Konfliktmanagement mit Mediation

Standard

Konfliktmanagement mit Mediation Fortbildung vom 3.03. – 04.03.2016

von Likom Institut für Konfliktmanagement
Protokol von Sahra Warrelmann ( Der Artikel kann gerne geteilt und kommentiert werden) 

Inhaltsangabe

  • Meine Erwartungen/Meine Themen
  • Vorhandene Lösungsansätze und Strategien
  • Wertschätzende Kommunikation
  • Die Haltung in der Mediation
  • Kontrollierter Dialog
  • Auswertung »Kontrollierter Dialog«
  • Kommunikation in der Mediation
  • Die vier Ohren/das vier Seiten Modell
  • Feedbackregeln
  • Die drei W´s! Leitfaden durch die Feedbackregeln
  • Sich in die Konfliktpartei hineinversetzen (Gruppenarbeit)
  • Notwendige Elemente eines Konfliktmanagement
    – System im Kontext Ehrenamt & Unterstützung von Flüchtlingen
  • Konflikt/Konfliktfelder

 

Likom (Ludwigsburger Institut für Konfliktmanagement und Mediation) setzt sich mit unterschiedlichen Themen auseinander und bietet hierfür Coachings, Moderatoren, Seminare, Fortbildungen, Berater, Workshops und vieles mehr an. Folgende Themen werden behandelt : Mediation, privates und berufliches Konfliktmanagement, Trennung und Scheidung, Nachlass-Planung, betriebliche Nachfolge. Konfliktlösungen im Baurecht, Mietrecht, Wohnungseigentumsrecht Konfliktmanagement im Betrieb, zwischen Geschäftspartnern und Gesellschaftern Coaching, Team-Entwicklung, Personalmanagement, Leitbild-Entwicklung.

http://www.likom.info/

In der zweitägigen Fortbildung ging es darum, Werkzeuge für Konflikte in Bezug auf die Flüchtlingsthematik zu finden.
Inhalte der Fortbildung:
– Erkennen und Einschätzen von akuten bzw. latenten Konflikten
– Grundlagen der Konfliktlösung
– Umgang mit Konfliktpartner/innen
– Mediation als bewährtes Verfahren für akute Konflikte und präventive Maßnahmen
– Konfliktmoderation im interkulturellen Kontext
– Grundlagen für ein gutes Zusammeleben
– Achtsamer Umgang mit eigenen Ressourcen

Die Fortbildung umfasste theoretische, praktische und handlungsorientierte Schulungsmethoden.
Tag 1 der Fortbildung
Was ist die Mediation (lat. für Vermitteln)?

Konfliktsituationen gibt es überall, wo auch unterschiedliche Interessen vertreten sind. Sei es im Nachbarschaftskonflikt, in der Politik, in der Partnerschaft oder bei einer simplen Frage: » Wo gehen wir essen?« Konflikte kann es zwischen zwei Personen, innerhalb einer Gruppe aber auch zwischen zwei Gruppen geben. Die Aufgabe des Mediator ist, gemeinsam mit den Konfliktpartnern nach der Ursache des Problems zu suchen. Anschließend werden die Parteien an Lösungsvorschläge herangeführt, bis sie selbst zu einer Einigung gelangen. Das klingt in der Theorie einfacher als es in der Praxis ist. Ist es auch. Um so großer ein Konflikt, um so mehr Personen daran beteiligt ist, um so langwieriger ist der Prozess der Einigung. Gerade wenn sich Gefühle wie Angst, Mistrauen und Wut einschleichen. Situationen sind eingefahren.
Als allparteiliche Unterstützung wird ein/e Mediator/Inn zur Schlichtung eingesetzt. Er führt beide Parteien an einen Tisch und ermöglicht die Begegnung.
Kurz gesagt: Mediation ist eine strukturierte auf freiwilliger Basis funktionierende Möglichkeit eine Auseinandersetzung zu schlichten. Mediatoren agieren neutral und unabhängig. Insgesamt bietet die Mediation ein eigenverantwortliches konstruktives Gespräch.

Was sind meine Erwartungen an die Fortbildung? Welche Themen möchte ich behandeln?

– Wann greife ich ein und wie greife ich ein?
– Rolle der Frau, die unterstützen möchte
– Wie kann ich ein noch besseres Bild der verschiedenen Kulturen erhalten?
– Gute Vorbereitung auf meine Arbeit
– Konflikte innerhalb des Arbeits/ – Freundeskreises
– verschiedene Nationalitäten in einer Sammelunterkunft
– Konflikte mit Ämtern
– Wie erhalte ich meine Motivation?
– Strukturierung und Zuverlässigkeit

Welche Lösungsansätze und Strategien besitze ich/wir bereits, um einen Konflikt zu lösen?

