Das Böse… Ich trage keine Schuld!

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Ob Satan, Teufel, Leviathan und Luzifer oder Dracula (rumänisch), Emm-o (japanischer Herrscher der Hölle), Nisha (indianischer Teufel) oder doch der berittene Reiter Cimeries der Afrika beherrscht, das Böse trägt viele Namen.

Die Darstellung und Geschichte des Schreckens zeugt von Kreativität und zeigt, dass wir keine Mühe scheuten.

Ob als gefallener Engel, der die Krone der Schöpfung auf ewig in Versuchung stürzt oder in Gestalt eines Geistes, einer Ziege oder einer Schlange, verbreitet der Der Leibhaftige bzw. die böse Kraft in uns Zweifel, Angst, Zerstörung, Leid und Chaos.

In jeder Kultur, zu jeder Zeit und in jeder Zivilisation finden wir eine mythische Gestalt, die das Böse verkörpert. Für manch einen mag es der Beweis für die Existenz einer grauenhaften „übernatürlichen“ Kraft sein, für mich ist es die Erkenntnis, dass wir Menschen noch nicht gelernt haben mit unserer Persönlichkeit umzugehen.

Ich kann verstehen, dass wir zu Beginn unserer Entwicklung Götter, Geister und Dämonen brauchten, da wir die Welt nicht verstehen konnten. Dazu fehlte uns schlichtweg das Wissen. In der heutigen Zeit sehe ich den Antichrist als Manifestation der Finsternis oder auch in der Wissenschaft die Gene, die für böses verantwortlich sind, als Verdrängung der eigenen Fehler an.

Um zu verstehen, was ich damit meine, reisen wir in die Geschichte zurück. Ich wähle bewusst die christlich geprägte Anschauung des Bösens. Einfach weil ich mich noch nicht mit den anderen Ausrichtungen in der Tiefe auseinandergesetzt habe und weil sich die westlichen Staaten auf das Christentum berufen.

Der Teufel, der Widersacher Gottes, der gefallene Engel und der König der Menschen war der Erste, der Sünde begann. Ein einst reines Wesen gab sich dem Verlangen hin und erlag dem Frevel. Verstoßen und in Zorn regiert Luzifer seither die Welt mit dem Ziel, die Menschheit auf ewig in Versuchung zu bringen und sie in den Abgrund zu stürzen. Wir Menschen waren also verdammt und dem Bösen erlegen. Gott hatte uns verlassen. Mit der Geburt Jesus zeigte sich Gott. Ein menschliches Wesen, dass doch nicht ganz fleischlich war, unschuldig und frei von Vergehen, mit dem Auftrag das Menschengeschlecht auf den richtigen Pfad zu führen. Die Kinder Jahve waren nicht erfreut über den Einfluss des Halbgottes und so behielt Fürst dieser Welt recht, als er meinte, die Menschen würden nicht in der Lage sein die Göttlichkeit zu verstehen. Jesus starb am Kreuz, ermordet von jenen die er zu retten versuchte. Mit seinem Tod nahm er die Verfehlungen aller auf und besiegte Mephisto. Von nun an sind wir Menschen in Freiheit!? Na ja Satan beansprucht die Erde immer noch. Die Macht des Tötens verlor er allerdings. Es blieb ihm lediglich die Verlockung zur Zerstörung der Weltbevölkerung. Die Aufgabe unseres Daseins ist nun dem Teufel zu widerstehen und zu Gott zu gelangen. Zumindest laut der christlichen Auffassung.

Wir finden in jeder Religion und in jeder Mythologie auch in der Wissenschaft ein ähnliches Muster das besagt, das wir nichts für das Böse in uns können. Es sind die Gene, der Gehörnte, die Dämonen, die Geister, das Umfeld, die Politik, die Gesellschaft, die Eltern. Die Chance sich zu verändern und sich von den Tiefen Abgründen seiner Selbst zu befreien ist demnach gering.

In der Bibel heißt es:

Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie wurdest du zu Boden geschlagen, der du alle Völker niederschlugst! Du aber gedachtest in deinem Herzen: ‘Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf dem Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten.’” Jesaja 14,12-15.

