Die alten Geschichten ihre heutigen Kriege!

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Wenn ich mir früher alte Geschichten von vergangenen Tagen anhörte, dann handelten sie von kalten Kriegen, deprimierten Rationen, harter Wiederaufbau, der Mauer und die verfeindeten Ostdeutschen.

Heute sitze ich in einem Zimmer und lausche einer anderen Geschichte, aus vergangenen Tagen zu. Dort sind die Zeiten ebenso deprimierend gewesen. Frauen wurden legal vergewaltigt und bei einer Schwangerschaft getötet. Die Kinder, dieser Frauen, wurden als Sklaven gehalten, die Männer ausgepeitscht und wie Vieh zum Arbeiten getrieben und in den meisten Fällen schrecklich getötet. Erst im Jahre 1994 endete diese Geschichte, die mit 20 Jahren noch in der nahen Vergangenheit liegen.

In beiden Fällen handelt es sich um starke Völker, die versuchten für Ihre Rechte einzustehen und Frieden für ihre Bevölkerung zu schaffen. Auch wenn sie sich gegenseitig durch Gewaltakte auslöschten, wohnte in allen Mut, Disziplin und der Will zu überleben inne.

Durchaus positive Eigenschaften, wäre da nicht die naive Ablehnung einander kennen zu lernen. Der Grund im gegenseitigen Hass ist verschieden. Für die einen ist ihr Glaube eine Barriere, die anderen fürchten den Kontakt zu fremden Personen und wieder andere halten den Jahrhunderte alten Groll aufrecht, ohne selbst so Recht zu wissen, was dahinter steckt.

So werden Kriege geführt, wo der Grund für ein Großteil der Bevölkerung noch immer unbekannt ist. War es in geplatzter Scheck, der das Fass zum überlaufen brachte? Oder sorgte der Fall von irgendwelchen imaginären Zahlen, auf irgendeinem ebenso befremdlichen DAX für Aufregung. Es könnte auch das Gedicht, einer Person im öffentlichen Leben sein welches, eine Kriegserklärung rechtfertigen könnte.

Warum wer, was macht ist meistens unklar, eines ist allerdings spürbar, das jeder von uns die Konsequenzen trägt, ob er/sie nun möchte oder nicht.

Wir sehen in Europa eine von Korruption gesteuerte stolze Arbeitergesellschaft, wo schon Kinder in der 4. Klasse einen Nervenzusammenbruch bekommen, wenn sie die zwei im Mathematik auf Chinesisch-Leistungskurs nicht packen. Wo auf der einen Seite der Straße eine Packung Nudeln zehn Euro kostet, dennoch des Status wegen noch einen 5-er drauf gezahlt wird. Läuft man dann auf die andere Straßenseite kann man eine Dame im Rentenalter dabei beobachten wie sie in die Mülltonnen greift um Pfandflaschen zu sammeln. Wahrscheinlich für das Essen am Abend.

Wir Leben in einem Land, wo scheinbar alles möglich ist, wenn man nur genug leistet und ausreichend gebildet ist. Schauen wir allerdings genau hin ist uns bewusst, dass nicht Fleiß und Willenskraft Indikatoren für Erfolg sind, sondern die Fülle des Geldbeutels oder aber die Zahlen auf dem Konto.

Wenn es schon nicht in Europa rund läuft und einiges geleistet werden muss, um Standards zu schaffen, die für Gleichberechtigung, Frieden und Humanität stehen, wie sieht es dann in den sogenannten Entwicklungsländern aus. Den bereichen der Erde, wo Geld ein seltener Begriff zu sein scheint und der Großteil der Bevölkerung die Neuzeit in Ketten begonnen hat.

Afrika, Teile aus Asien, Südamerika und unabhängig Inselgruppen wie Jamaika und Haiti, ist das Leben ebenso mit Konflikten der anderen Sorte gefüllt.