– In den Dialog gehen mit den Flüchtlingen oder auch z.B. mit Bürgern, welche verängstigt sind.
– Damit keine Langeweile im Alltag der Flüchtlinge aufkommt, sind AGs hilfreich. Auch die Menschen zu fragen: »Was braucht ihr, damit ihr nicht auf der Straße herumlungert? Was braucht ihr? Was fehlt noch?«
– Auf Ansprechpartner aufmerksam machen. Ihnen signalisieren: Meldet euch bei uns! Wichtig auch für die Ansprechpartner ist Präsenz, damit Vertrauen aufgebaut werden kann. Häufiger Kontakt und Begegnung vor Ort.
– Hilfreich für die vielen Unterlagen die, die Ankömmlinge bekommen, wäre ein »Starter-Set«. In diesem Kit sind Ordner, Locher, Textmarker etc. . Auch für die Sozialarbeiter oder Ehrenamtlichen ist dies eine Erleichterung. Da so Zeit gespart werden kann und vieles übersichtlicher gestaltet ist.
– Patenschaften vermitteln –> Ansprechpartner
– Sprachvermittler mit Migrationshintergrund .
– Eins zu Eins Patenschaften können helfen, um die alltäglichen Situationen einfacher zu schildern und auch mitzuerleben.
– Win Win Situationen herbeiführen. Zum Beispiel: Ehrenamtliche Mitarbeiter möchten irgendeine Unterstützung. Der Bürgermeister schießt allerdings quer. Man könnte ihm anbieten, seine Unterstützung öffentlich zu machen. Sein Ansehen steigt dadurch und die Ehrenamtlichen bekommen die benötigte Hilfe. -→ Multiplikatoren berichten von guten Erfahrungen.
– Infobroschüren -→ medienwirksam hilft zur Aufklärung.
– Worst Case Szenario: es könnte etwas Schlimmes passieren. Zum Beispiel: In einer Unterkunft ist ein Waschbecken defekt. Das Jobcenter möchte die Reparatur nicht bezahlen. Immer wieder wird darauf verwiesen, dass dies auch ein Hausmeister erledigen könnte. Damit nichts Gravierendes geschieht, könnte man dem Jobcenter mitteilen, dass wenn die Reparatur nicht von einem Fachmann durchgeführt wird, vielleicht das nächste Mal beim Abfallen des Waschbeckens jemand verletzt wird.Somit hätte man ein Druckmittel.
– Spende für Arbeitsgeräte. Zum Beispiel: Ein Flüchtling hat in seinem Herkunftsland Schreiner gelernt. Es werden Spenden für eine Säge gesammelt. Dieser kann damit üben. Damit erhöht er die Chance auf einen Arbeitsplatz.
– unter den Flüchtlingen anerkannte Personen finden, die vermitteln und/oder informieren können.
– Strukturen schaffen z.B.
* Fragen sammeln, beantworten und anschließend an alle verteilen.
* Infos weitergeben
* Arbeitsbereiche definieren & verantwortliche finden & benennen.
* Leistungskreis koordiniert
-→ regelmäßige Sitzungen verschiedener AK´s zum Informationsaustausch.
– Regel & Konsequenzen erklären und durchführen.
– Formblatt für Vereine: Wie können wir die Menschen in Freizeitbeschäftigung bringen?
– Einbezug der geflüchteten Menschen mit ihren Erfahrungen -→ Refuges Help Refuges
– Tandems bilden mit Deutschen.
– Vermittlung der deutschen Werte und Anforderungen durch diejenigen, die schon länger in Deutschland sind. Ein sensibler Umgang ist wichtig. Denn es braucht Zeit.
– Wir lernen voneinander -→ Erleichterung darüber, dass es auch locker sein darf. Das heißt wir Deutschen können lernen ruhiger zu werden. Die Flüchtlinge wiederum können schnelleres Arbeiten lernen.
– Pflichten als Event. Zum Beispiel: Es wird oftmals beobachtet, dass männliche Flüchtlinge Probleme damit haben, beim Haushalt und Kochen zu helfen. Anstatt damit zu tadeln, dass es bei uns so gegeben ist, selbst mitmachen. Männliche Helfer können sich ihre »Artgenossen« schnappen und gemeinsam den Abwasch machen. Das ist dann wieder ein Event und die Männer können sich gegenseitig mächtig fühlen.
– Wir machen nicht ALLES und JEDES für die Ankömmlinge!
* Selbsthilfe fördern
* Selbstständigkeit fördern
– Materialien mit Erstinfos in allen Sprachen z.B. Bildertafel: »Wie trenne ich den Müll«
* persönliche Ansprache, denn die ersten 4 Wochen sind entscheidend!
* Wie fahre ich mit der Bahn? Was muss ich beim Fahrkartenkauf beachten!

