Probleme gibt es immer, Lösungen aber auch!

Problembehandlung und kreative Ansätze (Lesezeit 6 -10 Minuten)

„Das gibt es doch nicht! Jetzt habe ich mich mit meinem besten Freund verkracht. Man, und das Ganze ist so eingefahren, dass es einfach keine Lösung gibt. Egal was ich mache, egal was ich sage oder denke, führt einfach zu nichts. Wenn es nur so viele Lösungen wie Probleme gäbe!“,brummelt Macey vor sich hin.

Macey befindet sich im Streit mit ihrem guten Freund Luciano. Sie ist vollkommen aufgelöst, da der Streit eskaliert ist und sie sich vollkommen voneinander distanziert haben. Macey ist eine sensible harmoniebedürftige Person, weshalb ihr der Konflikt sehr nahe geht. Am liebsten würde sie ihm alles sagen, was gerade in ihr vorgeht und mal so richtig ihre Emotionen rauslassen. Das ist allerdings nicht wirklich zielführend. Also was jetzt? Handeln, Ignorieren, einfach vergessen oder doch versuchen, den Streit irgendwie zu schlichten. Aber wie? Sie hat keine Ahnung wie sie jetzt vorgehen soll, auch wenn es in ihr brodelt und sie gerne handeln würde. Wie ganz egal. Hauptsache irgendwas, denn das Gefühlschaos bringt sie um den Verstand.

Macey und Luciano im Streit

Stopp Macey!!„, rät eine Freundin, die gerade ihr Psychologiestudium beendet hat. „Du solltest erst mal herausfinden, um welches Problem es sich handelt und dir Lösungsansätze überlegen. Denn aktuell befindest du dich im Problemdruck und der Stagnation. Außerdem ist es ratsam, wenn du dich ein wenig zurück ziehst und dich entspannst. So kannst du mit Distanz an das Problem herangehen. Es eröffnen sich mehr Optionen außerdem bekommst du dadurch einen kühlen Kopf. Du weißt doch was passiert, wenn du dir zu viel Stress machst.“, erklärt die frischgebackene Psychologin während sie auf eine Grafik der TKK-Studie zeigt. „Du siehst, zu viele ungelöste Probleme führen nur zu Stress, senken deine Konzentrationsfähigkeit und lösen psychische wie physische Krankheiten aus.“, sagt die Absolventin mahnend.

 

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Die ganze TKK-Studie zu Stress findest du hier.

Sechs Wochen später ist Macey nicht mehr ganz so aufgelöst, als sie im Park auf Benjamin trifft, der als Neurologe gerade an einer Studie zur „Kreativen Lösungsfindung im Alltag“ arbeitet. Sie berichtet von der Ruhe, die sie sich genommen hat und von ihren bisherigen Gedanken. „Okay, die Emotionen konnten bereits runter fahren, zurückziehen zeigte Wirkung. Die „paar“ Gedanken, die ich mir gemacht habe, scheinen auch plausibel, konkret ist das Ganze dennoch nicht.“, gesteht Macey. Während Benjamin überlegt fährt Macey aufgebracht fort: „Irgendwie bringt das doch alles nichts. Jetzt hab ich schon so viel Distanz von der Situation und auch von ihm geschaffen, dass ich mich fürchte, er könnte mich vergessen haben. Vielleicht glaubt er auch, dass er mir nicht wichtig ist oder ich einfach keine Lust auf eine Klärung habe. Schlimmer noch, er könnte bereits von mir Abstand genommen haben. Ja vielleicht hat er mich bereits vergessen!“

Stress führt zu

Benjamin legt seine Hand auf ihren Oberarm und besänftigt sie mit einer ruhigen Stimme: „Ganz ruhig liebe Macey. Jetzt wieder aus der Haut fahren bringt gar nichts. Auch vernunftwidriges Denken und Handeln führt nur zu weiteren Konflikten. Dieses möchtest du allerdings vermeiden, hab ich Recht?“ Er schaut ihr dabei in die Augen. Sie nickt nur wortlos. „Deshalb …“,fährt er fort „… lass deine Kreativität, nicht deine Angst für dich arbeiten. Du hast Recht! Du hast schon eine ganze Weile „inkubiert“. Wie wäre es mit einem Szenenwechsel.

