durchsetzen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Luzifer bemächtigte sich einer Lüge, um seinen Krieg zu rechtfertigten und gab ihm eine heilige Absicht. Er wollte doch schließlich Gott nur vor den Sterblichen beschützen, die es gar nicht verdient hatten zu existieren, weil sie alles nur zerstörten. Und wenn Gott nicht sehen will, dann muss Satan den Platz einnehmen, um die Welt zu retten. Tief in sich wusste er, dass es nicht die Menschen waren, die ihn anpissten und er auch nicht die tollsten Vorsätze hatte. Er war gekränkt wegen irgendwas, zu wenig Aufmerksamkeit, vielleicht Mobbing bei den Engeln?.. Keine Ahnung. Aber irgendwas machte ihn stinksauer. Und jetzt verrotet er auf der Erde, weil er sich seine eigentlichen Probleme nicht eingestehen will und seine Wut wächst auf Ewigkeit.

Was hat das jetzt mit Heute zu tun?

Satan ist nicht der einzige, der sich eine Lüge zurechtlegt um das eigentliche Problem zu verdrängen und dann noch andere für sein Scheitern und Handeln verantwortlich macht.

Wir erleben es tagtäglich. In der Politik, in den Medien, in Beziehungen, in der Arbeit einfach überall. Wir regen uns darüber auf, dass immer mehr Menschen aus von uns ausgebeuteten Ländern nach Deutschland strömen und rechtfertigen unser abscheuliches Verhalten, mit dem Rechte des Europäers, Amerikaners oder sonst was. Menschen werden versklavt, getötet, ausgeschlachtet, missbraucht, verletzt, verschlagen, belogen, und vieles mehr. Aber das ist ja alles okay. Denn es ist ja für den guten Zweck. Zur Beseitigung des Terrors, um uns vor den Ungläubigen zu schützen, im Namen der Kirche, weil sie es verdient haben, weil sie es nicht anders kennen, weil sie gewalttätig aussehen, weil sie einen dumm angeschaut haben, weil sie einen verletzt haben, weil sie gerade zur falschen zeit am falschen Ort wahren, weil sie eine Gefahr darstellen, weil……

…es gibt zig Gründe und jeder hat seine eigenen.

Wir legen uns das zurecht, was wir sehen, hören und denken wollen und rechtfertigen somit unser Handeln.

Ich hatte vor kurzem, ein Gespräch mit einer Frau Mitte fünfzig. Sie ist seit circa 6 Monaten obdachlos. Der Grund ihrer Obdachlosigkeit war laut ihrer Aussage die Asylanten. Als ich nachfragte, kam heraus, dass ihr Vermieter beschloss, die Wohnungen an Flüchtlinge vermieten wollte, da er damit mehr Geld einnahm. Er ekelte seine Mieter raus, was zu ihrer Misslage führte. Nun ist sie seit einem halben Jahr in einer Obdachlosenunterkunft. Sie sprach über die schlimmen Zustände dort und das sie da unbedingt raus will, denn die ganzen Ausländer da sind ja total schlimm. Sie würde aber keine Wohnung finden. Wer will sie schon in diesem Alter und außerdem kann sie ja nichts vorweisen. Keine Arbeit nichts. Es ist immer jemand der ich alles weg schnappt. Der sie hintergeht. Die Regierung müsste doch mehr Wohnung zur Verfügung stellen und weniger Ausländer rein lassen dann würde es ihr besser gehen. Dann hätte sie noch bessere Chancen.

Ich fand es sehr interessant, ihr zuzuhören, und hatte die ganze Zeit das Gefühl, das ihr Problem nicht die Einwanderer, der Vermieter oder die Regierung ist, sondern sie selbst. Sie stand sich selbst im Weg weil sie sich in die Opferrolle manifestiert. Sie gibt allen anderen die Schuld für ihr Versagen und nimmt sich somit jegliche Motivation um zu agieren. Sie empfindet alles als ausweglos solange die Situation noch so ist wie sie ist. In ihren Augen ist der einzige Weg zu einem glücklichen Leben die Veränderung des Umfelds. Dabei erkennt sie nicht, dass sie selbst sich nicht mit dem Umfeld verändert.Sie wird etwas anderes finden, das Schuld an ihrem Ruin trägt.

Es ist nicht das Böse, welches uns daran hindert friedlich zu leben. Es sind nicht die Gräueltaten, die wir täglich verrichten. Wir verlieren unsere Menschlichkeit weil wir uns selbst belügen, weil unseren Emotionen erlegen sind, weil wir nicht dahinter schauen wollen…

Wir sollten aufhören an dem Aberglauben festzuhalten, das wir nichts erreichen können. Hören wir auf, uns einzureden, nur unbedeutende Existenzen zu sein, die keinerlei Einfluss auf die Zukunft haben. Dass unser Handeln jederzeit zu Konsequenzen führt, auch wenn es nicht immer spürbar ist. Dass wenn wir weiterhin blind durch die Gegend rennen erneut uns zerstören und wenn wir Pech haben mit Erfolg.

Ich möchte keinen Krieg! Ich möchte keine Toten! Ich möchte nicht, dass auch nur ein Lebewesen auf dieser Welt Qualen erleiden muss nur weil wir es nicht auf die Reihe bekommen menschlich miteinander umzugehen. Ich möchte das jeder auf dieser Welt die Möglichkeit hat zu leben. Jeder sollte sich frei entwickeln sollen. Keiner sollte sich um irgendetwas fürchten müssen. Wir sollten sicher sein. Immer und jeder Zeit. Man wie wahnsinnig müssen wir denn sein? Denn, all das können wir erreichen.

Ich frage mich wirklich, ob wir das alle wollen. Sind wir glücklich über den Zustand der Welt? Stimmt es uns fröhlich, dass täglich unnötig Menschen sterben, obwohl es nicht sein muss? Haben wir keine Probleme damit dass unser Konsumwahn die Ressourcen verschwendet die uns am Leben erhalten?

Na ja ist ja nicht unser Problem oder? Betrifft ja nicht uns? Nach mir die Sintflut…?

Wollen wir wirklich im Chaos versinken oder anfangen uns gegenseitig davon zu befreien?

Liebe Grüße

Eure Sahra

 

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