Wertschätzende Kommunikation

»Ich habe keine Lehre. Ich zeige nur etwas. Ich zeige Wirklichkeit, ich zeige etwas an der Wirklichkeit, was nicht oder zu wenig gesehen worden ist.
Ich nehme ihn, der mir zuhört, an der Hand und führe ihn zum Fenster. Ich stoße das Fenster auf und zeige hinaus.Ich habe keine Lehre, aber ich führe ein Gespräch.«
(Martin Buber Wiener Philosoph 20. Jahrhundert)

Dr. M Rosensenberg »Erfinder« der gewaltfreien Kommunikation, entwickelte Werkzeuge um eine gewaltfreie Kommunikation zu ermöglichen. Dabei geht es darum, Ablehnung und/oder Abwertung zu vermeiden. Ohne Bewertung, ohne »Richtig« oder »Falsch«.
Zu beachten:
– Kommunikationssperren vermeiden
– Konstruktive Gesprächsführung
– 4 Arten des Zuhörens
– Beobachten ohne zu interpretieren
– Verantwortung für die eigenen Gefühle und Gedanken übernehmen
– Anliegen ernst nehmen ohne zustimmen zu müssen
– Unterschied zwischen Bitten und Forderung
– Das „4-Schritte Modell“
– Rapport* und Pacing* anwenden können
– Empathische Artikulation der eigenen Bedürfnissen
– „Eisbergmodell“ der Kommunikation

* Rapport (Beziehung/Verbindung oder auch Kontingenz genannt)
Rapport bezeichnet eine Beziehung/Verbindung, welche auf gegenseitiger Aufmerksamkeit und liebevollem Umgang beruht.
* Pacing (schritt halten)
Pacing, bezeichnet eine Veränderung des Verhaltens. Diese Veränderung soll zu einem Vertrauensverhältnis führen.

Die Haltung in der Mediation

– Ich ermögliche den Dialog
– Ich höre zu
– Ich fasse zusammen
– Ich nehme alle Beteiligten ernst
– Es gibt kein »Richtig« und »Falsch«
– vom »entweder- oder« zum »sowohl-als auch«
* Da jeder Mensch eine Situation unterschiedlich wahrnimmt, ist es schwierig, von der EINEN Wirklichkeit auszugehen. Daher ist es wichtig, sich in sein Gegenüber hineinzufühlen.
– Respekt & Wertschätzung für jeden Standpunkt
– Jede/r kann sein Gesicht wahren
* angstfreie Atmosphäre muss geschaffen werden.
– Ich ermögliche mit verschiedenen Methoden den Perspektivenwechsel

Kontrollierter Dialog

Die Kommunikation mit Menschen gestaltet sich meist schwieriger, als wir oftmals glauben. Aus einer einfachen Diskussion, ein klärendes Gespräch, kann plötzlich hitzig werden. Das geschieht oftmals, wenn die Gesprächspartner einander nicht wirklich zuhören. Missverständnisse werden geschaffen und ein harmlos Gespräch verwandelt sich in eine Eskalation. Durch den kontrollierten Dialog werden die »Fehler« in der Kommunikation aufgezeigt. Mit einfachen Werkzeugen lässt sich ein Dialog entspannt führen. Eine Gruppenarbeit soll helfen, die Werkzeuge zu verinnerlichen. Ebenso hilfreich ist es in Form eine Rollenspiels, die Meinung eines Konfliktpartners anzunehmen. So wird das Einfühlungsvermögen geschult.
Die Aufgabe: In Paare werden die Rollen A & B verteilt. A und B wählen ein Thema und sprechen zehn Minuten darüber.
– A beginnt mit einem Satz, am besten mit einer These.
– B wiederholt in eigenen Worten das, was er verstanden hat.
– A prüft, ob das Wiederholte dem entspricht, was er gemeint hat. Wenn ja, dann bestätigt er mit »richtig«. Wenn B etwas vergessen oder entstellt hat, dann antwortet er mit »falsch«.
– B wiederholt nun nochmals in eigenen Worten das, was er von diesem ersten Satz verstanden hat.
Wenn A sich immer noch falsch verstanden fühlt, wiederholt A noch einmal die eigene Aussage.
– A und B arbeiten so lange an einem Satz, bis sich A von B genau verstanden fühlt.
Erst dann darf B mit einem eigenen Satz antworten. Und A wiederholt dann diese Antwort. Evtl. wiederholt sich obiges Vorgehen so lange, bis sich B verstanden fühlt.