Noch immer von Europa und den USA besetzt, geleitet oder geführt, was auch gerne mal unter den Namen Entwicklungshilfe fällt, versuchen die Einheimischen Gruppen ihre Unabhängigkeit, zu gewinnen und die tägliche Korruption, zu minimieren. Was schwer fällt im Anbetracht der Tatsache, dass in den meisten Ländern immer noch die Sprache und Kultur der ehemaligen Kolonisten gefordert wird. Eine eigene Gesellschaftsstruktur kann kaum eines der ehemalig besetzten Ländern entwickeln oder ausüben. Sie müssen sich an die Bedingungen „fremder“ Völker halten. Als wäre es nicht schon anstrengend genug eine Marionette eines Marionettenstaats zu sein, fehlt es den ressourcenreichen Ländern an Ressourcen(für die eigene Bevölkerung). Wie soll es auch anders sein, liegt das Recht die eigenen Mittel zu nutzten bei Menschen mit Hilfebedarf nicht vor. So schuften Farmer, Handwerker, Studenten und andere berufstätige jeden Tag stundenlang unter harten Bedingungen, zu einem mickrigen Lohn für die Supermärkte in Europa und den USA.  Familien versuchen ihren Kindern eine Ausbildung oder wenigstens den Schulabschluss zu finanzieren, damit diese nur den Hauch einer Chance haben, aus der Armut zu entkommen. Doch im Grunde wissen auch sie, dass sie maximal einem Kind eine Ausbildung garantieren können und das selbst diese wertlos ist. Denn auch in diesem Teil der Welt, ist nicht Leistung und harte Arbeit entscheiden für Erfolg, sondern die Fülle des Geldbeutels.

In allen Teilen der Welt glauben wir unsere Probleme im Fremdenhass zu finden. Denn würden wir aufeinander zugehen und unsere Anfeindungen beiseite legen, würde sicherlich der ein oder andere Krieg vermieden werden. Die Vermutung rechts vs. links, schwarz vs. weiß wäre erneut ein Problem unserer Zeit, scheint im rechtsorientierten Präsidenten und im zunehmenden Wachstum von patriotischen Sympathisanten des Nationalsozialismus bestätigt zu sein.

Doch schauen wir genauer hin, ist die Rassentrennung eine vorgeschobene Begründung, gleich wie die Angst vor dem Islam, die unsere Angst vor der Veränderung kaschieren soll.

Alles verändert sich, rasant und vollkommen unübersichtlich. Das Straßenbild, ist jeden Tag anders und die Anforderungen an den modernen Menschen wachsen stündlich. Der Konkurrenzkampf in der Zivilisationen führt zum Burn-Out der Menschheit. Während die einen angespannt durch den Tag rennen und davon überzeugt sind, die nächste Kriese wartet bereit hinter der Ecke, wollen die anderen Stur an alten Werten festhalten. Wieder andere glauben nun endlich ihre Rechte einfordern zu müssen und ein anderer Teil versucht das ganze Weltgeschehen zu verdrängen und sehnt sich schon nach dem Tod.

Es scheint als wäre keiner mit den Zuständen zufrieden, dennoch sind die Bemühungen in eine gemeinsame Richtung einzuschlagen immer noch sehr gering.

Welch eine Verschwendung wenn ihr mich fragt. Wo wir doch alle voneinander lernen können. Wir könnten all die Erfahrungen, die jede Nation über die Generationen gesammelt hat, verbinden und das Wissen nutzen um Strategien zu finden, die Brücken schaffen und nicht einreisen. Vielleicht lernen wir irgendwann, dass wir alle gleich sind und die Vergangenheit nicht mehr rückgängig machen können. Keine Nation ist unschuldig, daher sollten wir aufhören nach Fehlern zu suchen und anfangen Stärken zu finden.  Wir haben nun lange bewiesen, dass wir in der Lage sind etwas zu finden, was uns stört, vielleicht sollten wir nun herausfinden wie gut wir darin sind, etwas zu finden was uns zusammen bringt.