Geh raus unter Menschen. Lenke dich ab und mach mal wieder etwas ganz anderes. Etwas was gar nichts mit ihm zu tun hat. Etwas was du nur mit dir oder vielleicht anderen Freunden verbindest. Denn, meistens bekommen wir in Momenten Geistesblitze, die gar nichts mit unserem Problem gemein haben. Du kennst das sicherlich: Gerade noch bist du völlig im putzen deiner Wohnung vertieft, als dir eine geniale Idee in den Kopf fährt.

Manchmal folgt die Einsicht erst durch unterbewusste Prozesse im Gehirn, die du am Anfang bei der Problembearbeitung ausgelöst hast. Ist dein Gehirn fertig mit dem Sammeln von Lösungen und der Abwägung von Handlungsmöglichkeiten, schickt es dir einen Geistesblitz, den du im passenden Moment entdeckst. Beispielweise beim Gespräch in einer Gruppe, wo du durch das Wort eines anderen auf die ultimative Lösung kommst. Um nicht mit einem unausgereiften Geistesblitz vor der Tür von Luciano zu stehen, wäre eine Elaboration, also eine Ausarbeitung deiner Idee vorteilhaft. Entwickle deine Idee weiter und prüfe sie auf mögliche Schwachstellen. Sei dir auch deiner Intention und Motivation sicher, um weiter Konflikte zu vermeiden.“

Default Mode Network

Bericht Geistesblitze   Hier findest du die Studie in der Originalsprache (Englisch)

Mehr Infos zu: Default Mode Network hier.   

Ein Freund der beiden stößt zu, der das Gespräch von einer nahegelegenen Bank verfolgte.

Entschuldigt, ich habe euer Gespräch belauscht. Liebe Macey, Benjamin hat Recht.“, sagt er während er neben ihr Platz nimmt.

„Es gibt für alle Probleme Lösungen, auch wenn diese auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. Egal welches Problem gerade in deinen Alltag geschlittert ist, kann immer eine Lösung gefunden werden. Vor allem dann, wenn man sich des Vier-Phasen-Modells bedient. Das heiß zuerst beginnt man mit einer intensiven Problembearbeitung, dann folgt die Inkubation ( = Wirkung psychischer Prozesse ). Nach einer von deinem Geisteszustand abhängigen Zeit tritt die Illumination ( = Erleuchtung ) ein, welche für die Elaboration ( = Ausarbeitung ) genutzt werden kann.

Nicht nur die bewusste Anwendung der vier Phasen kann ein Problem lösen, sondern auch deine Herangehensweise und persönliche psychische Verfassung ist ausschlaggebend für eine erfolgreiche Lösung deiner Probleme.

4 Phasen-Modell

Probleme sind nämlich nicht einfach nervige, belastende Ereignisse, die dir das Leben schwer machen wollen. Nein, sie können auch als Chancen gesehen werden. Chancen, die dir dabei helfen, dein Leben zu bereichern. Denn ein Problem setzt Unzufriedenheit voraus und wie lässt diese Unzufriedenheit sie am besten in Zufriedenheit verwandeln? Ganz genau, indem man handelt und beginnt das Problem umzuwandeln. Probleme sind ein Teil des Lebens und treten in allen Formen und Schwierigkeitsgraden auf, sie zu lösen ist eine Kunst, die wir verstehen und lernen dürfen.“

Macey denkt noch nach, während die beiden Männer bereits das Thema wechselten. Sie unterhalten sich über die aktuellen Sportergebnisse. Als sie gerade die Spielweise des letzten Spiels analysieren, steht Macey wie vom Blitz getroffen auf und ruft: „Heureka! Ich habe eine Geistesblitz. Tschüss ihr Lieben, ich gehe nach Hause und mache mich an die Elaboration.“

Bleib gechillt

In welcher Phase der Problembehandlung befindest du dich?

Weitere Möglichkeiten wie du kreativ Lösungen finden kannst sind:

– Brainstorming

– Erstellen einer Mindmap

– Versetze dich in die „Was wäre wenn…“ Situation also Spekulation

– Kneten (knete einen Ball oder Knetmasse das fördert die Denkprozesse)

– Zeichnen

– Blick in die Vergangenheit/Zukunft

(versetze dich in eine andere Zeit und überlege wie du reagiert hättest oder reagieren würdest.)

Viel Spaß und Ruhe wünsche ich dir in deiner kreativen Phase der Problembearbeitung.

Peace and Love und vergiss dein Lächeln nicht ❤

Sahra-Latifa Warrelmann

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