Nach 5 Minuten werden die Rollen gewechselt.

kontrollierter Dialog

 

Auswertung »Kontrollierter Dialog«

– Es ist einfach, an das alte Diskussionsmuster zu verfallen (es braucht Übung)
– Durch das Zusammenfassen denke ich noch mal über das Argument nach
– Lange Sequenzen sind schwer zusammenzufassen
– Kurze Sequenzen herstellen -→ empathisches Unterbrechen: »Könnte ich kurz über deine Worte nachdenken?«
– Beruhigend! (Es gibt Menschen, die dazu neigen, ihre Aussagen mehrfach zu wiederholen. Um diesen Menschen zu zeigen, dass ihr Gesagtes gehört wurde, sie freundlich unterbrechen und z.B. folgendes sagen: »Okay, ich habe Sie/dich verstanden. Sie sind der Meinung, dass…«)
– Entschleunigung
– Missverständnisse sind leichter zu identifizieren
– Konzentration wird erhöht. (Durch das Wiederholen wird die Konzentration auf das aufmerksame Zuhören verschärft.

Kommunikation in der Mediation

Bevor es zu einer Mediation kommt, verschafft sich der/die Mediator/in einen Eindruck über die Konfliktsituation. Es gilt folgendes zu beachten:
– Den Konflikt von der Person lösen.
– Die verschiedenen Wahrnehmungen erkennen, als auch als Konfliktpunkt benennen.
– Unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse wahrnehmen.
– Kognitive Verzerrung* aufdecken.
*kognitive Verzerrung bedeutet eine systematische fehlerhafte Neigung beim Urteilen, Denken, Erinnern und Wahrnehmung.Meist wird dies unterbewusst wahrgenommen. Die kognitive Verzerrung basiert auf mutmaßenden Schlussfolgerungen.
Es gibt unterschiedliche Vorgehensweisen und Herangehensweisen. Die folgenden 5 Phasen finden sich jedoch in den meisten Modellen wieder. Zu beachten ist jedoch mit der Sachebene zu beginnen und sich auf die Gefühlsebene hinunter zu arbeiten. Dafür braucht es Zeit als auch Geduld.

1. Aufklärung
Die Konfliktparteien werden über die Mediation aufgeklärt. Im Vorfeld werden die Grenzen benannt und das weitere Vorgehen beschlossen.

2. Kommunikation mit dem Mediator (Themensammlung)
Beide teilen ihren Streitpunkte mit. Auch ihre Anliegen werden an den/die Mediator/Mediatorin weitergeleitet. Der Dialog findet nicht unter den Konfliktparteien statt. Nacheinander sprechen die Konfliktparteien auf sachlicher Ebene mit dem Mediator.
3. Schrittweise Kommunikation herstellen (Positionen und Interessen/Sichtweisen- und Hintergrunderkundung)
Zuerst erzählen beide Parteien nacheinander auf sachlicher Ebene den Konflikt. Hierbei ist wichtig, die Konfliktpartner daran zu erinnern aus der Ich-Perspektive zu berichten. Die eigene Wahrnehmung wird in den Vordergrund gestellt. Zum Beispiel: »Mich stört die unaufgeräumte Küche.« Anschließend bittet der Mediator, beide Konfliktparteien die Aussagen des anderen nacheinander zu wiederholen. Meist findet man bereit hier die Ursachen des Konflikts.

4. Gemeinsam Lösungen finden (Sammeln und Bewerten von Lösungsoptionen)
In dieser Phase geht es um die Gefühlsebene. Hier wird darüber gesprochen wie sich der Einzelne fühlt. Zum Beispiel: »Ich fühle mich unwohl in einer dreckigen Küche«, oder »Da ich durch mein Studium zeitlich eingespannt bin, vergesse ich es den Abwasch zu erledigen. Ich fühle mich unter Druck gesetzt, wenn du mich 4 mal am Tag daran erinnerst, meinen Dienst zu erledigen.« Danach spricht man über die Bedürfnisse und Wünsche. Zum Beispiel: »Ich fände es toll, wenn die Küche zumindest oberflächlich geputzt ist.« Oder »Ich wünschen mir einen Küchenplan.« Langsam finden die Konfliktparteien Lösungswege. Der/Die Mediator/in zieht sich immer mehr aus dem Gespräch raus. Er/Sie dient nur noch zum Vermittler bei Missverständnissen.