Adaption anstatt Separation

Love and Peace

Sahra L. Warrelmann

Mögliche Konflikte in Deutschland

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Meine Recherche über die möglichen Konflikte in Deutschland startete im Internet. Das WWW sollte mir dabei helfen, DIE Konflikte in Deutschland zu finden. Doch die Ergebnisse  der Suchmaschinen waren ernüchternd. Veraltete Nachrichtenartikel und irgendwelche Länder die in Frieden leben, war das Resultat des Internets.

Nachdem ich meine Suche spezifizierte und den Satz „Probleme in Deutschland“ eingab, präsentierte die Suchmaschine folgende Resultate:

Der Fokus bezeichnete nach einer Umfrage den Arbeitsmarkt mit 52% und die sozialen Aspekte mit 36% zu den Top zwei, der Probleme in Deutschland. Zur Focus Umfrage

Für die Internetseite Statista, die sich unteranderem mit Marktforschung beschäftigt gilt Einwanderung und Terrorismus als Konfliktpunkte.Resultate der Seite Statista

Irgendwie unbefriedigend, dachte ich mir nach meiner zwanzig minütigen Informationsbeschaffung. Erdogan der türkische Ministerpräsident, die Kriege in Syrien und Irak, Flüchtlinge, Terrorismus und soziale Unzufriedenheit, das sollen die Konflikte Deutschlands sein?

Nachrichten und das Internet können viel erzählen. Mich interessiert die Meinung der Menschen. Die Individuen bilden doch das Volk und somit Deutschland. Sie mussten die Konflikte Deutschlands kennen. Ich erstellte eine Onlineumfrage. In verschiedenen Facebookgruppen postete ich mein Anliegen.

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Um eine vertretbare Umfrage zu erhalten entschied ich mich für Gruppen unterschiedlicher Ausrichtungen. Von links* bis rechts*, alternativ und konventionell, alle Meinungen waren gefragt.

Nach kurzer Zeit wurde schnell eines klar, es schien so viele Konflikte zu geben.

* Jedem steht frei zu entscheiden, was er für rechts oder links erachtet.

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  • Mangelnde Transparenz der Regierungsmitglieder
  • Fehlende Einbindung des Volks in Regierungsfragen
  • Bevormundung der Bürger
  • Die Macht der USA
  • EU
  • Aufrechterhaltung des sozialen Friedens
  • Medien
  • Bildung
  • Vertrauen
  • Religion

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Viele Konflikte für ein Land?! Na ja, wo viele Individuen aufeinander treffen, gibt es auch eine menge Konflikte. Die Anzahl der Konflikte in Deutschland erschlug mich. Schon der Bildungskonflikt  beinhaltet viele Aspekte, die wichtig sind und durchleuchtet werden müssen. Wie vermitteln wir Wissen? Welche Themen sollten in Bildungsinstituten vermittelt werden? Wie Fördern wir einzelne Projekte? Selbst die Neurowissenschaft, Psychologie und Philosophie befasst sich mit der Bildung. Forschungen werden betrieben um folgende Fragen zu behandeln.

Wie viel Informationen kann unser Gehirn aufnehmen? Welche Lerntypen gibt es? Welchen psychischen Zustand benötigen um gesund zu lernen?

Mir schien es als bestünde Deutschland lediglich aus Konflikten.

Überall unzufriedene Menschen.

Ich ging durch die Straßen und befragte 25 Menschen im Alter von 16 – 60 Jahren.

Nach meiner online Umfrage war ich überzeugt, dass die meisten, Terrorismus, Flüchtlinge und die Politiker als Ursache bezeichnen werden.

Ich wurde vom Gegenteil überrascht.

Ich dachte die Meinungen variieren je nach Alter, Herkunft und sozialen Stand. Ja, ich bekam verschiedene Antworten.

Fehlende Unterstützung der Regierung, die Wirtschaft und Flüchtlinge wurden immer wieder thematisiert.