In einem Blog der Jesus gewidmet ist, erklärt der Autor die Bibelstelle wie folgt:

Das Problem begann mit “Ich will”. Satan beschloss, nicht mehr auf Gottes Stimme zu hören und fing an, seinen eigenen Willen zu suchen. Stellt man einen anderen Willen über Gottes Willen, so behauptet man damit, dass Gottes Willen nicht vollkommen ist. Als Satan sagte “Ich will”, war dies der Beginn der Sünde. Gott gibt sich selbst den Namen “Ich bin” (2. Mose 3,14). Er leiht diesen Namen niemand anderem. Darum: Wer etwas in sich selbst sein möchte, steht im Konflikt mit Gott und wird verworfen.

Als Satan sagte “Ich will”, war dies der Beginn der Sünde

( Link zum Blog: http://jesus-glauben.de/sagt-die-bibel-ueber-satan/ )

Diese Interpretationen verdeutlicht das, worauf ich hinaus möchte. Ich denke, wir machen es uns zu einfach! Wir schieben die Verantwortung für unser Handeln, unser Denken und unsere Sein auf alles, was wir finden können. Sind wir nicht im Stande es an handfesten Dingen zu beweisen, kreieren wir uns Geschichten. Wir Menschen sind dabei äußerst erfinderisch. Ich glaube nicht daran das irgendwer oder irgendwas dafür verantwortlich ist, dass ich bin, wie ich bin.

Du aber gedachtest in deinem Herzen: ‘Ich will in den Himmel steigen und meinen Thron über die Sterne Gottes erhöhen, ich will mich setzen auf dem Berg der Versammlung im fernsten Norden. Ich will auffahren über die hohen Wolken und gleich sein dem Allerhöchsten.“

Diese Stelle veranschaulicht unser Problem. Satan viel nicht in Sünde weil er wagte etwas in sich selbst zu sein und somit in Konflikt mit Gott zu stehen. Er wurde gierig, er war neidisch und wollte um jeden Preis seinen Willen durchsetzen. Ohne Rücksicht auf Verluste. Luzifer bemächtigte sich einer Lüge, um seinen Krieg zu rechtfertigten und gab ihm eine heilige Absicht. Er wollte doch schließlich Gott nur vor den Sterblichen beschützen, die es gar nicht verdient hatten zu existieren, weil sie alles nur zerstörten. Und wenn Gott nicht sehen will, dann muss Satan den Platz einnehmen, um die Welt zu retten. Tief in sich wusste er, dass es nicht die Menschen waren, die ihn anpissten und er auch nicht die tollsten Vorsätze hatte. Er war gekränkt wegen irgendwas, zu wenig Aufmerksamkeit, vielleicht Mobbing bei den Engeln?.. Keine Ahnung. Aber irgendwas machte ihn stinksauer. Und jetzt verrotet er auf der Erde, weil er sich seine eigentlichen Probleme nicht eingestehen will und seine Wut wächst auf Ewigkeit.

Was hat das jetzt mit Heute zu tun?

Satan ist nicht der einzige, der sich eine Lüge zurechtlegt um das eigentliche Problem zu verdrängen und dann noch andere für sein Scheitern und Handeln verantwortlich macht.

Wir erleben es tagtäglich. In der Politik, in den Medien, in Beziehungen, in der Arbeit einfach überall. Wir regen uns darüber auf, dass immer mehr Menschen aus von uns ausgebeuteten Ländern nach Deutschland strömen und rechtfertigen unser abscheuliches Verhalten, mit dem Rechte des Europäers, Amerikaners oder sonst was. Menschen werden versklavt, getötet, ausgeschlachtet, missbraucht, verletzt, verschlagen, belogen, und vieles mehr. Aber das ist ja alles okay. Denn es ist ja für den guten Zweck. Zur Beseitigung des Terrors, um uns vor den Ungläubigen zu schützen, im Namen der Kirche, weil sie es verdient haben, weil sie es nicht anders kennen, weil sie gewalttätig aussehen, weil sie einen dumm angeschaut haben, weil sie einen verletzt haben, weil sie gerade zur falschen zeit am falschen Ort wahren, weil sie eine Gefahr darstellen, weil……

…es gibt zig Gründe und jeder hat seine eigenen.