5. Alleine ein Gespräch führen (Abschlussvereinbarung)
Die Gesprächspartner führen miteinander einen Dialog. Sie besprechen die Lösungswege und beschließen Vereinbarungen. Es hilft, die Einigungen zu notieren.

kommunikation mediation

 

Tag 2 der Fortbildung
Die vier Ohren/das vier Seiten Modell

Das vier Seiten Modell wurde von Friedemann Schulz von Thun entwickelt. Er ist deutscher Psychologe und Kommunikationswissenschaftler. Eine Nachricht kann auf verschiedenen Ebenen und Aspekten vermittelt werden. Eine Nachricht kann mit Sachinhalt oder mit Selbstoffenbarung gefüllt sein. Auch ist es möglich sie auf der Beziehungsebene, als Appelle wiedergegeben oder verstanden werden. Wichtig ist ein zeitnaher Austausch zwischen den Konfliktparteien, da sich sonst die Fronten verhärten.Konkrete Beispiele nennen, damit Missverständnisse verhindert werden können.Keine Verallgemeinerungen.

Die vier Seiten einer »Nachricht« werden in unterschiedliche Aspekte gegliedert:
Beispiel Konfliktthema: Straftaten Flüchtlinge
Aussage: Im Jahr 2015 gab es 23.000 Straftaten von Flüchtlingen ausgeübt

Der Sender (das Gesprochene)
Die Sachebene: 1. Auf die Sache bezogener Aspekt:(Welche Fakten und Infos biete ich?)
Beispiel: »Im Jahr 2015 gab es 23.000 Straftaten von Flüchtlingen ausgeübt.«

Die Selbstkundgabe: 2. Auf den Sprecher bezogener Aspekt (Was gebe ich von mir Preis?)
Beispiel: »Ich denke, das könnte zu einem Problem werden.«

Die Appelleebene: 3. Auf die beabsichtigte Wirkung bezogener Aspekt (wozu möchte ich das veranlassen?)
Beispiel: »Es muss etwas dagegen getan werden!«

Die Beziehungsebene: 4. Auf die Beziehung bezogener Aspekt (was halte ich von dir?)
Beispiel: »Du verstehst die Tragweite nicht!«

Der Empfänger (das Gehörte)

Die Sachebene: 1. Auf die Sache bezogener Aspekt (was erfahre ich gerade?)
Beispiel: »Es kam zu 23.000 von Flüchtlingen ausgeübten Straftaten.«

Die Selbstkundgabe: 2. Auf den Sprecher bezogener Aspekt (was ist das für eine/r?)
Beispiel: » Er/Sie sieht Flüchtlinge als Gefahr.«

Die Appelleebene: 3. Auf die beabsichtigte Wirkung bezogener Aspekt (was will er/sie von mir?)
Beispiel: »Er/Sie denkt, wir müssen dagegen vorgehen!«

Die Beziehungsebene: 4. Auf die Beziehung bezogener Aspekt ( wie steht er/sie zu mir? Was hält er/sie von mir?)
Beispiel: »Er/Sie hält mich für dumm und nicht mit der Thematik bewandt!«

Wie die Nachricht, positiv vermittelt und gehört werden kann

Der Sender (das Gesprochene)
Die Sachebene: 1. Auf die Sache bezogener Aspekt:(Welche Fakten und Infos biete ich?)
Beispiel: »Im Jahr 2015 gab es 23.000 Straftaten von Flüchtlingen ausgeübt.«

Die Selbstkundgabe: 2. Auf den Sprecher bezogener Aspekt (Was gebe ich von mir Preis?)
Beispiel: »Die vielen Straftaten beunruhigen mich.«

Die Appelleebene: 3. Auf die beabsichtigte Wirkung bezogener Aspekt (wozu möchte ich das veranlassen?)
Beispiel: »Meine Familie und ich sind schutzlos«

Die Beziehungsebene: 4. Auf die Beziehung bezogener Aspekt (was halte ich von dir?)
Beispiel: »Du bist doch Ehrenamtliche/r. Du kennst dich doch aus!«

Der Empfänger (das Gehörte)
Die Sachebene: 1. Auf die Sache bezogener Aspekt (was erfahre ich gerade?)
Beispiel: »Es kam zu 23.000 von Flüchtlingen ausgeübten Straftaten.«

Die Selbstkundgabe: 2. Auf den Sprecher bezogener Aspekt (was ist das für eine/r?)
Beispiel: »Er/Sie fürchtet sich.«