„Ich habe Angst, nachts durch die Straßen zu gehen!“, sagte eine Dame mittleren Alters in Stuttgart. Ein weiterer beklagte sich über den großen Einfluss der Firmen. „Sie sind in der Lage Gesetze für uns zu bestimmen. Das darf nicht sein!“

Doch die Mehrheit der Befragten stellte am Schluss fest, dass es eigentlich keine Probleme gibt. Wir meckern einfach zu viel.

Die Möglichen Konflikte Deutschlands, sind wie es scheint unterschiedlicher Natur. Eine große Anzahl der Menschen betrachteten jedoch, die politischen Systeme und deren Mitglieder als Hauptkonflikt Deutschlands.

Der Schrei einer verzweifelten Gesellschaft. In welcher jeder einzelne nach Fürsorge sucht. Wir alle wollen beachtet und respektiert werden. Wir wollen irgendwo dazugehören. Freie Entfaltung ist uns wichtig. Unsere Bedürfnisse sollen gestillt werden. Wir wollen glücklich sein.

Ich glaube unser größter und einziger Konflikt ist der Mensch in sich. Alles anderen Themen, sind nichts weiter als Symptome des Defizits. Wir sind schnell wachsende Individuen, mit Fähigkeiten, die wir bis heute nicht richtig einzusetzen vermögen.

Wir forschen im Weltall, in den Tiefen der Weltmeere und sezieren Tiere, all das für ein Ziel – die Suche nach dem Ich. Wir nehmen Qualen auf und zerstören uns für die Wissenschaft und letztendlich unseren erhalt. Wir rennen durch die Zeit, wie Verrückte und wollen alles jetzt und sofort haben. Es könnte ja morgen vorbei sein. Tod, ohne jemals zu wissen, wer ich gewesen war. Ein trauriges Ende für viele.

Wir haben Angst, in uns hineinzusehen und nach den wahren Konflikten zu schauen. Also konstruieren wir einfach welche. Der Islam verbreitet Hass und ist schuld an unserem Gewaltpotenzial. Die Politiker sind korrupt und erzählen lügen, deswegen können wir alle machen was wir wollen. Die Medien senden keine Informationen mehr, was dazu führt, dass nun jeder meint nur noch seine Wahrnehmung für absolut real und richtig zu halten.

Und so könnte ich nun ewig weiter philosophieren.

Konflikte entstehen dann, wenn wir nicht bereit sind, nach der Ursache zu schauen. Vielleicht genießen wir auch den Zustand.  Das Freilegen der Ursache präsentiert die Wahrheit. Die Wahrheit ist das, was wir am wenigstens verkraften, auch wenn wir laut nach ihr schreien.

Oder was denkt ihr darüber?

Liebe Grüße

Eure Sahra

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Danke Daniel Nemeth für deine Unterstüzung bei der Umfrage 🙂 In Englisch gabs dafür zwar ne 2,5 aber… Es hat trotzdem Spaß gemacht 🙂

 

Der Polizisten Mörder Mohamed C.

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Ein Bild eines aus Afghanistan stammenden Mannes mit dem Namen Mohamed Cerdal wird in den Medien gezeigt. Sein Pech schwarzes Haar ist kurz gehalten. Die Augen sind dunkel fast schwarz. Er sieht jung aus. Im Bericht steht, er sei Anfang zwanzig. »Polizisten Mörder«, lautet die Schlagzeile. Irgendwie verängstigt mich dieser Typ. Seine dunklen Augen wirken böse. Ich überfliege den Bericht in der Zeitung.