Wir legen uns das zurecht, was wir sehen, hören und denken wollen und rechtfertigen somit unser Handeln.

Ich hatte vor kurzem, ein Gespräch mit einer Frau Mitte fünfzig. Sie ist seit circa 6 Monaten obdachlos. Der Grund ihrer Obdachlosigkeit war laut ihrer Aussage die Asylanten. Als ich nachfragte, kam heraus, dass ihr Vermieter beschloss, die Wohnungen an Flüchtlinge vermieten wollte, da er damit mehr Geld einnahm. Er ekelte seine Mieter raus, was zu ihrer Misslage führte. Nun ist sie seit einem halben Jahr in einer Obdachlosenunterkunft. Sie sprach über die schlimmen Zustände dort und das sie da unbedingt raus will, denn die ganzen Ausländer da sind ja total schlimm. Sie würde aber keine Wohnung finden. Wer will sie schon in diesem Alter und außerdem kann sie ja nichts vorweisen. Keine Arbeit nichts. Es ist immer jemand der ich alles weg schnappt. Der sie hintergeht. Die Regierung müsste doch mehr Wohnung zur Verfügung stellen und weniger Ausländer rein lassen dann würde es ihr besser gehen. Dann hätte sie noch bessere Chancen.

Ich fand es sehr interessant, ihr zuzuhören, und hatte die ganze Zeit das Gefühl, das ihr Problem nicht die Einwanderer, der Vermieter oder die Regierung ist, sondern sie selbst. Sie stand sich selbst im Weg weil sie sich in die Opferrolle manifestiert. Sie gibt allen anderen die Schuld für ihr Versagen und nimmt sich somit jegliche Motivation um zu agieren. Sie empfindet alles als ausweglos solange die Situation noch so ist wie sie ist. In ihren Augen ist der einzige Weg zu einem glücklichen Leben die Veränderung des Umfelds. Dabei erkennt sie nicht, dass sie selbst sich nicht mit dem Umfeld verändert.Sie wird etwas anderes finden, das Schuld an ihrem Ruin trägt.

Es ist nicht das Böse, welches uns daran hindert friedlich zu leben. Es sind nicht die Gräueltaten, die wir täglich verrichten. Wir verlieren unsere Menschlichkeit weil wir uns selbst belügen, weil unseren Emotionen erlegen sind, weil wir nicht dahinter schauen wollen…

Wir sollten aufhören an dem Aberglauben festzuhalten, das wir nichts erreichen können. Hören wir auf, uns einzureden, nur unbedeutende Existenzen zu sein, die keinerlei Einfluss auf die Zukunft haben. Dass unser Handeln jederzeit zu Konsequenzen führt, auch wenn es nicht immer spürbar ist. Dass wenn wir weiterhin blind durch die Gegend rennen erneut uns zerstören und wenn wir Pech haben mit Erfolg.

Ich möchte keinen Krieg! Ich möchte keine Toten! Ich möchte nicht, dass auch nur ein Lebewesen auf dieser Welt Qualen erleiden muss nur weil wir es nicht auf die Reihe bekommen menschlich miteinander umzugehen. Ich möchte das jeder auf dieser Welt die Möglichkeit hat zu leben. Jeder sollte sich frei entwickeln sollen. Keiner sollte sich um irgendetwas fürchten müssen. Wir sollten sicher sein. Immer und jeder Zeit. Man wie wahnsinnig müssen wir denn sein? Denn, all das können wir erreichen.

Ich frage mich wirklich, ob wir das alle wollen. Sind wir glücklich über den Zustand der Welt? Stimmt es uns fröhlich, dass täglich unnötig Menschen sterben, obwohl es nicht sein muss? Haben wir keine Probleme damit dass unser Konsumwahn die Ressourcen verschwendet die uns am Leben erhalten?

Na ja ist ja nicht unser Problem oder? Betrifft ja nicht uns? Nach mir die Sintflut…?

Wollen wir wirklich im Chaos versinken oder anfangen uns gegenseitig davon zu befreien?

Liebe Grüße

Eure Sahra

 

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2 Gedanken zu “Das Böse… Ich trage keine Schuld!

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