Die Appelleebene: 3. Auf die beabsichtigte Wirkung bezogener Aspekt (was will er/sie von mir?)
Beispiel: »Er/Sie sucht Schutz«

Die Beziehungsebene: 4. Auf die Beziehung bezogener Aspekt ( wie steht er/sie zu mir? Was hält er/sie von mir?)
Beispiel: »Er/Sie denkt, ich könnte ihm/ihr helfen. Ich bin mit dem Thema vertraut.«

Die vier Ohren Lippen

Feedbackregeln

Was ist ein Feedback (Rückmeldung)?
Im Feedback geht es darum anderen mitzuteilen, wie ich sie wahrnehme. Es ist auch wichtig, dass der Empfänger lernt, mit dem Gesagten umzugehen. Feedback besteht demnach auch zwei Komponenten, dem Feedback-Geben und dem Feedback-Nehmen.
Niemand möchte in seinem Selbstbild korrigiert werden. Für beide kann der Umgang mit Feedback schwierig werden. Manchmal verletzen die gesprochenen Worte. Das kann zur Ablehnung oder weiteren Schwierigkeiten führen. Daher ist es hilfreich, sich an ein paar Werkzeuge zu halten.
»Nicht ich habe den Konflikt, der Konflikt hat mich!«

Das Ziel des Feedback-Gebers ist:
Ich möchte dem Feedback-Nehmer zeigen, wie ich ihn/sie erlebe. (Positiv oder Negativ)
Mein Gefühl dabei zu vermitteln, ist mir wichtig.
Mein Gegenüber soll über meine Bedürfnisse aufgeklärt sein. Somit können Missverständnisse im Vorfeld bereinigt werden. Außerdem kann er dadurch auf mich Rücksicht nehmen.
Ich möchte dem Feedback-Nehmer aufklären, welche Veränderungen, mir gegenüber ein Kontakt mit ihm erleichtern.

Ein Feedback sollte…

– Nicht werten. Konkrete Informationen weitergeben. Kritische Infragestellungen an der Person vermeiden.
– Konkret sein. Auf das Verhalten bezogene Kritikpunkte. Nicht der ganzen Person. Beispiel: »Es macht mich wütend, wenn du absichtlich dein Zimmer demolierst.« Nicht: »Du machst mich wütend.«
– Angemessen. Auf die Gefühle und Bedürfnisse aller Parteien muss Rücksicht genommen werden.
– Brauchbar. Es ist von Vorteil Verhaltensmuster zu kritisieren, die das Gegenüber ändern kann.
– Zielorientiert. Sollte schon von Beginn, kein Wunsch auf Veränderung bestehen, gar nicht erst beginnen.
– Nicht fordernd. Du kannst niemanden zwingen sich zu ändern. Jeder ist selbst für sich verantwortlich. Es ist dennoch gut, wenn du dich äußerst. Eine Veränderung kann gewünscht aber nicht erzwungen werden.
– Ungezwungen. Die Rückmeldung darf nicht aufgezwungen werden.
– Zeitnah. Wenn die Ereignisse zu weit in der Vergangenheit liegen, ist es schwierig, die damaligen Gefühle zu mobilisieren. Zeitnahe Konfrontation. (Nicht, wenn die Gefühle gerade kochen.)
– Klar. Welche Intensionen habe ich? Über den Verlauf des Feedback davor nachdenken. Warum möchte ich meinem Gegenüber das mitteilen? Was könnte damit verbessert werden? Was möchte ich ansprechen? Wie beginne ich ein Gespräch?
– Aus Ich- Perspektive. Ich spreche nur von mir. In der Ich-Botschaft

Die drei W´s! Leitfaden durch die Feedbackregeln

Wahrnehmung – Was hast du beobachtet? Wie ist es dir ergangen?
Wirkung – Wie ist es dir ergangen?
Wunsch – Was hättest du gebraucht? Was wünscht du dir für die Zukunft?

Wahrnehmung: Ich sehe, dass hier viel Müll liegt, der nicht getrennt ist.
Wirkung: Mich stört das. Ich möchte mich nicht einmal die Woche damit beschäftigen.
Wunsch: Damit wir alle gut zusammenleben können, damit sich die Mitbewohner/ihr euch wohl fühlt und wir keine Probleme mit den Nachbarn bekommen, sollten all Müll trennen & entsorgen. Denn sonst bleibt der Müll liegen, weil er nicht abgeholt wird.