»Ein aus Afghanistan stammender Mann schlägt auf einen wehrlosen deutschen Obdachlosen ein. Der Polizist Florian Meckelmann möchte eingreifen und stellt sich vor den Obdachlosen. Dabei greift der, kurz zu vor nach Deutschland eingereiste Mann, in seine Tasche und zieht ein Messer. Florian Meckelmann greift nach seiner Waffe. Er fordert Cerdal auf, die Waffe fallen zu lassen. Dieser reagierte jedoch nicht und sticht mehrere Male auf den Polizisten ein. Zeugen berichten, der Täter wäre in sein Auto gestiegen und davon gefahren.«

Um so länger ich mir das Passfoto anschaue, empfinde ich Ekel ihm gegenüber. Ich lege die Zeitung beiseite, denn ich muss los. Überall höre ich die Menschen über Mohamed Cerdal sprechen. Unterschiedliche Meinungen. Dennoch höre ich überall eines, Verachtung für die Tat. Ja es ist verächtlich. Mord als auch Körperverletzung. Ein orientalisch aussehender Mann läuft mir entgegen. Ich ertappe mich, beim zur Seite weichen. Zudem schaue ich ihm tief in die Augen. Irgendwie als würde ich mir ein Monster genau ansehen wollen. Um ihm seine Abscheulichkeit zu verdeutlichen. Er schaut zurück und lächelt. Beschämt schaue ich zur Seite. Meine Gedanken erschrecken mich. Er ist doch ein ganz anderer Mensch als Mohamed Cerdal. Außerdem lächelte er freundlich. So etwas macht doch kein Mörder – Oder doch? Ich laufe weiter.
Den ganzen Tag über lese oder höre ich etwas Neues zum Fall Mohamed Cerdal. Es gibt Augenzeugen, die eindeutig seine Kaltblütigkeit bezeugen können. Verstört rufen sie immer wieder in die Kameras, wie schockiert sie sind. Sie sind verängstigt und beteuern immer wieder, dass sie nicht ausländerfeindlich sind, aber dennoch erstaunt, wie viele kriminell sind. Man könnte doch gar nicht mehr das Haus verlassen. Die werden doch immer mehr. Wie soll man sich da als Deutscher schützen? Sagt Hannelore Meier aus Köln. Sie war live dabei, Als der Flüchtling aus Afghanistan einen wehrlosen deutschen Obdachlosen attackierte. In den sozialen Netzwerken wird heiß darüber diskutiert. Die Mehrheit fordert die Abschiebung des in Haft sitzenden Mohamed Cerdal.
»Das Pack sollte abgeschoben werden! Was würden die machen, wenn man das in ihrem Land machen würde? Immer diese Moslems die kennen doch nichts anders als Gewalt. So viel dazu der Islam soll friedlich sein? Refuges Welcome? – Nicht mit mir. Da sieht man was passiert, wenn man zu freundlich ist! Die nutzen einen doch nur aus. Die wollen bei uns nur das schaffen, was sie zu Hause haben. Der sollte genauso abgeschlachtet werden und davor so richtig verprügelt werden, wie er das mit uns gemacht hat.«
Ich schalte den PC aus. Überall Wut. Jeder meint, das Recht bei sich zu wissen. Alle sind davon überzeugt, genau zu wissen, was dort vorgefallen ist. Denn irgendein Freund eines Freundes war dabei. Sie merken gar nicht, dass sie sich nicht anders verhalten, als jene die sie beschuldigen ein Monster zu sein. Ich kann es nicht mehr hören. Obwohl es mittlerweile normal zu sein scheint. Hin und wieder frage ich mich, ob ich es bin die verrückt ist oder ob tatsächlich eine globale Massenhysterie ausgebrochen ist. Selbst der Fernseher erspart mir nicht das leidige Thema. Politiker, Islamwissenschaftler, Moderatoren, Kabarettisten, Journalisten, Muslime und Deutsche diskutieren über Fragen wie : »Gehört der Islam zu Deutschland? Wie gefährlich ist der Islam? Wie viele Flüchtlinge verträgt Deutschland? Warum greift die Politik nicht ein? Soll Mohamed Cerdal abgeschoben werden? Schaffen wir eine Integration der Flüchtlinge? Rassismus in Deutschland – wie rechts sind die Deutschen wirklich? AfD – eine Gefahr für Deutschland? …«
