Die Folgen meines Handelns

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Was brauchen wir wirklich? Nachdem mir wieder eine Anzeige über eine Holzuhr, die ich unbedingt kaufen sollte, ins Gesicht gesprungen ist, fragte ich mich, wozu? Was brauchen wir wirklich und sind wir über die alltäglichen Konsequenzen über diesen Konsum bewusst? Wenn ich mir überlege, was ich so im Alltag verbrauche, kann ich mir gar nicht vorstellen, wie viel Ressourcen für ein einziges Produkt verbraucht wurden. Wie viele Menschen dazu beitrugen, damit ich nun auf irgendeinen Bilderrahmen von Ikea starren kann, in welchen ein komisches Bild eingeklebt ist, das ich letztendlich eh nicht leiden kann. Wenn ich beginne mich zu fragen, woher wohl das Holz für das Papier und den Rahmen stammt, spielt sich in meinem Kopf ein Film ab. Wie alle wissen ist Ikea nicht unbedingt das humanste Unternehmen. Daher ist auch allseits bekannt, dass sie hin und wieder ganz unabsichtlich ihr Holz illegal aus dem Regenwald beziehen. Wie wir auch hier wissen, ist die Holzindustrie da unten auch nicht ganz sauber. Rechte gibt es dort wenig, weil die Menschen trotz ihrer zahlreichen Ressourcen nicht einmal 2 € am Tag besitzen, um zu überleben. Daher ist Geld sehr gefragt und somit Umweltschutz, Menschenrechte und Menschlichkeit nichtig. Die Menschen verlieren ihre Länder, weil die Firmen den Bedarf der westlichen Länder decken müssen. Das wiederum bedeutet, dass unser Bedarf nach billigen Ikea Bilderrahmen, die wir eh nicht leiden können, wichtiger ist, als der Lebensraum vieler Tiere und Menschen. Unser Konsum ist wichtiger, als die Nahrung des eigenen Volkes zu sichern. Unsere Bedürfnisse sind wichtiger als die CO2 Ausstoßung in tropischen Gebieten, die durch das Abholzen entstehen. Wenn ich bedenke, dass das nur ein kleiner Bruchteil des Ressourcenverbrauchs ist, für einen Bilderrahmen, dann will ich gar nicht daran denken, wie die Geschichte meiner ganzen Wohnungseinrichtung ist.
Irgendwie wird mir bewusst, dass ich doch nicht nur ein kleiner Bürger bin, der nichts beeinflussen kann und nichts zu sagen hat. Mir wird bewusst, dass ich mit Politik nicht weiter komme. Denn letztendlich sind Politiker* nur Vertreter der Lobbyisten. Mir wird bewusst, dass es nicht der Flüchtling oder Einwanderer ist, der Schuld an meiner Angst ist. Mir wird bewusst, dass ich unzufrieden bin.
Unzufrieden damit, dass mich die Art wie die Welt tickt, nervt. Unzufrieden mit den Missständen weltweit. Unzufrieden mit dem Krieg, der Zerstörung, dem Terror, der latenten Wut, den Medien, die das propagieren, die Bürger, die darauf aufspringen, die Politik, die alles kleinreden, die Reichen, die sich darüber belustigen und gleichzeitig diese vielen Reize, an Informationen, Unterhaltung, Konsum, permanente Bewegung, die nur dazu führen verrückt zu werden.
Ich sehe es in den Gesichtern, wenn ich durch die Straßen laufe oder am Bahnhof, während ich auf den Zug warte, mir anschaue, was so um mich herum geschieht. Ich sehe müde Augen, traurige und genervte Gesichter, ich sehe Verunsicherung und ich sehe wie die Mundwinkel nach unten fallen. Hin und wieder lacht eine Gruppe laut auf und gleich schauen alle hin. Woher kommt das Lachen? Was machen die da? Die haben doch bestimmt Drogen genommen? ← (Witzig ist, das denke ich mir auch oft 🙂 ) Es fällt schwer zu glauben, dass man noch einfach nur glücklich sein kann. Ohne Stress.
Ich frage mich wann es aufhört, dass wir lieber im Strom schwimmen uns von allem treiben lassen und nur leise rebellieren. Ich frage mich, wie lange es dauern wird, bis wir erkennen, dass Sicherheit, Glück, Zufriedenheit, nicht mir Geld zu kaufen ist. Wie lange wird es dauern, bis wir erkennen, dass jede eigene Handlung nicht nur mich beeinflusst. Wie lange wird es dauern, bis wir feststellen, dass wir unbewusst doch alle miteinander agieren und somit es doch logischer ist aufeinander Rücksicht zunehmen. Anstatt sich raus zu halten und zu glauben, dass nur ich für mich verantwortlich bin und mich das Leid eines anderen nicht angeht.
Wann werden wir erkennen, dass wir mit unserem derzeitigen Verhalten niemanden helfen. Wir nur irgendwann erkennen werden, dass nur die Erde vom Kapitalismus profitieren wird, da sich der Mensch selbst zerstören wird.

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