Feedback

Sich in die Konfliktpartei hineinversetzen (Gruppenarbeit)

Es ist wichtig auch die andere Seite der Münze zu kennen. Warum? Konflikte können schnell erkannt werden, wenn man die Meinung des anderen verstehen lernt. Was nicht bedeuten muss, dass man selbst die Haltung annimmt. Die Bewegründe des anderen zu verstehen, erleichtert den Umgang mit seinen Mitmenschen.Einfühlung kann zu einer anderen Gesprächsgrundlage führen.

Ich als Mitarbeiter/in der Auslandsbehörde …
Ich als Sacharbeiter/in mit 140 zu betreuende Personen …
Ich als Ordnungsamtsleiter …

Ich als deutscher Bürger …
Ich, als Nachbar einer Flüchtlingsunterkunft bin 45 Jahre alt und männlich. Ich bin Ehemann & Vater von zwei Kindern. Mein Sohn ist 16 Jahre alt und auf der Suche nach einer Ausbildung. So langsam wird es damit eng. Meine Tochter wurde gerade eingeschult. Gemeinsam mit meiner Frau habe ich hart für unser Haus und unser Lebensstandard gearbeitet. Es dauert noch einige Zeit, bis unser Häuschen abbezahlt ist. Die Flüchtlingsunterkunft ist seit ein paar Wochen bewohnt. Wer dort genau lebt, weiß ich nicht. Hin und wieder hören wir Polizei und Krankenwagen dort hinfahren.

… fühle mich: verunsichert, eingeengt, gestört & verärgert.
… befürchte: Wertverlust des eigenen Grundstücks, Eigentum und des persönlichen Ansehens. Verlust der deutschen Kultur. Einschränkung in der Sicherheit. Bevorzugung der Flüchtlinge. Verlust des Eigentums.
… Wünsche: Keine Bevorzugung von Flüchtlingen in: Wohnungssuche, Ausbildungsstellen, Jobs und Geld. Präsenz der Polizei. Verlagerung der Unterkunft. Schnelle Abschiebung.

Empathie ist eine wichtige Fähigkeit im Zusammenleben. Die Gefühle andere zu kennen und erkennen, trägt dazu bei, dass wir uns gegenseitig unterstützen können. Empfindungen lassen sich im Gegensatz zu Gedanken nicht einfach durch rationale Äußerungen »wegsprechen«. Emotionen sind präsent, auch wenn wir oftmals nicht verstehen können, warum sie gerade jetzt auftauchen. Denn manchmal scheint es uns, als seien sie fehl am Platz. Die Angst ist ein Paradebeispiel für Gefühle, die »angemessen« oder »unangemessen« auftauchen. So fürchten wir uns vor Menschen, die wir nie zu vor getroffen haben. Die Angst kann so weit gehen, dass wir Hass für jemanden empfinden, den wir nicht kennen. Warum? Wenn wir uns fürchten, gibt es drei Möglichkeiten darauf zu regieren. 1. Wir kämpfen dagegen an. 2. Wir laufen davon. 3. Wir stellen uns tot. Jemand Fremdes muss für uns keine Gefahr darstellen. Doch das Unbekannte lässt uns beunruhigen. Es sind zu viele Faktoren, die wir nicht einschätzen können, daher gehen wir auf Abstand. Wie der 45 jährige Familienvater in unserer Gruppenarbeit ist es einfacher dem Glauben zu schenken, was wir kennen. Zum Beispiel Freunden, Bekannten, Medien u.s.w. .
Sich in eine Person hineinfühlen hilft nicht nur mir, sondern auch dem Betroffenen. Dieser kann dadurch seine aktuelle Gefühlslage und Priorität erkennen. Ebenso entsteht der Eindruck, ernstgenommen & wahrgenommen zu werden.
Notwendige Elemente eines Konfliktmanagement
– System im Kontext Ehrenamt & Unterstützung von Flüchtlingen

Die Bürger/innen fühlen sich oftmals von den Gemeinden/Landkreisen etc. im Stich gelassen. Die Bürger werden entweder zu spät oder gar nicht mit in die Entscheidungsfindung über die Flüchtlingsthematik mit einbezogen. Es ist unklar, wann Flüchtlinge kommen, wo sie untergebracht sind, was für Menschen das sind und wie viele kommen. Somit entsteht eine allgemeine Unzufriedenheit und eine Antihaltung der Schutzsuchenden.

Prävention – wie kann man dem vorbeugen?
Wann wird eine Flüchtlingsunterkunft errichtet?
Wenn Bedarf entsteht, sind die Gemeinden dazu verpflichtet, eine Flüchtlingsunterkunft zu stellen. Daher kann der Bürger nicht in die Entscheidungsfrage ob ein Flüchtlingsheim in seiner/seinem Stadt/Dorf gebaut wird einbezogen werden. Es kann lediglich über das »wie« gesprochen werden.
Um Konflikte zu minimieren, sollte schon vor der Errichtung einer Unterkunft ein Dialog mit den Bürgern geführt werden.