Wochenlang begleitet Mohamed Cerdal mein Leben. Der Hass wächst. Die Verunsicherung steigt. Die Forderung auf Gerechtigkeit und Abschiebung steigt. Gewalt liegt in der Luft. Es fehlt nicht mehr viel, bis es zur Eskalation kommt. Der Druck auf seitens der Politik steigt. Angela Merkel muss eine Entscheidung treffen und die Situation zu entschärfen. Nach tagelangen Verhandlungen wird im März die Entscheidung bekannt. Mohamed Cerdal muss weg. Er wird in die Türkei, in ein Flüchtlingslager ausgewiesen. Vier Wochen nach der Abschiebung Mohamed Cerdal ist die Lage in Deutschland ein wenig beruhigter. Es scheint, als würden sich die Menschen zufriedener fühlen. Merkel ist auf das Volk eingegangen. Nun können wir uns alle wieder verstanden Gefühlen. Denn es wurde Rücksicht genommen. Auf uns das Volk, wir Deutschen. Nach einem Jahr scheint das Thema Mohamed Cerdal in Vergessenheit geraten. Für ein paar Wochen im Mai, war der Flüchtling, der den Polizisten tötete Thema. Ein Video im Netz tauchte auf. Truppen des IS spürten ihn auf. Über sechs Monate wurde er brutal gefoltert und exekutiert. Menschenrechtler kritisieren Merkels Entscheidung. Nach dem Menschenrecht bekam er keine Verhandlung, er wurde hingerichtet. Sie gehen sogar soweit, dass sie sagen Merkel übte die Todesstrafe aus. Denn es war bereits im Vorfeld klar, dass Mohamed vom IS flüchtete. Er war Reporter, der im Untergrund gegen den IS kämpfte. Wieder kommt es zu Debatten.
»War die Entscheidung Merkels richtig?« Auch in den sozialen Medien boomt es. »Das Schwein hat es verdient. Merkel hats richtig gemacht. Immer diese Gutmenschen, die sehen die Realität gar nicht. Der hätte doch bei uns keine Strafe bekommen, jetzt hat er wenigsten die Strafe bekommen, die er kennt, Gewalt!«
Hin und wieder lese ich andere Stimmen.
»Dennoch ist es brutal, wie er hingerichtet worden ist. Außerdem wissen wir doch gar nicht, ob er es tatsächlich war! Es gab keine Verhandlung! Nicht alle sind gleich! Ist man besser, wenn man einem anderen, Folterung und Qualvolles sterben gönnt, als der Mörder?«
Auch diese Debatten verstummten nach einiger Zeit. Denn Möglichkeiten gibt es genügend um sich aufzuregen. Nach 5 Jahren wird auf Drängen einer Menschrechtsorganisation der Fall von Mohamed Cerdal wieder aufgerollt. Eine Wahrheit nach der anderen wird veröffentlicht:
»Zeugen nahmen ihre Aussagen kurze Zeit später wieder zurück! Zeuge gab zu von einem Polizisten zur Aussage genötigt worden zu sein! Obdachlose wurde von Behörden bestochen! Tatwaffe, Fingerabdrücke oder sonstige Hinweise auf Mohameds Schuld, nie gefunden!«
Die Schuld von Mohamed Cerdal wurde von Zeugen beschlossen, die erpresst oder bedroht wurden. Sie wurden von der Gesellschaft gefordert, aufgrund von Vorurteilen, Angst, Wut, fehlendem Interesse und Informationen. Auf Drängen unterschrieb die Politik mit seiner Abschiebung sein Todesurteil. Ein junger Journalist wird über Monate gefoltert. Qualvoll getötet. Zu Unrecht angefeindet. Für eine Tat, die er nie begangen hatte.
Troy Davis, ein Afroamerikaner wurde am 21.September 2011 unschuldig hingerichtet. Man hatte ihm 1991 einen Polizistenmord angehängt. Aufgrund von Zeugenaussagen wurde zunächst auf lebenslänglich plädiert. Man änderte das Urteil vermutlich durch den Druck der Bevölkerung auf die Todesstrafe. Jahre später wurde der Fall wieder aufgerollt. Mittlerweile nahmen sieben von neun Zeugen ihre Aussage zurück. Dennoch veränderte das Bundesgericht das Urteil nicht. Am 21.September um 23.08 war Troy Davis tot. Seine letzten Worte:
„Ich möchte mich an die Familie MacPhail wenden. Ihr sollt wissen, trotz der Situation in der ihr seid, dass ich nicht derjenige bin, der euren Sohn, euren Vater, euren Bruder getötet hat. Ich bin unschuldig. Der Vorfall in jener Nacht ist nicht meine Schuld. Ich hatte keine Waffe. Alles, worum ich bitte, ist, dass ihr den Fall genauer anschaut und so letztlich die Wahrheit seht. Ich bitte meine Familie und Freunde, den Kampf weiter zu kämpfen. Gott möge den Seelen derjenigen gnädig sein, die mir das Leben nehmen. Gott segne eure Seelen.“

Von unseren Empfindungen geleitet, von den Medien aufgehetzt durch Schlagzeilen bestätigt, im Schutze von Gleichgesinnten und dem Internet, werden Menschen verbal exekutiert. Beleidigungen werden mit Fakten gleichgestellt. Ansichten als absolute Wahrheit deklariert. Wer nicht meiner Meinung ist, ist mein Feind. Wer meinen Vorstellungen nicht entspricht, ist gegen mich. Wer meine Moralvorstellungen nicht teilt, ist ein Monster. Wer einer gewissen Religionsgemeinschaft, ethnischen Gruppe oder Partei angehört ist schuldig!
In diesem Wahn ist kaum einer sicher, der sich wagt, einen Fehler zu begehen. Als würde man von der eigenen Unfehlbarkeit ausgehen. Als sei man selbst perfekt.

Dass in der Realität eher zu noch mehr Unruhen, Problemen und Konflikten führt scheint egal zu sein.
Wenn wir nicht mehr in der Lage sind, objektiv zu denken zu was führt das? Wenn wir nicht mehr in der Lage sind, emphatisch zu sein? Wenn wir nicht mehr in der Lage sind, Wahrheit von Vorurteilen zu unterscheiden, was sind wir dann?
Zu was wird das führen. Zu Gesellschaften, von denen alle behaupten wir sind im Recht. Das, was wir denken ist, richtig! Alles andere ist menschenunwürdig. Alles Andere ist nicht im Besitz von Rechten?
Wer sind wir, dass wir entscheiden könnten, wer, wann oder was den Tod verdient hat? Wer sind wir entscheiden zu dürfen wer misshandelt, gefoltert und getötet gehört? Wer sind wir, um entscheiden zu dürfen, wer zivilisiert ist und wer nicht?

So etwas kann nur in Amerika passieren? Sehen wir es nicht tagtäglich, dass Menschen zu Unrecht verurteilt werden?

Quellen:
http://www.n-tv.de/panorama/US-Justiz-richtet-Troy-Davis-hin-article4360321.html
http://www.amnestyusa.org/our-work/cases/usa-troy-davis
http://troyanthonydavis.org/
https://de.wikipedia.org/wiki/Troy_Davis.de
Andere Fälle von unschuldigen Verurteilten:
http://www.welt.de/vermischtes/article124298485/War-der-juengste-Hingerichtete-Amerikas-unschuldig.html
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article130889504/Unschuldig-hingerichtet-wegen-Falschaussage.html
Bild ( Schlagzeile Mohamed Cerdal) von Sahra Warrelman
Mohamed Cerdal – Jan Warrelmann
Geschichte über Mohamed Cerdal ist frei erfunden!

Danke im Vorraus fürs Teilen ❤