Informationsveranstaltung
Bevor es zu einem Infotag kommt, sollten die Verantwortlichen sich im Vorfeld über den Ablauf zusammensetzen.
Wer lädt ein? Wie viele Gäste erwarten wir? Bieten wir ein Diskussionsforum.
Eine gute Veranstaltung bietet:
– Teilhabe aller Verantwortlichen (Politiker, Polizei, AK Asyl/Freundeskreise, alle Bürger/innen, bereits eingegliederte geflüchtet)
– Externe Moderation
– Mikrofone im Raum verteilt
– Offene Rednerliste ( damit die Teilnehmenden wissen, dass sie gehört werden & sich äußern können)
– Trotz Strukturen flexibel bleiben
– Themen clustern
– Sollten keine Mikrofone vorhanden sein, auf Zettel Fragen und Anregungen schreiben lassen ( Fragen können im Vorfeld gesammelt werden, um beim Vortrag darauf eingehen zu können)
– Keine Tabuthemen

Prävention in den Gemeinschaftsunterkünften
– Sprecher identifizieren & ansprechen (Ihm/Ihr einen Auftrag geben-→ Vertrauen schenken -→ Selbständigkeit & Verantwortungsbewusstsein)
– Je nach Größe & Anzahl der verschiedenen Nationalitäten der Unterkunft mehrere Sprecher wählen
– Männer sollten Vorzugsweiße an die Konfliktparteien treten (da mehr Respekt vorhanden ist)
* Als Frau ist das Alter entscheidend. Eine ältere Frau mit Söhnen als Kinder wird eher respektiert.
Prävention in den AK`s/Freundeskreisen
– Struktur & Arbeitsteilung
– Eigene Grenzen benennen
– Wahl der Sprecher
– Akzeptanz unterschiedlicher Arbeitsweisen
– Regelmäßiger Austausch

Sonstige Präventionsmaßnahmen
– Gemeinsam mit der Presse: Tue Gutes und sprich darüber! -→ Gemeindeblatt nutzen
– AK`s einklinken in die Gemeinde -→ Via Homepage (Zusammenarbeit wird vermittelt)
– Interview mit den Flüchtlingen -→ Im Gemeindeblatt -→ persönlicher Bezug herstellen
– Hineinfühlen -→ Welche Fluchterfahrung steckt in uns selbst?

Konflikt/Konfliktfelder

Ein Konflikt auch Kampf genant beschreibt die Unstimmigkeit von Interessen, Werte & Zielsetzungen zwischen Personen oder sich selbst.
Ein Konflikt der in mir passiert (innerer Konflikt) äußert sich zum Beispiel durch Schuldgefühle. Dieser Konflikt wird intrapersonaler Konflikt bezeichnet. Ein Konflikt zwischen mehreren Beteiligten (zwei Personen/Gruppen/Staat etc.), wird interpersonaler Konflikt genannt.
Beteiligte eine Konflikts müssen nicht Betroffene sein! Zum Beispiel sind bei einem Konflikt zwischen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen die Flüchtlinge betroffen.
Beteiligte eines Konflikts müssen nicht die Verursacher sein! Zum Beispiel werden von Bürgern Flüchtlinge für die Fluchtursache verantwortlich gemacht, nicht die Regierungen.

Konfliktfelder

Rollenkonflikt
– Mann-Frau, Ehrenamt-Hauptamt, Konfliktpartei-Vermittler (intrapersonaler)
Interessenkonflikt
– zb. Kampf um begrenzte Güter (interpersonaler)
Wertekonflikt
– unterschiedliche moralische, kulturelle & religiöse Vorstellungen (interpersonaler)
Identitätskonflikt
– Gefahr des eigenen Selbstbilds, Bedrohung des eigenen Ichs (intrapersonaler)
Ressourcenkonflikte
– Begrenzte Anzahl einer Ressource, die für mehrere Ziele gebraucht wird. Jedoch kann nur eine kleine Anzahl die Ressource verwerden. (Interpersonaler)
Diversity/Interkulturellekonflikte
– unterschiedliche Ethnie, Alter, sexuelle Orientierung, Weltanschauung oder eine Behinderung (interpersonaler/intrapersonaler)
Konfliktart Modell

 

Danke fürs Lesen 🙂 Gerne auch Teilen und Kommentieren 🙂

 

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